Coburg
Auftritt

Feinherbe Klänge im Coburger Zeughaus-Gewölbe

Wie die Gesellschaft der Musikfreunde Coburg anspruchsvolle Kammermusik mit dem Ensemble Spirata in ungewöhnlichem Rahmen kredenzt.
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Das Ensemble Spirata musizierte im historischen Gewölbe des Coburger Zeughauses (von links): Regina Bussmann, Danielle Maheux und Birgit Eichstädter.Foto: Jochen Berger
Das Ensemble Spirata musizierte im historischen Gewölbe des Coburger Zeughauses (von links): Regina Bussmann, Danielle Maheux und Birgit Eichstädter.Foto: Jochen Berger
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Das Coburger Zeughaus in der Herrngasse hat in den fast vier Jahrzehnten seit seiner Fertigstellung 1621 schon viel erlebt. Der prachtvolle Renaissancebau, der unter Leitung von Peter Sengelaub zwischen 1618 und 1621 errichtet wurde, diente einst als repräsentative Rüstkammer, erlebte Theaterspiel und bietet nach umfassendem Umbau seit drei Jahrzehnten dem Staatsarchiv repräsentative Räumlichkeiten.

Neue Wege gehen

Dass sich die historischen Gewölbe im nördlichen Teil, die seit Generationen Heimstatt der Weinhandlung Oertel sind, auch als Rahmen für Kammermusik tadellos eignen, bewies die Gesellschaft der Musikfreunde Coburg mit dem dritten Abend ihrer neuen Reihe "Green Line".

Neue Wege gehen, neue Formate erproben - nach diesem Motto bieten die traditionsreichen Musikfreunde ganz gezielt neben klassischer Kammermusik auch Konzerte an, die bei den Zuhörern die Lust auf Entdeckungen wecken wollen. Dazu gibt es nicht nur ein nettes Plakatmotiv mit einer kunterbunten und sichtlich explosiven Instrumentenmischung, sondern eben auch Musik an ungewöhnlichen Orten.

Erfolgreiches Experiment

"Musik und Wein" - unter diesem Motto gastierte das Ensemble Spirata im ehemaligen Zeughaus und verwandelte die Gewölbe der Weinhandlung in einen Klangraum mit historischem Flair. Bei diesem Konzertformat ließen sich die Musikfreunde inspirieren vom Festival Klanggrenzen, das im vergangenen Jahr an gleicher Stelle bereits erfolgreich ein ähnliches Experiment gewagt hatte.

Fantasievoll verknüpft

Klangrausch und der durch alkoholische Getränke erzeugte Rausch, Musikgenuss und vinologische Genüsse - mit der Kraft der Sprache lassen sich Musik und Wein mühelos verbinden. Dass sich kompositorische Satzbezeichnungen und charakteristische Geschmacksmerkmale erlesener Weine verbal fantasievoll verknüpfen lassen, demonstrierte Rainer Oertel als musikkundig moderierender Küfer.

Klangliche Nuancen

Feinsinnig im Zusammenspiel mit erlesenen klanglichen Nuancen musizierte das Ensemble Spirata: die Flötistin Regina Bussmann, die Oboistin Danielle Maheux und die Klarinettistin Birgit Eichstädter.

Vom Barock bis zur klassischen Moderne spannte sich der klingende Bogen mit Werken aus Österreich, England und Frankreich, begleitet von Weinen aus der Wachau, dem Rheingau und aus Franken.

Das dritte der sogenannten Londoner Trios von Joseph Haydn eröffnete den musikalischen Reigen. Malcom Arnold, bekannt geworden durch seine Filmmusik zur "Brücke am Kwai", war mit seinem ausgesprochen kurzweiligen Divertimento für Bläsertrio vertreten, Sätze der französischen Barock-Komponisten Louis-Claude Daquin, Jean-Philippe Rameau und Jean-Marie Leclair rundeten den durch zwei Zugaben ergänzten Abend ab.

Die nächsten Konzerte der Coburger Musikfreunde

Gelbe Reihe

Sonntag, 16. Dezember 66. Weihnachtskonzert mit dem Collegium musicum Coburg, Leitung: Thomas Ehrle, 17 Uhr, St. Moriz (Eintritt frei) Montag, 28. Januar Mayumi Kanagawa (Violine), Ido Ramot (Klavier), 28. Januar, 19.30 Uhr, Kongresshaus

Green Line

Sonntag, 24. Februar 2019 "Hagada - Neue Klänge aus einer alten Welt" mit dem Duo Zaruk - Ines Azquinezer (Gesang und Cello), Rainer Seiferth (Gesang und Gitarre); Kooperation mit "Cultur im Contakt" Tickets im Vorverkauf: Buchhandlung Riemann, Pfarramt St. Moriz, Haus Contakt



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