Oettingshausen

Feuer Oettingshausen: Wo die Probleme waren

Eine Scheune im Vollbrand haben die Feuerwehren angetroffen, als sie am Donnerstagmorgen bei einem Anwesen in Oettingshausen (Landkreis Coburg) eintrafen.
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Bis in die Mittagsstunden waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, letzte Glutnester zu löschen. Foto: Berthold Köhler
Bis in die Mittagsstunden waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, letzte Glutnester zu löschen. Foto: Berthold Köhler
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Man sah Stefan Püls deutlich an, dass er gerne bessere Nachrichten überbracht hätte. "Als wir alarmiert wurden, stand die Scheune bereits in Vollbrand", erinnerte sich der Kreisbrandinspektor an die ersten Minuten beim Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Bad Rodacher Stadtteil. Doch so sehr sich die Einsatzkräfte am frühen Mittwochmorgen auch mühten: Sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Wohngebäude nicht mehr verhindern. Dementsprechend hoch ist der Schaden: Auf rund eine halbe Million Euro schätzte ihn die zuständige Pressestelle am Bayreuther Polizeipräsidium.

Der Aufwand an Mensch und Material bei der Bekämpfung des Brandes war enorm. Sogar die neue, noch nicht einmal offiziell in Dienst gestellte, Drehleiter der Bad Rodacher Feuerwehr kam zum Einsatz. Weil die Lage so arg schwierig war, wurde sogar die eigentlich schon ausgemusterte Drehleiter der Bad Rodacher geholt, dazu kam die Heldburger Feuerwehr, ebenfalls mit ihrer Drehleiter.


Gefahr: 1000 Liter Kraftstoff

Herausforderungen gab es für die Einsatzkräfte mehr als genug. "Wir wussten, dass in der Scheune ein Tank mit 1000 Liter Dieselkraftstoff stand", berichtete Püls. Da habe man aufpassen müssen, genauso wie auf den Heizöltank im Hau und die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wohngebäudes. Um das Haus von der Stromversorgung zu trennen, wurden auch die Bad Rodacher Stadtwerke benötigt.

Als die Löscharbeiten gegen 8 Uhr ihr Ende fanden, wurden die verheerenden Folgen richtig deutlich. "Der Dachstuhl des Wohnhauses ist komplett durchgebrannt", bilanziert Püls, während das Coburger THW schon die letzten Balken der abgebrannten Scheune zur Seite räumte. "Wir müssen noch an Brandnester heran", erklärte Püls den Abriss, der in Ansprache mit den Brandfahndern der Coburger Kriminalpolizei geschah. Die waren vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. Bis gestern Abend gab es dazu allerdings noch keine definitiven Erkenntnisse.


Kein Mangel an Einsatzkräften

Auch Tobias Ehrlicher war vor Ort. Der Bürgermeister war trotz des enormen Sachschadens am Ende froh: "Wir können vom Glück reden, dass sich die drei Bewohner rechtzeitig retten konnten." So ein Brand mitten in der Nacht könne ganz schnell auch anders ausgehen. Den lokalen Einsatzkräften, die dank der frühen Uhrzeit noch daheim und damit erreichbar waren, attestierte Ehrlicher "hervorragende Arbeit". Bei einem Punkt, da wählten der Bürgermeister und der Kreisbrandinspektor nahezu die gleichen Worte: Man könne in der Region froh sein, dass es noch viele Arbeitgeber gebe, die keine Probleme damit haben, wenn ihre Mitarbeiter bei Not am Mann zum Feuerwehreinsatz gerufen werden. "Es ist wirklich toll, wie die da mitspielen", sagte Tobias Ehrlicher.


Fakten zum Feuer in Oettingshausen

Notruf: Um 4.57 Uhr wurden die Feuerwehren alarmiert.

Betroffene: Zwei Bewohner des Hauses erlitten einen Schock und mussten ins Krankenhaus, ein Feuerwehrmann erlitt eine leichte Verletzung.

Schäden: Zwei Getreidesilos und mehrere Maschinen wurden beim Band zerstört.

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