Coburg
Fußball

FC Coburg weiter mit Martin und Reich

Das bisherige Interims-Trainerduo bleibt über die Winterpause hinaus für die 1. Mannschaft der Vestekicker im Amt. .
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Mit Mann und Maus drängten die Vestekicker am Freitagabend in der Schlussphase des packenden Landesliga-Derbys beim VfL Frohnlach auf den Ausgleich. Selbst Torhüter Luis Krempel tauchte plötzlich im Strafraum seines Amtskollegen Jonas Hempfling auf - allerdings ohne Erfolg. Der Keeper schnappte sich in dieser Szene den Ball vor dem sprunggewaltigen Daniel Sam und Kapitän Sertan Sener. Foto: Heinrich Weiß
Mit Mann und Maus drängten die Vestekicker am Freitagabend in der Schlussphase des packenden Landesliga-Derbys beim VfL Frohnlach auf den Ausgleich. Selbst Torhüter Luis Krempel tauchte plötzlich im Strafraum seines Amtskollegen Jonas Hempfling auf - allerdings ohne Erfolg. Der Keeper schnappte sich in dieser Szene den Ball vor dem sprunggewaltigen Daniel Sam und Kapitän Sertan Sener. Foto: Heinrich Weiß
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Nach der zweiten Derbypleite in dieser Saison gegen den VfL Frohnlach war die Stimmung im Lager des FC Coburg am Tiefpunkt. Mit 2:4 verloren die Vestekicker am Freitagabend das Prestigeduell vor rund 600 Zuschauern im Willi-Schillig-Stadion. Überhaupt geben die aktuellen Zahlen wenig Anlass für Optimismus: 22 Spiele, 17 Punkte, 28 Treffer, 45 Gegentore - Tabellenplatz 17. Der bedeutet am Saisonende den direkten Abstieg in die Bezirksliga West. Doch das wollen die Vestekicker unter allen Umständen vermeiden. Aber wie?

Der Abstand auf den drittletzten Rang und damit auf das Erreichen des Relegationsplatzes beträgt nach dem 3:2-Auswärtssieg des ASV Rimpar am Sonntag in Röllbach bereits fünf Zähler. Eine Hypothek für das Frühjahr, zumal der FCC nur noch zwölf Mal die Chance zum Punkten hat.

Wir sprachen mit Alexander Grau, der seit Saisonbeginn das Amt des Sportlichen Leiters beim FC Coburg inne hat und sich diese Aufgabe sicher nicht so nervenaufreibend vorgestellt hat. Der ehemalige Trainer des Ligakonkurrenten FC Lichtenfels weiß aus eigener Erfahrung wie Abstiegskampf funktioniert. Er schildert im Tageblatt-Gespräch nicht nur die Gründe für die herrschende Misere bei seinem neuen Klub, sondern der Angestellte im Landratsamt Coburg fordert auch mehr Realitätssinn. Und: Grau beendet auch die anhaltende Trainerdiskussion mit einem klaren Statement pro Martin/Reich!

Weiter Vertrauen in Interimsduo

Frederic Martin und David Reich als sein Co-Trainer werden gemeinsam auch nach der Winterpause als Trainer die 1. Herrenmannschaft beim FC Coburg betreuen. Dazu Grau: "Obwohl sich die bisher hervorragende Arbeit der beiden noch nicht in den Ergebnissen niedergeschlagen hat, sind sich die Verantwortlichen absolut einig, dass Martin und Reich die Idealbesetzung sind, um die Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg weg von den Abstiegsplätzen zu führen." Bereits zur Mitte der Vorrunde wurde Lars Scheler wegen ausbleibendem Erfolg freigestellt.

Hallo Herr Grau, Sie sind seit einem halben Jahr Sportlicher Leiter beim FC Coburg. Haben Sie sich dieses Amt leichter vorgestellt?

Alexander Grau: Ja was heißt leichter? Wir alle hätten uns natürlich mehr sportlichen Erfolg gewünscht. Dann wäre alles sicher etwas leichter, denn es steht und fällt doch vieles mit den Ergebnissen. Insgesamt ist es eine ganz neue Aufgabe und Erfahrung für mich auf dieser Position, in die ich mich im Laufe der letzten sechs Monate aber immer besser einfinden konnte.

Die 1. Mannschaft steht auf dem vorletzten Tabellenplatz in akuter Abstiegsgefahr. Zu Recht oder unnötig?

Man sagt ja so schön, dass die Tabelle nicht lügt. Wir haben nach 22 Spieltagen 17 Punkte auf dem Konto und stehen deshalb ganz sicher nicht zu Unrecht auf dem 17. Tabellenplatz. Unnötig in gewisser Weise aber auch, weil die Mannschaft viele Spiele verloren hat, die sie nicht hätte verlieren müssen. Nahezu alle Niederlagen waren auf Grund der jeweils gezeigten Leistungen allerdings dann auch folgerichtig.

Was muss besser werden, um den drohenden Abstieg doch noch zu vermeiden?

Ganz einfach gesprochen: Die Ergebnisse. Wir müssen mehr Spiele gewinnen, eigentlich sogar viel mehr.

Gibt es im Winter Veränderungen im Spielerkader, um den drohenden Abstieg in die Bezirksliga doch noch zu vermeiden?

Konkrete Veränderungen sind bisher nicht geplant. Wir werden aber natürlich Augen und Ohren offen halten.

Müssen sich die FCC-Fans damit abfinden, dass die Vestekicker eine Fahrstuhl-Mannschaft ist und die Bayernliga auf Dauer unerreicht bleibt?

Ich bin ja noch nicht so lange beim FCC und seitdem ich hier bin, ist das Wort Bayernliga auch nur im Zusammenhang mit unserer U15 gefallen. Daher weiß ich auch nicht, warum das angebliche Ziel Bayernliga immer mal wieder in der Presse herumgeistert. Wenn man sich das Abschneiden der letzten sechs bis sieben Jahre und auch den bisherigen Verlauf der Saison anschaut, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass jemand damit geliebäugelt hat.

Generell bin ich der Meinung, dass dem Umfeld mit Fans und auch der Presse mehr Ruhe und Realitätssinn gut täten. Die Faktoren Kontinuität und Geduld spielen für mich hierbei auch eine große Rolle. Wir überwintern auf einem direkten Abstiegsplatz. Damit verbietet sich ja schon automatisch an andere Ligen als an die Landes- oder Bezirksliga zu denken. Aus meiner Sicht sollte das Ziel der nächsten drei bis vier Jahre sein, den FC Coburg in der Landesliga zu etablieren. Das ist herausfordernd genug.

Was machen die Bemühungen für ein eigenes kleines Sportheim auf dem Areal an der Wiesenstraße. Gibt es da Ihrerseits Initiativen?

Meines Wissens sind unsere Verantwortlichen in Gesprächen mit der Stadt Coburg mit dem Ziel, dem Verein eine eigene Heimat in dieser Form zu schaffen. Hierzu werden gerade verschiedene Varianten ausgelotet, wie das ganze realisiert werden kann. Das Gespräch führte Christoph Böger

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