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Coburg
Stadtrat

Theater ums Theater: WPC zieht Antrag zurück

Kein Umzug des Landestheaters an den Güterbahnhof: Die Wählergemeinschaft Pro Coburg hat ihren Antrag wieder zurückgezogen.
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Es gibt weiterhin Theater im Landestheater - die WPC hat ihren Antrag zurückgenommen.Foto: Simone Bastian
Es gibt weiterhin Theater im Landestheater - die WPC hat ihren Antrag zurückgenommen.Foto: Simone Bastian

Vorausgegangen war eine leidenschaftliche Debatte, in der sich die WPC einige Vorwürfe anhören durfte - von "peinlich" bis "unsinnig". Begründet hatte die WPC ihren Vorstoß damit, dass sie den Kostenanteil der Stadt senken wolle. Coburg muss sich nämlich sowohl an den Betriebskosten als auch an denen für die Sanierung des historischen Gebäudes beteiligen. Doch genau darüber verhandelt OB Norbert Tessmer (SPD) schon seit Jahren, wie er sagte. Nach gut einstündiger Debatte, als die Abstimmung anstand, beantragte die WPC erst eine Sitzungsunterbrechung und nahm danach ihren Antrag zurück.

Kritik von allen Seiten

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Für ihren Eilantrag, das künftige Globe am Güterbahnhof zur dauerhaften Spielstätte des Landestheaters zu machen, kassierte die WPC in der vergangenen Woche Kritik und Häme von allen Seiten. In der Stadtratssitzung am Donnerstag wurde der Antrag behandelt.

Statement sollte Motive erklären

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WPC-Fraktionsvorsitzender Jürgen Heeb hatte dazu ein Statement vorbereitet, das die Motivation für den Antrag näher erläutern soll. Heeb begründet darin den Vorstoß seiner Fraktion damit, dass es um die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt gehe. Denn der aktuelle Investitionsplan sehe ein Abschmelzen der Rücklagen bis 2022 vor - und da beginne die Theatersanierung ja erst. Es gehe nicht darum, das Theater zu schließen oder Arbeitsplätze zu gefährden. Vielmehr müsse versucht werden, den Zuschuss der Stadt sowohl zum Theaterbetrieb als auch zur Sanierung zu senken.

Wie viel die Stadt zum Theaterbetrieb beisteuern muss, ist in einem Vertrag aus dem Jahr 1924 geregelt. Demnach leistet der Freistaat einen Festzuschuss (20000 Goldmark im Jahr, heutiger Wert etwa 1000 Euro) und übernimmt 40 Prozent des verbleibenden Defizits. Außerdem steht in dem Vertrag, dass sich die Stadt an Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Theater beteiligen muss. Bei den bisherigen drei Bauvorhaben (Neubau Werkstattgebäude Cortendorf, Sanierung des Landestheaters 1970/1977, Neubau Verwaltungsgebäude) lautete die Aufteilung stets 75 Prozent Land, 25 Prozent Stadt, wie das Wissenschaftsministerium auf Anfrage mitteilte. Das sei aber jeweils individuell vereinbart worden.

Bei der aktuellen Theatersanierung übernimmt der Freistaat 75 Prozent der Sanierungskosten und 50 Prozent der Kosten für die Erweiterungsbauten, die, grob gesagt, zwischen dem Oberen Bürglaß und der IHK liegen. Die Stadt bringt hier das Palais Kyrill und das Gebäude Schlossplatz 5b ein.

Die aktuelle Finanzierungsvereinbarung sei unter der Voraussetzung geschlossen worden, dass die Kosten für Sanierung und Erweiterung bei 60 Millionen Euro liegen, sagte Heeb. Inzwischen sei von 110 Millionen Euro die Rede. Auch bei der Interimsspielstätte habe die Stadt zunächst nur mit einem Kostenanteil von drei Millionen Euro kalkuliert. Nun werde das Globe am Güterbahnhof errichtet, die Gesamtkosten würden bei 30 Millionen Euro liegen, die Stadt müsse davon 20 Millionen aufbringen.

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