LKR Coburg
Leistungsschau

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Coburger Firmen auf der Spielwarenmesse

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es um das Angebot an Spielzeug geht. Das zeigen auch die Angebote der Firmen aus dem Coburger Land.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Spielwarenmesse in Nürnberg ist für einige Unternehmen aus dem Coburger Land eine wichtige Chance, ihre Produkte zu präsentieren.Rainer Lutz
Die Spielwarenmesse in Nürnberg ist für einige Unternehmen aus dem Coburger Land eine wichtige Chance, ihre Produkte zu präsentieren.Rainer Lutz
+6 Bilder

Irgendwie ist es schwer, die Puppe wieder aus der Hand zu legen, die Anke Götz-Beyer am Stand der Götz Puppenmanufaktur auf der Nürnberger Spielwarenmesse präsentiert. Sie fühlt sich so anders an, als die meisten anderen Puppen. "Sie ist aus 100 Prozent Naturkautschuk hergestellt", erklärt Anke Götz-Beyer. Ein Versuch, in der Plastikwelt des Spielzeugs einen anderen Weg zu gehen.

"Immer mehr Kunden sind ökologisch sensibler geworden", meint auch Wirtschaftsförderer Martin Schmitz. Er besucht zusammen mit dem Stellvertretenden Landrat Rainer Mattern und Ebersdorfs Bürgermeister Bernd Reisenweber Unternehmen der Region auf der Nürnberger Messe. Die Kautschuk-Puppe wird in Barcelona für Götz produziert. Um den Umweltgedanken noch zu unterstreichen, pflanzt das Unternehmen für jede verkaufte Puppe einen Baum. Der Preis für Kautschuk, die Nachfrage und die bisher geringe Beweglichkeit der Puppe, begrenzen zurzeit die Stückzahl.

Ein Großteil der Rödentaler Götz-Puppen wird in China hergestellt. Es sind Spielpuppen in breiter Vielfalt. "Bis wir dort einmal CO2-neutral produzieren können, wird es noch dauern", weiß Anke Götz -Beyer. Aber immerhin können Kunden ja auch auf die Puppe aus dem Naturmaterial Kautschuk zugreifen.

Puppen können immer mehr

;

Was Puppen alles können können, demonstriert der Rödentaler Hersteller Zapf Creation auf seinem Stand. Baby Born ist in Deutschland nach wie vor die angesagteste Baby Puppe. Das freut Wolfgang Hofmann natürlich, der durch die Präsentation führt. Erst recht der Erfolg auf der Messe: "Wir hatten erfreulich viele Besucher und Kunden." Gruppenweise werden die Besucher durch die Präsentation geführt. Das Personal präsentiert Puppen die viel mehr als früher auf ihre "Puppenmütter" reagieren. Per Amulett erkennen sie ihre "Mutti", sie lachen und weinen, essen (oder lehnen manches auch mit einem "bää" ab) und machen in die Windeln. Dass ein Baby auch Fahrrad fahren und sogar heiraten kann, kommt wohl nur Erwachsenen komisch vor.

Zapf arbeitet seit 2006 mit dem US-Spielwarenkonzern MGA Entertainment, Inc. zusammen. Das schlägt sich auch in der Produktpalette nieder. "Sammeln und Entdecken" kommt offenbar bei den jungen Kunden sehr an, sagt Wolfgang Hofmann. Enormer Absatz an kleinen Figuren mit Zubehör - eben zum Sammeln - bestätigt ihn. "Es gibt im Internet Videos, wo Kinder sich beim Auspacken von unseren Produkten filmen und ganz begeistert sind", beschreibt er den Erfolg, der Serie. Daneben bietet Zapf aber auch Spielsachen wie per Bewegung fernsteuerbare Autos an.

Spielerisch lernen

;

Spielen und Bildung waren für Haba in Bad Rodach schon immer ein kombiniertes Thema. Und das nicht nur, weil das Unternehmen sowohl Spielsachen als auch Möbel für Schulen und Kindergärten herstellt. Eine wichtige Kombination wie Michael Hopf beim Rundgang am Messestand feststellt. Dass Haba mit Holzspielwaren so am Markt vertreten ist, werde auch durch den kombinierten Einsatz von Maschinen sowohl für Möbel als auch für Spielzeug möglich.

Haba ist mit Büchern und Gesellschaftsspielen ebenfalls stark vertreten. "Funkelschatz" ist als Spiel des Jahres 2018 ausgezeichnet worden. Diese Angebotskombination bewährt sich, denn wie Michael Hopf feststellt, bieten immer mehr Geschäfte im Buchhandel auch Spiele und andere Artikel an.

Kindermöbel und Spielgeräte auch für draußen bietet Roba aus Ebersdorf an. "Ganz Europa bis Russland" nennt Matthias Schreiner von Roba auf die Frage nach den wichtigen Märkten für Roba. Das Geschäft in den USA entwickelt sich gerade langsam. Wachstum erfordere auch immer Mitarbeiter. "Wir suchen immer", sagt Matthias Schreiner dazu. Allerdings steige auch der Anspruch an die Qualifikation der Beschäftigten.

Sehr junge Zielgruppe

;

Spielsachen für Kinder von 0 bis 18 Monate bietet die Fehn GmbH & Co. KG mit Sitz in Rödental an, wie Vertriebsleiter Christian Vollmer am Messestand erklärt. Die Herstellung findet dabei allerdings nicht am Firmensitz mit seinen rund 40 Beschäftigten statt sondern in Sri Lanka statt. Das Unternehmen wächst laut Vollmer in dritter Familiengeneration kontinuierlich.

Dass im Ausland produziert wird ist absolut branchenüblich. "Die Spielwarenbranche war eine der ersten, die in die Internationalisierung gingen", weiß Martin Schmitz. Als Wirtschaftsförderer des Landkreises freut ihn dennoch das die Firmen ihren Hauptsitz in der Region gehalten haben.

Am Stand von Fehn steht vielfach die Zahl 70. Ein runder Geburtstag, das Unternehmen wurde 1949 gegründet. Auf der Messe sucht Fehn den Kontakt zu Kunden aber auch zu Konkurrenten. "Bei aller Konkurrenz kennt man sich doch und tauscht sich auch aus", sagt Christian Vollmer.

So profitiere immer wieder einer vom anderen. Dazu komme der Kontakt mit Kunden aus fernen Ländern. Die kämen nicht nur wegen Fehn nach Rödental - aber eben wegen der Messe nach Nürnberg. Und der Markt - gerade in Asien - hat für das Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen. China und Taiwan nennt Christian Vollmer vor allem. Wie auch andere Firmen aus der Region kommt Christian Vollmer auf den Internet-Versender Amazon, wenn es um den Brexit geht. Amazon sei ein wichtiger Partner - auch für den britischen Markt und gerade mit Blick auf den Brexit, wie hart der auch ausfallen wird.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren