Coburg
Elterntalk

Eltern und Kinder in der Konsumfalle?

Mütter und Väter aus fünf verschiedenen Ländern diskutieren über Taschengeld, Werbung, Markenklamotten und die ausufernde Form von Kindergeburtstagen.
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Es ist keine Anmeldung nötig, wer Lust und Interesse hat, kommt einfach vorbei: Der Elterntalk findet zum Thema Konsum statt. Christiane Lehmann
Es ist keine Anmeldung nötig, wer Lust und Interesse hat, kommt einfach vorbei: Der Elterntalk findet zum Thema Konsum statt. Christiane Lehmann
Die schreiende Vierjährige an der Supermarktkasse, der Pubertierende mit der 140-Euro-Markenjeans, der ewige Streit um die Höhe des Taschengelds und die große Frage rund um die Nutzung des Handys. Das alles sind einige Beispiele, die Eltern daran erinnern, wie gefangen sie in der Welt des Konsums mittlerweile sind.
Es spielt keine Rolle, ob es Eltern aus Russland, Deutschland , Syrien oder der Türkei sind, alle Mütter und Väter sind ständig mit diesen Themen konfrontiert. Der Elterntalk, eine Initiative des Landkreises und der Stadt Coburg, macht es sich seit Jahren zur Aufgabe, Eltern mit den Themen dieser Zeit nicht allein zu lassen.


Erfahrungsaustausch...

Bei einem interkulturellen Abend am Freitag, 29. September, möchte Nathalie Dikomey als Integrations- und Migrationsbeauftragte des Landkreises in Zusammenarbeit dem Stadtjugendring Eltern zusammenbringen, die sich über ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen wollen. "Wir möchten gemeinsam überlegen, wie mögliche Gefährdungen begegnet werden kann und vorhandene Ressourcen gestärkt werden können", benennt sie ein Ziel des Abends.


... in fünf Sprachen

Elterntalk bietet zwischen 17 und 20 Uhr in der CoJe moderierte Gesprächsrunden in Deutsch, Bulgarien, Russisch, Türkisch und Arabisch an. Dabei sind Eltern die Hauptakteure. Sie treffen sich in Gesprächsrunden mit vier bis acht Teilnehmern. Begleitet werden sie dabei von einer geschulten Moderatorin.
"Etwa zwei Stunden lang sprechen die Eltern - völlig anonym - über ihre Probleme, Ansichten, Lösungen ganz bewusst in der Muttersprache", um Hürden abzubauen und eine bessere Kommunikation möglich ist", erläutert Nathalie Dikomey, unter deren Regie allein im vergangenen Jahr 167 Elterntalks - meist in privatem Ambiente - stattfanden.
Im Anschluss sollen die Ergebnisse aus den sechs Gruppen - zwei deutsche sind angepeilt - von den jeweiligen Moderatoren vorgestellt werden.


Gegenseitiges Verständnis

"Ganz bewusst haben wir den Termin in die internationale Woche in Coburg gelegt", sagt Christine Völker vom Stadtjugendring. Die Organisatoren sind gespannt, was denn aus den unterschiedlichen Gruppen berichtet wird. Augenzwinkernd vermuten sie, dass die Probleme mit dem Konsumverhalten der Kinder von der Nationalität völlig unabhängig ist. "Wir möchten damit auch für mehr Toleranz und gegenseitiges Verständnis werben. Denn in allererster Linie sind hier Eltern, die ihre Kinder bestmöglichst erziehen möchten", bekräftigt auch Oliver Völker, ebenfalls vom Stadtjugendring.
Beim Elterntalk geht es nicht um den erhobenen, pädagogischen Zeigefinger, wie Nathalie Dikomey betont. Miteinander ins Gespräch kommen, sich anderen Meinungen stellen oder Gleichgesinnte treffen, ist das Anliegen. Die Teilnehmer - meist Mütter - werden dadurch gestärkt und mutig. "Sie trauen sich, auch mal eine andere Sichtweise zuzulassen und probieren aus, womit andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben.

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