Coburg
Ernestinum

Eine Abi-Rede gibt's nicht im Netz

97 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Ernestinum wurden in der Aula der Hochschule Coburg verabschiedet.
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Bei 21 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ernestinum steht eine Eins vor dem Komma.  Cindy Dötschel
Bei 21 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ernestinum steht eine Eins vor dem Komma. Cindy Dötschel

Mit dem "Rama Lama Ding Dong"-Song eröffnete das Männerensemble unter der Leitung von Veronika Schleicher die Verabschiedung des diesjährigen Abiturjahrgangs des Gymnasiums Ernestinum.

Weil Rektor Bernd Jakob die Abiturrede in diesem Jahr nicht "so leicht von der Feder oder, besser gesagt, von der Tastatur gehen" wollte, habe er auf YouTube nach einem Tutorial gesucht, sagte er. "Fündig wurde ich - man möchte fast sagen: natürlich - bei Google", scherzte der Rektor, der sich selbst als "modernen, volldigitalen Schulleiter" bezeichnete.

Der Artikel, der ihm bei Google vorgeschlagen wurde, führte allerdings nicht zum gewünschten Erfolg. Deshalb stellte er sich schließlich die Frage, was die Abiturientinnen und Abiturienten am 28. Juni, dem "Friday, der in ihre Future führt" bräuchten? "Von allen Antworten, die man auf diese Frage geben kann, ist mir heute eine besonders wichtig: Mut und Selbstvertrauen", sagte Jakob.

Handwerkslehre oder Studium

Seiner Meinung nach hätten alle Abiturienten Grund, mutig in den nächsten Lebensabschnitt zu gehen. Mit dem Abitur hätten sie unter Beweis gestellt, dass sie anspruchsvolle Herausforderungen erfolgreich meistern können - und das in den verschiedensten Gebieten. "Sie haben Vokabeln gepaukt, historische Cartoons analysiert, das Lösen quadratischer Gleichungen geübt und vieles mehr", lobte Jakob. Auch Gesellschaftswissenschaften, Kunst, Musik und Sport seien Teil des Abiturs gewesen, sagte der Rektor weiter.

Für ihn sei es jedes Jahr aufs Neue spannend zu hören, was die Abiturienten sich vorgenommen haben. "Auch dieses Mal war alles dabei: von der Schreinerlehre über das Maschinenbaustudium bis zur Medizin", zählte der Rektor auf. Keine Generation vorher hätte aus so vielen Möglichkeiten wählen können. Jakob forderte die Abiturienten auf, herauszufinden, was sie wirklich können und wirklich wollen. "Weichen Sie nicht Ihren eigenen Träumen aus, indem Sie vordergründige Entschuldigungen vorschieben, sondern überlegen Sie sich, welchen Weg Sie wirklich gehen wollen", sagte Jakob abschließend, dann würde sich auch ein Weg finden.

Mit dem Schiff in der Karibik

Ann-Kathrin Wöhner und Moritz Hayler hielten stellvertretend die Rede für die insgesamt 97 Abiturientinnen und Abiturienten. Die Rede war passend zum Abimotto "Abi heute - Captain Morgan - Endlich Rum" thematisch an die Piraterie angelehnt. Wöhner und Hayler verglichen die letzten zwei Jahre in der Oberstufe mit Captain Jack Sparrows Jagd nach seinem verlorenen Schiff. Der Pirat ist bekannt aus der Filmreihe "Fluch der Karibik". Das Schiff sei im Fall der Abiturienten die allgemeine Hochschulreife, der "verzweifelt entgegen vieler Herausforderungen" hinterhergejagt wurde. An manchen Tagen seien Stürme aufgezogen und Mitstreiter über Bord gegangen. Während Pirat Jack Sparrow zuletzt in einem Gefängnis landete, seien die Abiturienten in der Oberstufe nachmittags meist freigelassen worden. "So schlimm war's dann in der Regel doch nicht", meinten Wöhner und Hayler.

Über 20 Einser-Abiturienten

Mit einem Notendurchschnitt von 1,9 oder besser schlossen Lucia Altmann, Hüseyin Basal, Max Ole Elliger, Jonas Elsner, Cora Ennes, Nadine Fischer, Matthias Fritsch, Albert Gaßmann, Leonie Gillot, Moritz Hayler, Fabian Kestel, Alicia Müller, Angelina Rädlein, Lea Schöppach, Constantin Thüngen-Reichenbach, Christian Traut, Victoria Vorderwülbecke, Elena Wolf, Lena Würstlein, Elias Zeltner und Tim Zetzsche ihr Abitur ab.

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