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Coburg
Auftakt

Faszinierendes Coburger Kammerkonzert: heitere bis abgründige Klänge

Wie sich Ludwig van Beethoven und Olivier Messiaen beim Kammerkonzert im Coburger Rathaussaal begegnen.
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Megumi Ikeda, Kyoko Frank,  Woongwhee Moon und Philipp Grzondziel (von links) beeindruckten beim Kammerkonzert im Rathaussaal.Foto: Jochen BErger
Megumi Ikeda, Kyoko Frank, Woongwhee Moon und Philipp Grzondziel (von links) beeindruckten beim Kammerkonzert im Rathaussaal.Foto: Jochen BErger
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Ungewöhnliche Programme sind ein Markenzeichen der Konzertreihe im Coburger Rathaussaal. Ungewöhnlich an diesem Vormittag im fast ausverkauften Saal schon die Instrumentenkombination. Ludwig van Beethovens sogenanntes "Gassenhauer-Trio" für Klarinette, Cello und Klavier begegnet Olivier Messiaens "Quatuor pour la fin du temps", bei dem zu Klarinette, Cello und Klavier noch eine Geige hinzutritt.

Viele Details ausgeleuchtet

Der Vormittag beginnt musikantisch heiter. Munter und reaktionsschnell spielen sich Kyoko Frank am Flügel, der Klarinettist Philipp Grzondziel und der Cellist Woongwhee Moon die Motive und Melodien zu. Fein abgestimmt korrespondieren die Klangfarben, einfühlsam leuchten die Interpreten viele Details aus und behalten doch stets die großen formalen Zusammenhänge im Blick. Stimmig wirken die fein abgestuften dynamischen Proportionen.

Im Zentrum des Werkes steht das ausdrucksvolle Adagio, das Philipp Grzondziel, Woongwhee Moon und Kyoko Frank regelrecht zelebrieren, ohne diesen langsamen Satz jedoch zu zerdehnen.

Unbeschwert munter dann das Finale , dem das Trio seinen Namen verdankt. Die Variationen über ein schlichtes, eingängiges Thema aus einer längst vergessenen Oper von Joseph Weigl interpretiert das Trio stets lebendig und mit großer Musizierfreude.

Ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Werk ist Oliver Messiaens "Quatuor pour la fin du temps", das der Komponist in einem deutschen Kriegsgefangenenlager bei Danzig zwischen Ende 1940 und Anfang 1941schrieb. Außergewöhnlich ist schon die Besetzung mit Violine, Klarinette, Cello und Klavier, die sich für Messiaen einfach aus den zur Verfügung stehenden Musikern ergab.

Faszinierend weit aufgefächert ist die Klangpalette in den insgesamt acht Sätzen, die zudem für wechselnde Besetzungen geschrieben sind - vom ausgedehnten, ebenso ausdrucksvollen wie klangfarbenreichen Solo für Klarinette bis zur kompletten Quartett-Besetzung.

Schmerzliche Ausbrüche

Zwischen beinahe zerbrechlichen, fast schwerelosen Klängen, bei denen das Cello im Flageolett bis in höchste Sopranlagen klettert, bis zu wuchtigen, geradezu schmerzlich intensiven Ausbrüchen spannen die Interpreten einen weiten Bogen. Mit großer Intensität, aber auch mit großem Einfühlungsvermögen loten sie das weit zerklüftete Ausdrucksspektrum der Partitur aus. Faszinierend, wie unmittelbar diese Musik auch heute noch wirken kann. Heftiger Beifall.

Rund um die nächsten Konzerte des Landestheaters

Kammerkonzert 3. Kammerkonzert im Rathaussaal Coburg - Sonntag, 8. März, 11 Uhr Kinderkonzert Bella und Beethoven - 19. März, 10 und 11 Uhr, 12. April, 11 Uhr - Theater in der Reithalle Chorkonzert Eine kleine Nachtmusik - Kinder- und Jugendchor des Landestheaters, 28., 29. März, 18 Uhr, Theater in der Reithalle Kammerkonzert 4. Kammerkonzert im Rathaussaal, 5. April, 11 Uhr Vorverkauf Tickets im Vorverkauf gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle.