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Seßlach
Forstbetrieb

Fabian Hecker ist Herr der Seßlacher Wälder

Fabian Hecker hat die Verantwortung für die Zukunft der Wälder rund um Seßlach übernommen.
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Fabian Hecker mit seinem Rüden Gino an einem Weiher im Seßlacher Gehrenholz. Foto: Rainer Lutz
Fabian Hecker mit seinem Rüden Gino an einem Weiher im Seßlacher Gehrenholz. Foto: Rainer Lutz
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Es ist keine leichte Aufgabe, die sich Fabian Hecker da vorgenommen hat. Aber er hat es so gewollt. Seit knapp einem Jahr schon ist er Herr über rund 2000 Hektar Wald im Raum von Seßlach bis nahe an Bad Rodach heran. Der 29-Jährige ist als Revierleiter des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten für den Seßlacher Raum zuständig.

"Er ist der Jüngste im Revierleiter-Team", stellt Betriebsleiter Albert Schrenker seinen Mitarbeiter vor, und ergänzt: "Er hat sicher kein leichtes Revier, aber eines der schönsten in der Region." Tatsächlich führt Fabian Hecker zu versteckten Teichen, geheimnisvollen Hütten und malerischen Felsen. Er findet immer neue Ecken, die er gern zeigt.

Waldbaulich macht Fabian Hecker sein Revier wenig Sorgen. Dass die Fichte im Zuge des Klimawandels als Hauptbaumart in unserer Region wenig Zukunft hat, muss ihn nicht kümmern.
Das Revier hat zwar einen Nadelholzanteil von rund 70 Prozent. Doch 50 Prozent des Gesamtbestands entfallen schon jetzt auf die Kiefer. Vor allem kommt von unten die Buche stark als Naturverjüngung und Tannen erobern die Waldgesellschaft rund um Seßlach auch. In den kommenden Jahren wird der Nadelholzanteil so auf 50 Prozent zurückgehen.

Moderne EDV macht es möglich, dass Fabian Hecker sein Büro beim Forstbetrieb in Coburg hat. Der mobile Computer ist im Revier dabei. Wenn der Förster im Wald unterwegs ist, kann er jede Beobachtung sofort in die Karte eintragen, sieht, welche Pläne für welches Waldstück bestehen und kann sie vor Ort gleich anpassen, wenn das nötig ist. So konnten Reviere zusammengelegt werden, Förster für viel größere Gebiete zuständig sein. Die Staatsforsten sparen Personalkosten ein.

Langfristige Pläne

Schluss also mit der Försterromantik? Ein wenig vielleicht. Aber noch immer gibt es das Bild vom Förster, der mit dem treuen Jagdhund an der Seite durch den Tann schreitet. Und eine abgelegene Jagdhütte hat das Revier auch zu bieten. Dass daneben natürlich genaue und sehr langfristige Pläne existieren, wie jedes Waldstück entwickelt und für die Zukunft fit gemacht werden soll, ist nichts Neues. Forstwirtschaft hat seit Jahrhunderten eine ökonomische Seite. Die Bayerischen Staatsforsten verkaufen aus Heckers Revier rund 14 000 Kubikmeter Holz pro Jahr. Drei Waldarbeiter finden hier Lohn und Brot.

Aber inzwischen spielen auch Naturschutz und Ökologie eine Rolle. Förster müssen stets bedenken, dass Wald auch unter sozialen Aspekten gesehen werden muss. "Das Interesse am Wald wächst", bestätigt Fabian Hecker. Immer mehr spielt der Wald eine Rolle in der Freizeitnutzung der Menschen. Sportler vom Walker über den Jogger bis zum Mountainbiker oder Reiter sind zum klassischen Wanderer hinzugekommen. Pilze sammeln ist wieder modern geworden, und wer die nicht sucht, ist vielleicht mit einem GPS-Gerät auf der Suche nach einem Geo-Cash.

Eine alte Eiche, die schon eine Menge absterbender Äste hat, beschäftigt den Förster wegen des gestiegenen Publikumsverkehrs heute anders als es vielleicht vor 20 Jahren der Fall gewesen wäre. Genau darunter läuft ein Wanderweg vorbei. Weil so ein Baum, wichtigen Lebensraum für seltene Arten bietet, bleiben die Äste dran. Der Wanderweg wird ein Stück verlegt - aus Sicherheitsgründen.

Erholung im Wald

Natürlich kann der Förster nicht vor jedem Risiko im Wald schützen. Da muss jeder, der hinein geht, schon selbst aufpassen. Aber an solchen speziellen Punkten kann schon mal auf den Menschen als Erholungssuchenden Rücksicht genommen werden.

Wird den Franken auch oft nachgesagt, dass es Fremde nicht leicht haben mit ihnen, kann das Fabian Hecker, der aus Köln stammt, nicht bestätigen. Nach einigen Monaten in der Region steht für ihn fest, dass er gern hier bleiben möchte. "Ich fühle mich von den Kollegen und den Menschen zum ganz großen Teil sehr freundlich aufgenommen." Eine gute Basis, um längerfristig in der Region Fuß zu fassen.
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