Coburg

FDP: Wo blieb bloß der Stammwähler?

Jens-Uwe Peter spielte im Kampf um die Erststimmen keine entscheidende Rolle im Coburger Land. Doch für die nächste Woche anstehende Bundestagswahl gibt sich die Coburger FDP immer noch kämpferisch.
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Nichts zu lachen: Jens-Uwe Peter und die FDP sind nicht mehr im Landesparlament vertreten. Foto: CT-Archiv
Nichts zu lachen: Jens-Uwe Peter und die FDP sind nicht mehr im Landesparlament vertreten. Foto: CT-Archiv
Drei Prozent. Ein vernichtendes Ergebnis, dass die Coburger FDP im Münchner Hofbräu aufgenommen hat. Bei den Coburger Liberalen war die Enttäuschung über den Nicht-Einzug in den Bayerischen Landtag zu spüren. "Ich bin etwas ernüchtert. Mit so einem deutlichen Ergebnis hätte wohl niemand gerechnet. Auch weil die letzten Umfragen ein anderes Ergebnis vorhergesagt haben", sagte der Coburger FDP-Kandidat, Jens-Uwe Peter.

Bei den Erststimmen kamen die Liberalen in den Wahlbezirken der Stadt auf rund 3,61 und bei den Zweitstimmen auf 4,17 Prozent. Im Landkreis liegt das Ergebnis mit 1,7 und 2,4 Prozent der Zweitstimmen deutlich niedriger. Das Gesamtergebnis für Bayern ist mit rund 3,2 Prozent ebenso ernüchternd.

Damit haben die Liberalen ihr Wahlkampfziel "Alleinherrschaft verhindern" nicht erreichen können. Die CSU hat die absolute Mehrheit errungen. Für die Abstrafung der FDP, durch den Wähler hat Peter kein Verständnis: "Wir haben in der Regierungskoalition sehr gute Arbeit geleistet. Die Erfolge der Regierung haben die Wähler wohl eher der CSU zugeschrieben als den FDP-Ministerien Zeil oder Heubisch."

Für die bevorstehende Bundestagswahl gibt sich FDP-Mann Peter kämpferisch: "Wir müssen unsere Stammwählerschaft mobilisieren, die ich bei deutlich mehr als fünf Prozent verorte." Für Peter gibt es zur Fortsetzung der Koalition aus CDU/CSU und FDP auf Bundesebene keine Alternative. "Dass müssen wir den Leuten klar machen", betonte Peter. Doch bei allem Optimismus und wahlkämpferischen Pathos sieht Peter die Chancen seiner FDP auch realistisch: "Ich bin zwar optimistisch für die Bundestagswahl. Aber das wir gegenüber dem letzten Ergebnis zulegen, ist unrealistisch."

Seine eigene politische Karriere sieht Jens-Uwe Peter durch das katastrophale Ergebnis seiner Partei aber nicht gefährdet: "Ich bleibe der Politik erhalten." Ob er für die Liberalen im nächsten Jahr bei der Wahl zum Coburger Stadtrat antreten will, wollte Jens-Uwe Peter weder verneinen noch bejahen. "Höchste Priorität hat jetzt erstmal die Bundestagswahl am nächsten Wochenende", sagt Peter. Auch eine Analyse der gestrigen Wahl wollen Peter und seine Parteikollegen vornehmen. "Danach kann man gerne über Sachen wie den Stadtrat reden", so Peter. Aus Bayern sei die FDP raus. Eine Woche bleibe noch, eine ähnliche Katastrophe für Berlin zu verhindern.

Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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