Coburg
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FC Coburg hat ein Mentalitätsproblem

Nach der verdienten 1:4-Heimpleite im Derby gegen den FC Lichtenfels spricht Trainer Martin Tacheles. Seine Spieler ließen sich den Schneid abkaufen.
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Routinier Daniel Sam (rechts) erzielte per Elfmeter das einzige Tor für den FC Coburg. Foto: Hagen Lehmann
Routinier Daniel Sam (rechts) erzielte per Elfmeter das einzige Tor für den FC Coburg. Foto: Hagen Lehmann
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Mehrere Faktoren zeichneten sich für den 4:1-Triumph des FC Lichtenfels in der Landesliga Nordwest beim FC Coburg verantwortlich. Ihre konsequente Zweikampfführung bis an die Grenze des Erlaubten schmeckte den Hausherren nicht. Diese ließen sich davon den Schneid abkaufen und leisteten sich entscheidende Fehler.

Es gelang ihnen auch nicht, die Kreise der in glänzender Spiellaune befindlichen gegnerischen Führungsspieler Tobias Zollnhofer auf der Zehn sowie Goalgetter Lukasz Jankowiak und Maximilian Pfadenhauer einzuengen. Neben ihnen entpuppte sich der vor dieser Serie aus dem Coburger Nachwuchsleistungszentrum an den Main gewechselte Nachwuchstorhüter Jonas Michel als einer der Matchwinner, der den beruflich verhinderten Stammkeeper Christoph Kraus glänzend vertrat. Der 18-jährige Youngster zwischen den Pfosten entschärfte mit stoischer Ruhe eine ganze Reihe von tückischen Flachschüssen, unter anderem von Davide Dilauro bravourös.

Landesliga Nordwest

FC Coburg - FC Lichtenfels 1:4 (0:2)

Den Schützlingen von Coburgs Trainer Frederic Martin konnte man den Willen Unheil abzuwenden, eine Stunde lang nicht absprechen. Sie erarbeiteten sich eine Reihe von Abschlüssen, die sie jedoch nicht gewinnbringend abschlossen. Als großes Manko erwies sich ihre Defensive, die gegenüber der vorherigen 2:0-Heimgala gegen FT Schweinfurt nicht wiederzuerkennen war.

Selbst der routinierte Torhüter Oleksandr Churilov leistete sich mehrere Fehler. Ihr Übungsleiter brachte das Scheitern auf einen Nenner. "Wir haben ein Mentalitätsproblem. Wenn es bei uns läuft, sind wir in der Lage, allen Klubs gefährlich zu werden. Geraten wir in Rückstand, fehlen uns häufig die Mittel und der Wille angemessen darauf zu reagieren."

Die Hausherren starteten vielversprechend. Michel parierte zwei Scharfschüsse von Tevin McCullough und Adrian Guhling. Als Kapitän Sertan Sener im Anschluss an einen Freistoß abzog, rettete Christoph Mohr auf der Torlinie. Nach dem 0:1, bei dem Maximilian Pfadenhauer (15.) nach einem Eckstoß von Lukas Schamel unbedrängt einköpfte, wendete sich das Blatt.

Auch beim 0:2 mangelte es an der Zuordnung. Lukasz Jankowiak (25.) kam aus halblinker Position seelenruhig zum Abschluss und fand eine Lücke im kurzen Eck. Die Coburger Schlussoffensive vor dem Seitenwechsel verpuffte wirkungslos.

Hoffnung durch Sam-Elfer

Im zweiten Durchgang wirkten die Vestestädter kurzfristig agiler. Daniel Sam bediente seinen Sturmpartner McCullough mit einem finalen Pass in die Tiefe. Der wurde von Daniel Schardt im Strafraum gefoult. Den fälligen Strafstoß versenkte Sam (48.) unhaltbar zum 1:2-Anschlusstreffer. Es folgte ein kurzes Aufbäumen, das erneut durch Pfadenhauer (60.) mit dem 1:3 aus kurzer Distanz gestoppt wurde. Die Vorarbeit kam über die linke Außenbahn mit einem Assist von Mohr. Beim 1:4 unterlief Sener (65.) nach einem Zollnhofer-Freistoß ein unglückliches Eigentor. Damit war die Messe gelesen.

Die Statistik

FC Coburg: Oleksandr Churilov - Daniel Kimmel, Eric Heinze, Tevin McCullough, Ricardo König (ab 65. Fabian Carl), Sertan Sener, Daniel Alles, Lars Teuchert, Adrian Guhling, Davide Dilauro, Daniel Sam.

FC Lichtenfels: Jonas Michel - Christoph Mohr, Lukas Schamel, Daniel Schardt, Kevin Wige, Pascal Scholz, Maximilian Pfadenhauer (ab 83. Sebastian Zillig), Fabian Funk, Lukasz Jankowiak, Tobias Zollnhofer (ab 88. Edgar Wagner), Dennis Schunke (ab 45. Mariusz Jankowiak).

Schiedsrichter: Sven Thoma (Oberstreu).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 Maximilian Pfadenhauer (15.), 0:2 Lukasz Jankowiak (25.), 1:2 Daniel Sam (48., Foulelfmeter), 1:3 Maximilian Pfadenhauer (60.), 1:4 Sertan Sener (65., Eigentor).

Gelbe Karten: Ricardo König, Sertan Sener / Daniel Schardt, Pascal Scholz.

Reaktionen

Martins Frust und Gollers Schadenfreude... Ungemütliche Zeiten kommen auf den FC Coburg nach seiner 1:4-Heimpleite am 21. Spieltag der Fußball-Landesliga Nordwest im Nachbarderby gegen den FC Lichtenfels zu. Die Vestekicker rangieren nämlich weiterhin auf Abstiegsrang 17.

Da mehrere Klubs aus der unteren Tabellenhälfte in den vergangenen Wochen fleißig punkteten, beträgt die Distanz zum untersten direkten Nichtabstiegsrang bereits neun Zähler.

Ganz anders gestaltet sich die aktuelle Lage der Korbstädter. Sie starteten mit vier Niederlagen in die Saison, gaben aber nach einer Findungsphase richtig Vollgas. Mit 33 Punkten nehmen sie Rang fünf in der Komfortzone des Klassements ein mit Tuchfühlung zu Rang zwei.

"Wir sind eigentlich gut in die Partie gekommen. Der frühe 0:1-Rückstand erwies sich jedoch als bittere Pille und führte zu einem Bruch in unserem Spiel. Hinten ging die Stabilität verloren. Lichtenfels hat uns mit seiner einfachen, rustikalen und aggressiven Spielweise sowie mit gefährlichen Standards und der Lufthoheit in Kopfballduellen auf die Verliererstraße gebracht", lautete die sachlich-klare Analyse des sichtlich enttäuschten FCC-Coaches Frederic Martin.

Trainer-Reaktionen

Die Freude am Auftreten ihrer Mannschaft vermochte das gegnerische Trainerduo Christian Goller und Oliver Müller nicht zu verhehlen. "Unser Erfolg ist auch in dieser Höhe verdient. Wir waren hochmotiviert und giftig. Es gelang uns, die Coburger Dreierkette mehrmals auszuhebeln.

Kurz vor der Pause hatten wir einige Male Glück. Jetzt wollen wir das Erreichte genießen. Der Sieg im Duell beim Nachbarrivalen bedeutet uns sehr viel", bekannte Christian Goller.

Als Abstiegskandidat verhöhnt

Indirekt deutete er damit die Geschehnisse am Rande der 2:3-Vorrundenniederlag im Karl-Fleschutz-Stadion an, als seine Akteure von Fans des FCC als Abstiegskandidat verhöhnt wurden.

Vor dem Derby in Frohnlach

Am letzten Spieltag vor der Winterpause kommen auf beide Klubs Schlüsselbegegnungen zu. Bereits am Freitag um 19 Uhr steht der FC Coburg im nächsten Derby beim VfL Frohnlach am Scheideweg. Der FC Lichtenfels möchte am Samstag um 16 Uhr zu Hause gegen den Zweiten SV Alemannia Haibach seine positive Jahresbilanz vergolden.

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