Coburg
Wirtschaft

Einigung über Sozialplan bei Gaudlitz in Coburg

Laut Geschäftsführung wurde ein "umfangreiches Paket" geschnürt. Wie dieses im Detail aussieht und wie viele der rund 260 Arbeitsplätze verloren gehen, ist aber noch nicht bekannt.
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Wie geht's weiter bei Gaudlitz in Coburg? Details zum jetzt ausgehandelten Sozialplan erfahren die Mitarbeiter am kommenden Montag.
Wie geht's weiter bei Gaudlitz in Coburg? Details zum jetzt ausgehandelten Sozialplan erfahren die Mitarbeiter am kommenden Montag.

Die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat bei der Firma Gaudlitz über einen Sozialplan konnten jetzt doch "erfolgreich" abgeschlossen werden. Das hat das Unternehmen am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung wissen lassen. Vor zwei Wochen noch hatte die Geschäftsführung diese Verhandlungen abgebrochen und für gescheitert erklärt. Hintergrund ist ein geplanter Stellenabbau bei dem traditionsreichen Kunststoffteilehersteller, der derzeit noch rund 260 Mitarbeiter am Standort Coburg hat. Zu hören ist immer wieder, dass aufgrund sinkender Umsätze und einer damit verbundenen "Restrukturierung" rund 100 Stellen abgebaut werden sollen. Seit Anfang September laufen deshalb die Verhandlungen über einen Sozialplan. Dieser regelt, wie ein möglicher Arbeitsplatzverlust für die Betroffenen abgefedert werden kann - zum Beispiel durch Abfindungen oder auch die Gründung einer Transfergesellschaft.

Details erst am Montag

Bei Gaudlitz gestalteten sich diese Verhandlungen äußerst schwierig, die Fronten zwischen Geschäftsführung und dem Betriebsrat waren zeitweise völlig verhärtet. Entsprechend überraschend dann die Mitteilung am Freitagnachmittag. In dieser ist von "intensiven Gesprächen" die Rede und von einem "umfangreichen Paket", das geschnürt worden sei - es bestehe aus Abfindungen, Arbeitsplatzvermittlungen sowie der Einrichtung einer Transfergesellschaft. Die Formulierung der Gaudlitz-Geschäftsführung, wonach "der Großteil der Arbeitsplätze" erhalten bleibe, klingt zwar gut, wäre bei einem Abbau von 100 der 260 Arbeitsplätze aber auch keine besondere Wendung im Tauziehen der vergangenen Wochen.

Die Geschäftsführung spricht in der Mitteilung außerdem davon, dass sie in den Verhandlungen zu "deutlichen Zugeständnissen" bereit gewesen sei und "die Hand noch weiter ausgestreckt" habe. Inwieweit das der Betriebsrat genauso sieht, ist noch nicht bekannt.

Jürgen Apfel, der als Bevollmächtigter der IG Metall die Verhandlungen eng begleitete und immer wieder unterstützte, sagte am Freitag auf Anfrage des Coburger Tageblatts: "Dass es zu einer Einigung gekommen ist, ist grundsätzlich zu begrüßen." Zu Details möchte er sich öffentlich allerdings erst dann äußern, wenn die Belegschaft über den Sozialplan informiert ist. Eine solche Information ist für kommenden Montag geplant.

Die Gaudlitz GmbH ist seit 1937 spezialisiert auf die Herstellung hochpräziser, kundenspezifischer Kunststoffteile und -systeme für die Medizin- und Automobilindustrie. Am Standort Coburg in der Callenberger Straße sind derzeit rund 260 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere Tochterunternehmen sind in China, der Tschechischen Republik und den USA ansässig.

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