Coburg
Sanierung

Facelifting für das Coburger Ämtergebäude

Warum das ehemalige Erbprinzenpalais in der Coburger Steingasse von zwei Seiten eingerüstet wird.
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Eingerüstet derzeit das Coburger Ämtergebäude gegenüber der Ehrenburg. Der Grund. Die Fassade muss saniert werden.Foto: Jochen Berger
Eingerüstet derzeit das Coburger Ämtergebäude gegenüber der Ehrenburg. Der Grund. Die Fassade muss saniert werden.Foto: Jochen Berger
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Zeit der Baugerüste in der Coburger Innenstadt. Schon seit einigen Wochen ist Geschäftsstelle der VR-Bank am Theaterplatz hinter Gerüsten und Planen verschwunden, weil das Dach des Gebäudes erneut werden muss. In der Steingasse bestimmen nun gleich zwei Baugerüste die Szene. Das Eckhaus Steingasse 2 erlebt eine von mehreren Seiten finanziell geförderte Generalsanierung. Und präsentiert sich auch das Ämtergebäude gegenüber der Ehrenburg eingerüstet.

Der Grund: der Fassadenanstrich zur Steingasse hin sowie zum Oberen Kirchgäßlein hin muss saniert werden, wie Thorsten Huld als stellvertretender Amtsleiter des Hochbauamts dem Tageblatt auf Nachfrage erklärt. Voraussichtlich vier Wochen werde es dauern, das Gebäude auf diesen beiden Seiten mit einem neuen Anstrich zu versehen. Genau zwei Jahrzehnte liegt hier die letzte grundlegende Fassadensanierung zurück. Dabei war das Ämtergebäude in der heutigen Form erst 1987 fertiggestellt worden.

Ehemaliges Erbprinzenpalais

Vorangegangen war damals ein grundlegender Umbau, der mit einem umfangreichen Neubau verbunden war. Ermöglicht wurde die Neugestaltung damals durch einen Abriss. Das Rückgebäude Richtung Morizkirche musste weichen, um den erhalten gebliebenen Teil des historischen Gebäudes für eine Nutzung als Ämtergebäude fit zu machen. Auch die zum Kirchhof hin anschließende Ratsschule wurde im Zuge der Baumaßnahmen anschließend abgerissen.

Das Haus Steingasse 18 hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seine Ursprünge (siehe Info-Box) reichen zurück bis in das Jahr 1464. Ab 1731 erlebte das heute viergeschossige Bauwerk eine grundlegende Umgestaltung und wurde anschließend als Sitz der Geheimen Ratskollegien genutzt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts diente es als Erbprinzenpalais und war Residenz von Franz Friedrich Anton. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es dann ein Hort der Bildung.

Seit 1848 beherbergte es eine Realschule. Nur bis 1965 waren hier zwei Klassen untergebracht. Nicht zuletzt aber hat die heutige Hochschule Coburg hier ihren Ursprung genommen - freilich noch unter anderem Namen, der zudem mehrfach wechselte. Von 1894 bis 1920 war hier die Herzogliche Beugewerksschule beheimatet, von 1920 bis 1933 die Staatliche Bauschule und von 1933 bis 1940 die Höhere Technische Staatslehranstalt für Hoch- und Tiefbau.

Von 1940 bis 1050 firmierte sie als Staatsbauschule und von 1950 bis 1060 als Staatsbauschule-Ingenieursschule für Hoch- und Tiefbau. Anschließend wurde heftig über eine neue Nutzung des leer stehenden Gebäudes diskutiert, sogar ein Abriss erwogen. In den 80er Jahren reifte dann die Vorstellung, mit Sanierung und Neubau ein Ämtergebäude zu schaffen.

Aus der bewegten Geschichte eines Gebäudes

Ursprung Die Ursprünge des Gebäudes Steingasse 18 reichen zurück bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Nach einem grundlegenden Umbau ab 1731 diente das vierstöckige Gebäude mit seinen zehn Fensterachsen als Sitz der Geheimen Ratskollegien. Erhalten sind heute aus jener Zeit zwei markante Portale mit vergittertem Oberlicht und der Jahreszahl 1731. Auf dem massiv ausgeführten Erdgeschoss sind drei weitere Stockwerke in Fachwerkbauweise aufgesetzt. Zum heutigen Ämtergebäude gehört auch das ehemalige Gebäude Steingasse 20, das wohl ebenfalls seine Ursprünge bereits im 15. Jahrhundert hat und dreiachsig angelegt war. red



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