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Coburg
Vogelzählung

Feldsperling ist der Spitzenreiter in Coburger Gärten

Im Coburger Land gingen die Vogelzähler bei der "Stunde der Wintervögel" in 302 Gärten auf die Pirsch. Am häufigsten zählten sie Feldsperlinge.
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Der Feldsperling ist die Vogelart, die sich bei der Zählung im Coburger Land am häufigsten sehen ließ.  Foto: Reiner Hermes/LBV
Der Feldsperling ist die Vogelart, die sich bei der Zählung im Coburger Land am häufigsten sehen ließ. Foto: Reiner Hermes/LBV

Bei der bayernweiten Vogelzählaktion wurden im Coburger Land über 12000 Vögel gezählt, teilt Cordelia Hiller von der LBV-Geschäftsstelle Coburg in Dörfles-Esbach mit. Im Coburger Land gingen die Vogelzähler in 302 Gärten auf die Pirsch, in denen sie genau 12046 Vögel verteilt auf über 60 Vogelarten zählten. Hierbei wurde der Feldsperling am häufigsten gemeldet. Der Spatz als bayerischer Spitzenreiter belegt im Landkreis Coburg nur den zweiten Rang und die Kohlmeise den dritten Platz (bayernweit auf Platz zwei).

Die Erholung der Amselbestände macht sich auch im Coburger Land bemerkbar, insbesondere im Landkreis ist das Zählergebnis um 53 Prozent gestiegen. Und sie war auch die Vogelart, die in fast allen Gärten (mehr als 95 Prozent) beobachtet wurde.

Beim Grünfink ist leider auch im Coburger Land kein Aufschwung erkennbar. Die Anzahl der Sichtungen bleibt auf etwa gleichem Niveau wie im Vorjahr.

Entsprechend dem bayernweitem Trend ist der Eichelhäher auch im Landkreis mit einer Zunahme von 443 Prozent ebenfalls auf Platz 10 geschossen. Im Stadtgebiet wurden immerhin 53 Exemplare registriert, was ebenfalls eine deutliche Steigerung darstellt. Aufgrund des milden Winters blieben Sichtungen von nordischen Wintergästen wie Seidenschwanz (2 Exemplare) oder Bergfink (5 Exemplare) rar.

Nicht neu, aber doch bemerkenswert sind Meldungen von typischen Zugvögeln wie dem Hausrotschwanz oder der Mönchsgrasmücke. Durch den Klimawandel begünstigt, verschiebt sich die Grenze der Überwinterungsgebiete im mediterranen und atlantischen Raum zunehmend nach Mitteleuropa hinein, so dass Einzeltiere gar nicht mehr wegziehen. "Besonders deutlich wird das beim Star, der immer öfter ganzjährig bei uns bleibt", so Cordelia Hiller. Die Zählung der Stare brachte heuer in der Region ein rekordverdächtiges Ergebnis. Mit 145 Tieren im Stadtgebiet und 404 im Landkreis belegt er jeweils Platz 6. Bereits Ende Januar stimmten in Coburg Stadt und Land einzelne Stare bei sonnigem Wetter ihre Balzgesänge an.

Und bayernweit? Hier meldet der LBV, dass über 110 Vogelarten und insgesamt mehr als 685500 Vögel von rund 27000 Teilnehmern dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) gemeldet wurden. Pro Garten ergibt sich daraus ein Schnitt von etwa 35 Vögeln und damit zwei Vögel weniger als 2019, teilt Cordelia Hiller mit. "Bei den milden Temperaturen ohne Schnee am Zählwochenende haben viele Vögel vermutlich noch genug Nahrung in der Natur gefunden und deshalb weniger die bayerischen Gärten besucht", sagt Annika Lange, Citizen-Science-Beauftragte des LBV. Die Meisen konnten bayernweit ihre geringen Beobachtungen vom letzten Jahr wieder etwas aufholen. So kletterte die Kohlmeise von Platz 3 auf Platz 2 und auch die Blaumeise macht wieder einen Platz gut und landet auf Rang 4. Den dritten Platz belegt der Feldsperling. Einen recht soliden Platz 5 nimmt die Amsel ein. Sie erholt sich langsam von dem deutlichen Einbruch von 2018. Der Grünfink erreicht nach seiner bisher schlechtesten Platzierung (Platz 8) letztes Jahr heuer wieder ein besseres Ergebnis mit Platz 6. Der Haussperling hat sich oft sehen lassen. "Der Spatz scheint von den trockenen Sommern der letzten beiden Jahre zu profitieren und gute Bruterfolge zu erzielen. Die Jahre zuvor hat der beliebte Allerweltsvogel eher durch sein regionales Fehlen Aufsehen erregt", sagt Lange. Eine Entwarnung gebe es für den Haussperling aber noch lange nicht, denn gerade in großen Städten fehlten vor allem geeignete Nistplätze an Gebäuden.

Regionale Unterschiede

Die meisten Vögel bekamen mit 42,7 pro Garten die Teilnehmer in Niederbayern zu sehen, knapp gefolgt von 41,5 Vögeln pro Garten in der Oberpfalz. Auch in Oberfranken haben die Teilnehmer mit 39,4 pro Garten mehr Vögel als der bayerische Durchschnitt von 35,6 gezählt.

Schwaben (38,4), Unterfranken (35,8) und Mittelfranken (33,9) liegen um den bayerischen Mittelwert. Nur die Teilnehmer in Oberbayern zählten mit 31,5 Vögeln pro Garten deutlich weniger als andere Vogelfreunde.

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