Bad Rodach
Feier

Eine kleine Eiche erinnert an ein großes Ereignis

Zu besonderen Anlässen wird oft ein Baum gepflanzt. So ein besonderer Anlass war der 30. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Bad Rodach und Adelhausen.
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Bürgermeister Tino Kempf (Straufhain) trug die geschichtsträchtige kleine Eiche an den Gästen der Feierstunde vorbei, damit diese einen ungehinderten Blick auf das besondere Bäumchen werfen konnten. Foto: Martin Rebhan
Bürgermeister Tino Kempf (Straufhain) trug die geschichtsträchtige kleine Eiche an den Gästen der Feierstunde vorbei, damit diese einen ungehinderten Blick auf das besondere Bäumchen werfen konnten. Foto: Martin Rebhan
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In der Nähe der ehemaligen Grenzbefestigung zwischen Bad Rodach und Adelhausen fanden sich am vergangenen Montag auf Thüringer Seite zahlreiche Bürger und Politiker ein, um an historischer Stelle eine Eiche ins Erdreich zu bringen. Ein Baum war auch vor Ort, gepflanzt wurde er allerdings noch nicht.

Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher erklärte, dass man die kleine Eiche, die gerade einmal 40 Zentimeter aus dem Boden ragt, nur symbolisch pflanze, da man befürchten müsse, dass das zarte Gewächs nicht angeht, gestohlen oder von Vandalen zerstört wird.

Aus deutscher Botschaft in Prag

Der kleine Baum hat etwas ganz besonders Geschichtsträchtiges aufzuweisen: Er stammt aus der deutschen Botschaft in Prag. Jener diplomatischen Vertretung, in die sich vor 30 Jahren viele Menschen geflüchtet hatten, um dem Regime der DDR den Rücken zu kehren. Unter ihnen war auch die Familie Petzold, die in Breitenau ein neues Zuhause gefunden hat und es sich nehmen ließ, der Feier beizuwohnen.

Dass das Bäumchen den Weg nach Adelhausen gefunden hat, ist nach Worten von Bürgermeister Ehrlicher Rainer Möbus (Bad Rodach) zu verdanken, der "jemanden kennt, der wieder jemanden kennt". Ehrlicher erläuterte, dass die kleine Eiche nach der Zeremonie in eine Baumschule komme, dort etwa zehn Jahre "aufgepäppelt" werde, um eventuell am 40. Jahrestages an dem dafür angedachten Platz eingepflanzt zu werden.

Bad Rodachs gute Entwicklung

Tobias Ehrlicher, sein Amtskollege Tino Kempf aus Straufhain und Pfarrer Christian Rosenzweig nahmen den Jahrestag zum Anlass, ihre Sicht auf das besondere Ereignis zu schildern. Ehrlicher betonte, dass sich die Kurstadt ohne die Grenzöffnung nicht so positiv entwickelt hätte. Er dankte den Menschen, "die die Angst abgeschüttelt haben und gegen die Unterdrückung in der DDR aufgestanden sind".

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