LKR Coburg
Ideen

Eine Ruine als Ort der Kreativität

Mehrere innovative Architekturentwürfe gibt es im Zweiländermuseum Rodachtal in Streufdorf, Landkreis Hildburghausen, zu bestaunen.
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Die Studierenden präsentierten ihre Entwürfe im Vorfeld den Verantwortlichen des Projekts. Foto: Pressestelle Hochschule Coburg
Die Studierenden präsentierten ihre Entwürfe im Vorfeld den Verantwortlichen des Projekts. Foto: Pressestelle Hochschule Coburg
Für Studierende der Architektur an der Hochschule Coburg ging es im vergangenen Wintersemester hoch hinaus. Sie entwarfen eine Aussichtsplattform für die Burgruine auf dem Straufhain, dem 449 Meter hohen Berg im südthüringischen Landkreis Hildburghausen. "Die Förderung von regionaler Architektur und Baukultur ist uns als Lehrende der Hochschule Coburg ein besonderes Anliegen", sagt Prof. Roger Karbe, der das Projekt betreut. Bei dem Konzept für eine begehbare Aussichtsplattform mit angegliederter Informationsstätte als Witterungsschutz mussten die Studierenden einige Vorgaben beachten.


Denkmalschutz zu beachten

So ist die Burgruine denkmalgeschützt. In den Bestand darf nicht baulich eingegriffen werden. Auch das Gesamterscheinungsbild des landschaftsprägenden Straufhains als markanter Orientierungspunkt durfte nicht beeinträchtigt werden. Für die Planung war es deshalb erforderlich, eine ausgewogene Balance zwischen ökonomischen und gestalterischen Anforderungen zu finden. "Diese anspruchsvolle Aufgabe haben die Teilnehmer mit großer Motivation und Umsicht gemeistert und viele kreative Ideen geliefert. Für innovative konstruktive Lösungen in der Ruine, aber auch für einen möglichen zukünftigen Umgang mit dem Straufhain selbst als Denkmal der Geschichte", so Professor Karbe.

Obwohl der Straufhain nahe der berühmten Heldburg sowie bei Bad Rodach liegt und durch seine prägnante Kegelform ins Auge sticht, ist er im Coburger Land weitgehend unbekannt. Ebenfalls unbekannt ist die ursprünglich bedeutende Stellung der Burganlage als mittelalterliche Grenzbefestigung. Seit der Bronzezeit besiedelt, diente der Berg bereits den Germanen als Opferplatz für ihren Gott Strufa.


Im DDR-Sperrstreifen

Um 800 wurde eine erste hölzerne Wehrburg errichtet, die im 12. Jahrhundert ausgebaut und zur Blütezeit geführt wurde. Danach verlor die Burg Strauf an Bedeutung und wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine saniert.
Später lag die Burg im Sperrstreifen der ehemaligen Staatsgrenze der DDR. In dieser Zeit wurde sie völlig überwuchert und war nahe am Verfall.
Die Mitglieder des Freundeskreises Straufhain bemühen sich seit 1990 um Sanierung, Erhalt und publizistische Darstellung der Ruine und ihrer Geschichte. Bis heute ist die Ruine ein Mahnmal gegen Krieg und Verwüstung.
Die Ausstellung wird am Donnerstag, 1. März, um 13 Uhr eröffnet.

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