Coburg
Kirche

Evengelische Kirchengemeinde Katharina von Bora ist nun selbstständig

Am Himmelfahrtsfeiertag fühlte sich die Coburger evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Katharina von Bora fast wie im Himmel.
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Die Regionalbischöfin Dorothea Greiner hielt die Festpredigt anlässlich der Selbstständigkeit der Pfarrei Katharina von Bora. Foto: Edwin Meißinger
Die Regionalbischöfin Dorothea Greiner hielt die Festpredigt anlässlich der Selbstständigkeit der Pfarrei Katharina von Bora. Foto: Edwin Meißinger
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Am Himmelfahrtsfeiertag verkündete die Regionalbischöfin Dorothea Greiner noch einmal offiziell die Pfarreiwerdung der evangelisch-lutherischen Katharina-von-Bora-Gemeinde und feierte dieses Ereignis mit der gesamten Gemeinde samt anschließendem Jazz-Frühschoppen. Bischöfin Greiner sprach in ihrer Predigt unter anderem vom Segen und Frieden Gottes. Sie teilte mit: "Christen sind von Christus gesandt zu allen Völkern. Buße sollen wir, laut unserem Bibelwort, verkünden. Buße/Umkehr ist eine zweifache Bewegung. Hin zum Vater im Himmel, der uns in Liebe vergibt; und in dieser erlebten Liebe hin zu den Menschen." Die Regionalbischöfin ergänzte: "Diese Gemeinde ist stark in der Liebe zu Menschen unterschiedlichster Herkunft, Prägung und Lebensstils. In dieser Bewegung, hin zu Gott und in seiner Liebe zu den Menschen, entstand hier in dieser Gemeinde sogar die Schubkraft, zwölf Menschen durch ein Kirchenasyl hindurchzutragen."

Weiter führte Greiner aus: "Auch bei der Katharina von Bora hat es gedauert, bis der Friede Gottes sich durchgesetzt hat. Der Start für Katharina von Bora war schwer." Wie Dr. Dorothea Greiner mitteilte, sei die Katharina-von-Bora-Gemeinde Anfang der 70er Jahre im Demogebiet im Heimatring entstanden. "Die Muttergemeinde Markus war geprägt von alternativen offenen Gottesdienstformen. Hier dagegen wollte man den ganz normalen, typischen Gottesdienst. Eigentlich ist beides gut. Doch es gab Spannungen und auch die Geistlichen verstanden sich nicht wirklich. Ein Gemeindeberatungsprozess scheiterte in den 90er Jahren. Ein zweiter Prozess um die Jahrtausendwende hatte als Ergebnis, dass Trennung sinnvoll sei. Katharina von Bora wollte selbstständig sein", fasst Greiner die Entwicklung zusammen.

Auch bei Kirchengemeinden gibt es Scheinehen

Seit 2006 gilt die Katharina-von-Bora-Gemeinde als eigenständige Kirchengemeinde. Sie hatte einen eigenen Kirchenvorstand und Haushalt, jedoch keine eigene Gemeindeverwaltung. Aus diesem Grund musste die Gemeinde im Heimatring zu einer anderen Pfarrei gehören. "Annäherungsversuche mit Matthäus scheiterten. Pro forma kam Katharina von Bora zu Heiligkreuz. Eine Scheinehe, ohne gelebtes Miteinander", teilte die Regionalbischöfin mit. Nach einer Ablehnung des Antrags auf eine eigene Pfarrei im Jahre 2015 ließ sich der Dekanatsausschuss dann doch noch überzeugen. "So beschlossen wir im Landeskirchenrat im Advent letzten Jahres die eigenständige Pfarrei Katharina von Bora. Es passt, dass wir die Pfarreibildung heute feiern und dies mit Matthäus tun, mit denen schon lange ein Himmelfahrtsgottesdienst gemeinsam gefeiert wird. Auch zu Markus ist eine neue Verbindung gewachsen, so dass der Konfirmandenunterricht sogar in Kooperation gehalten wird. Wer hätte in jenen großen Konflikten, vor 40, ja noch vor zwölf Jahren gedacht, dass das einmal freiwillig geschieht?", fragte Greiner in die Gemeinderunde hinein.

Und so feierten über 100 Christen aus den verschiedenen Gemeinden gemeinsam die Selbstständigkeit von Katharina von Bora mit einem fröhlichen und ergreifenden Gottesdienst. Pfarrer Ralph Utz von St. Matthäus hielt den Gottesdienst zusammen mit dem Pfarrer von Katharina von Bora, Detlev Juranek, und der Regionalbischöfin Greiner. Die Gemeinde erlebte viele Lieder des Gemeindechores, sang gemeinsam einige Lieder, sprach Gebete und Bekenntnisse, wie das Glaubensbekenntnis und Vater unser.

Das muss gefeiert werden - mit viel Musik

Im Anschluss an die gottesdienstliche Feier erfreuten die Jazzkollegen die Gemeinde mit ihrem Live-Konzert. Jürgen Demmler (Trompete), Martin Kleiner (Klavier), Oliver Knopp (Kontrabass), Jörg Lenz (Schlagzeug) und Norbert Zitzmann (Gitarre) ließen klassische Jazz-Stücke ertönen, wie "All of me" oder auch "Minority". Während die Jazz-Musiker groovten, unterhielten sich die Festgäste angeregt an den Tischen und genossen Weißwürste, vegetarische Alternativen, Kaffee und Kuchen und dergleichen Leckereien mehr. Pfarrer Juranek dankte der Regionalbischöfin für die investierte Kraft und Zeit. "Auch wenn ich im Herzen Coburger bin, an Schmätzchen kann ich mich nicht gewöhnen. Ich bin dann doch bei italienischen Tartufos gelandet", sprach der Pfarrer, als er Dorothea Greiner einen Blumenstrauß und die erwähnten Süßigkeiten reichte. Der Festgemeinde teilte er mit, dass die Gemeinderäume zwar gut renoviert worden seien, man jedoch noch einen zweiten Notausgang anbauen müsse. Wie er ausführte, werde man das Fenster im angrenzenden Stuhllager in eine Fluchttüre umbauen und eine Stahltreppe nach außen hin anbringen.

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