Neu- und Neershof
Bürgerverein

Eine Wahl und ein Missverständnis in einem Coburger Stadtteil

Der Coburger Stadtteil Neu- und Neershof hat eine neue Ortssprecherin: Melanie Becker. Und dann suchte eine 100-Euro-Spende einen Empfänger.
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Die Coburger Bürgermeister Thomas Nowak, Norbert Tessmer und Birgit Weber (von links) reichen der neuen Ortssprecherin Melanie Becker (Zweite von links) symbolisch die Hand, mit dem Versprechen, sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterstützen. Fotos: Edwin Meißinger
Die Coburger Bürgermeister Thomas Nowak, Norbert Tessmer und Birgit Weber (von links) reichen der neuen Ortssprecherin Melanie Becker (Zweite von links) symbolisch die Hand, mit dem Versprechen, sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterstützen. Fotos: Edwin Meißinger
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Der Coburger Stadtteil Neu- und Neershof hat eine neue Ortssprecherin. Melanie Becker wurde mit 100 Prozent Zustimmung bei der Ortsversammlung am vergangenen Montagabend gewählt.

Becker ist 36 Jahre jung, verheiratet, Mutter dreier Kinder und studiert an der Hochschule Coburg im letzten Semester "Integrative Gesundheitsförderung". 36 anwesende Wahlberechtigte stimmten in geheimer Wahl ab, ob die bisherige Ortssprecherin auch das politische Amt ausüben solle. Becker war die einzige Kandidatin und hatte sich in den letzten Jahren intensiv für Neu- und Neershof eingesetzt.

Alle Coburger Bürgermeister, OB Norbert Tessmer, Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber, Dritter Bürgermeister Thomas Nowak und der Amtsleiter des Rechtsamts Coburg, Willi Kuballa, waren bei der Ortsversammlung anwesend. Oberbürgermeister Norbert Tessmer erinnerte daran, dass der ehemalige Ortssprecher Siegfried Derks im Mai plötzlich gestorben sei. Die Ortsversammlung legte eine Gedenkminute ein. Melanie Decker habe kraft ihres Amtes als Ortssprecherin Zutritt zu allen Stadtratssitzungen, erklärte Tessmer. Er lud Becker ein, sich nach wie vor für Neu- und Neershof einzusetzen und die Kommunikation mit der Stadt fortzuführen. Das Amt bleibe vorerst bis zur Neuwahl des Stadtrates (30. April 2020) bestehen.

Theoretisch wären insgesamt 215 Personen wahlberechtigt gewesen. Jeder Neu- und Neershofer hätte eine Stimme bei der Wahl zur Ortssprecherin gehabt.

Kontaktperson für alle Stadtteilbewohner

Es sei ihr wichtig, für alle Neu- und Neershofer Ansprechpartnerin zu sein, für alteingesessene und für Neubürger, sagte Melanie Becker. "Mein Ziel ist es, hier alle Menschen zu erreichen. Ich denke, dass es Sinn macht, Neu- und Neershof wieder näher an Coburg heranzurücken", betonte Becker. Sie sieht ihren Stadtteil momentan noch etwas abgehängt. Becker kam nach etlichen Jahren in Coburg wieder nach Neu- und Neershof zurück. Zusammen mit Mann, Kind und Kegel, wie sie es ausdrückte. Mit Kegel war in diesem Fall wohl der zur Familie gehörende Hund gemeint. Inzwischen lebt die junge Familie im ehemaligen Haus von Beckers Großmutter.

Auf die Frage, was sie oder der Bürgerverein für die jungen Leute Neu- und Neershofs bieten könnten, verwies sie darauf, dass das Mehrzweckhaus irgendwann umgebaut werden solle und einen eigenen Jugendraum erhalten werde. Schon jetzt gebe es für die Kinder beziehungsweise Familien mit Kindern eine Kinder-WhatsApp-Gruppe. Auch habe bereits eine Osternestaktion für die Kinder beim Osterbrunnenfest stattgefunden. Des Weiteren seien Halloween-Umzüge veranstaltet und Kastaniensammeln für die Jüngeren organisiert worden und für alle Neu- und Neershofer finde seit drei Jahren eine Dorfweihnacht statt. Auch für die Stadtteilzeitung setzt sich Becker intensiv ein.

Während der Versammlung verkündete Fabian Denk, dass er eine private Spende für die Stadt Coburg habe. Damit sich die Stadt andere als diese intensiv leuchtend gelben Blumenkästen am Rathaus anschaffen könne.

Teil einer Kunstaktion

Als er dem Bürgermeistertrio seine Spendenabsicht erläuterte, blickten diese leicht betroffen drein. Oberbürgermeister Norbert Tessmer erklärte, dass diese Blumenkästen Teil der Kunstaktion "Beedabei" seien, bei der es um den Erhalt der Bienen gehe. Aus der Versammlung ertönte fröhlich der Ruf: "Ja, das habe ich in der Zeitung gelesen, er aber nicht." Nur ganz kurz stellte sich die Frage, wohin jetzt mit der 100-Euro-Spende? Fabian Denk stimmte schließlich dem Vorschlag des Oberbürgermeisters zu, dieses Geld dem Bürgerverein für seine Aktivitäten zukommen zu lassen.

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