Coburg
Einsegnung

Einsegnung der Aussegnungshalle in Coburg

Nach insgesamt sieben Jahren Planungs- und Bauzeit hat die Stadt Coburg am Mittwoch die rundum erneuerte Aussegnungshalle wieder in Betrieb genommen.
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Die Dekane Roland Huth und Stefan Kirchberger stellten die neue Aussegnungshalle auf dem Glockenberg-Friedhof unter Gottes Segen. Foto: Martin Koch
Die Dekane Roland Huth und Stefan Kirchberger stellten die neue Aussegnungshalle auf dem Glockenberg-Friedhof unter Gottes Segen. Foto: Martin Koch
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"Die Generalsanierung der Aussegnungshalle mit Erweiterung und Ertüchtigung des Krematoriums war eine wichtige Aufgabe, um im Bestattungswesen die gebotene Würde bereitzustellen und den Wünschen und Ansprüchen der trauernden Angehörigen sensibel und zeitgemäß entsprechen zu können", sagte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) in seiner Ansprache bei der Einsegnungsfeier. Coburg sei zu Beginn des 20. Jahrhunderts seiner Zeit wohl weit voraus gewesen. Coburg habe im Jahr 1907 das erste Krematorium im heutigen Bayern gehabt. Erbauer war Stadtbaumeister Max Böhme. "Es galt seinerzeit als modernstes Krematorium", fuhr Tessmer fort. "Die Aussegnungshalle war nach ihrer Erweiterung und nach dem Bau des Krematoriums seither eine in sich stimmige Bestattungseinrichtung für die Coburger Bürger und Trauergemeinden."

Die Bündelung verschiedener Funktionen, angefangen von den eigentlichen Trauerfeiern bis hin zu den technischen und logistischen Erfordernissen eines Krematoriums, habe aber immer mehr dazu geführt, dass diese sehr verschiedenen Funktionen und die dazu gehörigen Abläufe sich untereinander ins Gehege gekommen seien.


Drei Bauabschnitte

Bei der in drei Abschnitten vollzogenen Generalsanierung seien die konkurrierenden Funktionen entflochten worden. "Nun können wir wieder besser auf ganz persönliche Wünsche eingehen und gleichzeitig ein würdevolles Gedenken ermöglichen", so der Oberbürgermeister weiter. "Eine zentrale Maßnahme in der Bestattungskultur unserer Stadt hat ihren Abschluss gefunden." Tessmer wies auf den Wandel der Bestattungskultur und die Formen des Totengedenkens auf dem Coburger Glockenberg-Friedhof hin.

Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) freute sich, dass es auf dem zentralen Coburger Friedhof wieder würdige sowie helle und freundliche Räume für die Trauer- und Abschiedsfeiern gebe. Sie informierte darüber, dass die Stadt in Friedhof und Krematorium insgesamt 2,16 Millionen Euro investiert habe.


Zugang barrierefrei

Bernhard Ledermann vom Grünflächenamt wies auf die nunmehr barrierefreie Neugestaltung der Aussegnungshalle hin. Auf dem Glockenberg-Friedhof befinde sich jetzt auch eine Außenstelle des Standesamtes Coburg. Peter Cosack vom Hochbauamt sagte, die Lösung für die Heizung sei eine besondere Herausforderung gewesen, man habe sich schließlich für eine Wandheizung entschieden. Und weiter: "Es war für uns ein ganz besonderes Bauvorhaben." Es sei gelungen, die historische Architektur Max Böhmes in eine zeitgemäße Nutzung zu überführen.

Der katholische Dekan Roland Huth freute sich über die neuen Räume der Ruhe und der Trauer. "Der Tod gehört zum Leben", sagte der evangelische Dekan Stefan Kirchberger. Friedhöfe seien aber keineswegs nur Orte der Trauer, sondern auch Stätten der Hoffnung." Die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernahmen Bojana Blohmann und das Ensemble "Die Einfühlsamen".


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