Die Hochschule Coburg hat sich in den vergangenen Jahren im Fachgebiet Soziale Arbeit "deutschlandweit einen sehr guten Ruf" erarbeitet, wie Margareta Bögelein stolz feststellt. Aktuell würden die Kompetenzen in diesem Bereich sogar noch weiter ausgebaut. "Die Hochschule wird damit in Nordbayern zu einem wichtigen Zentrum für die Ausbildung von Sozialarbeitern und klinischen Heilpädagogen", so die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit.
Ein weiteres Mosaik in diesem ehrgeizigen Plan ist, dass Christine Kröger, eine Expertin für Glücksspielsucht, als Professorin gewonnen werden konnte. Aber wer ist diese Frau?
Nun, Christine Kröger schaut gerne genau hin, wenn sie auf Menschen trifft. Ihre Fachgebiete sind die Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Seit knapp einem Jahr vertritt die 40 Jahre alte Professorin die Lehrgebiete Klinische Sozialarbeit und Heilpädagogik sowie psychologische Grundlagen in der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg. Für ihre Lehrtätigkeit hat sich die Psychologin Einiges vorgenommen. So ist eines ihrer wichtigsten Anliegen, ihren Studierenden "mit Spaß und Begeisterung" fundiertes Fachwissen zu vermitteln. Im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit gehe es darum, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, Fragestellungen auch aus einer psychologischen Perspektive zu betrachten. "Das ist wichtig, weil viele Absolventen es in ihren späteren Arbeitsbereichen mit Menschen in komplexen Belastungssituationen zu tun haben. Es ist eine große Herausforderung, zu diesen Menschen eine Beziehung aufzubauen und den persönlichen Kontakt zu gestalten", so die Expertin.
Die Erfahrungen, die sie selbst nach Abschluss ihres Psychologie-Studiums an der TU Braunschweig sowie bei freiberuflichen Forschungstätigkeiten sammeln konnte, möchte sie jetzt an ihre Studierenden weitergeben. So hat sich die aus Nordrhein-Westfalen stammende Psychologin detailliert mit der Evaluation von psychosozialen Interventions-, Präventions- und Weiterbildungsangeboten beschäftigt. Dazu gehörte insbesondere die Qualitätssicherung in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie der Gestaltung hilfreicher Beratungsprozesse. In der Praxis hat sie einige Jahre im "Café Beispiellos", einer Berliner Beratungsstelle für Glücksspiel-Süchtige gearbeitet. Dort leitete Christine Kröger eine abstinenzorientierte Gruppe für Betroffene, übernahm Einzel- und Paargespräche sowie Kriseninterventionen. "Viele Betroffene kamen leider erst, wenn sich die Krise bereits zugespitzt hat und zum Beispiel die Partnerin sich scheiden lassen will, der Arbeitgeber schon gekündigt hat oder die Schulden überborden", erinnert sie sich und betont immer wieder den Bezug zur Praxis, den sie auch in ihrer Lehre vermitteln möchte.
Deshalb begrüßt Kröger den neuen Bachelor-Studiengang "Klinische Heilpädagogik" an der Hochschule, der zum Wintersemester 2012/13 in Kooperation mit der Fachakademie für Heilpädagogik des Beratungs- und Behandlungszentrums in Würzburg realisiert wird.

Neuer Studiengang


Das neue Angebot ist konzipiert wie ein dualer Studiengang. Nach zwei Jahren Fachakademie-Ausbildung, die zum Abschluss als staatlich anerkannter Heilpädagoge führt, haben Absolventen die Möglichkeit, in vier weiteren Semestern den Bachelor zu erwerben.
"Wir erleben in der Praxis, dass die Anforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe immer anspruchsvoller geworden sind. Es ist ein Bedarf entstanden, der nur durch eine entsprechende Fachkompetenz aufgefangen werden kann", weiß Christine Kröger. "Ich habe auch eine Idee davon, wie dieses Arbeitsfeld aussieht und wie es sich aus den unterschiedlichsten Gründen verändert", sagt sie und kann sich gut vorstellen, zukünftig dieses Thema forschungsmäßig näher zu beleuchten. Eine weitere Perspektive wäre für sie, eine Kooperation mit der Beratungsstelle für Glücksspieler in Coburg zu schaffen.