Witzmannsberg
Aufführung

"Ein verflixter Koffer" hält Witzmannsberg auf Trab

Kriminalfall, übereifriger Polizist, feine Damen, die sich als Hochstaplerinnen entpuppen und gar noch ein Filmteam im Dorf - im neuen Stück der Witzmannsberger ist viel Stoff für turbulente Szenen drin.
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Die "Trächer" Truppe macht viel Theater um einen ominösen Koffer voller Scheine. Foto: Gabi Bertram
Die "Trächer" Truppe macht viel Theater um einen ominösen Koffer voller Scheine. Foto: Gabi Bertram
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Ein Banküberfall im sonst beschaulichen Dorf sorgt für gehörigen Wirbel, und der übereifrige Polizist Stoppel verdächtigt alle und jeden. Dabei wird der Koffer mit dem Geld gestohlen, vertauscht, umgefüllt und wieder geklaut. "Ein verflixter Koffer" heißt das Theaterstück, das Wilfried Reinehr schrieb und von der Trächer Laienspielgruppe heuer in Szene gesetzt wird.


Seit Ende August wird eifrig geprobt



Zum zweiten Mal führt Stefan Franz Regie. Seit Ende August wird eifrig geprobt und das mindestens einmal pro Woche. Mittlerweile steht auch das Bühnenbild, gestaltet von Liane Thalmeyer, einer freischaffenden Künstlerin. Wer genau hinsieht, wird ganz sicher verblüffende Ähnlichkeiten mit dem kleinen Ort Witzmannsberg entdecken können. Vielleicht hat sich die turbulente Geschichte um den Banküberfall, den Filmdreh, den geklauten Geldkoffer und um die zwei rivalisierenden Gasthäuser am Ende gar dort abgespielt?


Jetzt kommt der Feinschliff



"Der Text sitzt", erklärt der Regisseur und arbeitet in den letzten Tagen vor der Premiere mit seinen Schauspielern noch am Feinschliff. Action muss in jede Szene, Bewegung, ausdrucksstarke Mimik und Gestik. Da arbeitet jeder an sich selbst mit, bringt nicht nur ein, was ihm die Rolle sagt, sondern was er selbst zur Rolle zu sagen hat. So entsteht wie in jedem Jahr ein Stück aus dem Stück.


Mehr oder weniger erfahren


Die neun Hobbyschauspieler sind allesamt bühnenerfahren, die einen mehr, die anderen weniger. Julia Gutgesell ist zum zweiten Mal bei den Trächern mit von der Partie und sammelt noch Erfahrungen. Felix Höllein, der ebenfalls im vergangenen Jahr sein Bühnendebüt gab, hat mit der Rolle des Maximilian Weinstein die zweitgrößte Männerrolle zu spielen.


Resolute Wirtin



Keine leichte Aufgabe, aber Stefan Franz bescheinigt den beiden Fast-Neulingen, dass sie gut in ihre Rollen hineinwachsen. Von Anfang an, nämlich seit 28 Jahren, stehen Andreas Geisthardt, der den Filmregisseur Lenz mimt, und Sabine Schmidt als resolute Wirtin Josefine Hirsch auf der Bühne. Von der Tratschtante über die Wirtin, sagt Sabine Schmidt, hat sie schon alles gespielt. Heuer sind neben Sabine Schmidt und Stefan Franz als Wirts-Konkurrenten, Felix Höllein und Julia Gutgesell als Wirtssohn nebst G'spusi, Andreas Geisthardt als Regisseur Lenz, Ingrid Funk als Frau von Mühlberg, Daniela Griebel als deren Nichte Susi, Jürgen Klüglein als eifriger Polizist Stoppel und Thilo Fischer als der Herr Pfarrer zu sehen. Beate Pochmann wird als Souffleuse aus der Patsche helfen.


Seit 20 Jahren dabei



Stefan Franz selbst spielt im 20. Jahr Theater, hatte zehn Jahre die Regie in Lautertal geführt. Seit vier Jahren spielt er bei den Trächer Laienspielern mit, hat seit zwei Jahren die Regiefäden in der Hand. Vor jeder Premiere, gibt er zu, sei er mit den Nerven fertig: "Da steht immer die Frage, gefällt das Stück dem Publikum oder zerreißen sie uns." Doch Lampenfieber gehört dazu, und zerrissen hat die Trächer auch noch keiner. Im Gegenteil: Die Vorstellungen sind ausverkauft, und das Publikum ist jedes Mal begeistert.

Lampenfieber ist wie eine Droge




Lampenfieber, sagt Stefan Franz, sei eben der Adrenalinstoß, den der Schauspieler braucht, um gut zu sein. "Das ist wie eine Droge.
Der Vorhang geht auf, man tritt auf die Bühne und alles sitzt." Sabine Schmidt fügt hinzu: "Dass der Applaus das Brot des Künstlers ist, stimmt hundertprozentig. Wenn die Leute lachen und klatschen, wenn Szenenapplaus gegeben wird, sind wir glücklich und beflügelt."

Nicht mehr so eng


In diesem Jahr sollen die Tische und Stühle im Saal des Freizeitzentrums sparsamer gestellt werden. Im vergangenen Jahr nämlich, erinnert sich Sabine Schmidt, habe sie von vielen Gästen "Schelte gekriegt", dass es so eng gewesen sei.
Mehr Platz fürs Publikum, dafür eine Vorstellung mehr, so hoffen die Trächer dem Wunsch der Theaterfreunde aus ihrer Fangemeinde in diesem Jahr besser zu entsprechen. Natürlich geht nach den ganzen Turbulenzen und Verwirrungen rund um Geldkoffer, Wirtsleutestreit und zwei feine Damen, die sich als Hochstaplerinnen entpuppen, alles gut aus und völlig unerwartet auch. Das soll aber noch nicht verraten werden. Nur eines: Im verflixten Koffer sind neben Geld jede Menge Witz und Humor.



Die Termine


Aufführungen im Freizeitzentrum Witzmannsberg: Samstag, 10. November, 20 Uhr; Samstag, 17. November, 15.30 Uhr und 20 Uhr; Freitag, 23. November, 20 Uhr; Samstag, 24. November, 20 Uhr; Freitag, 30. November, 20 Uhr; Samstag, 1. Dezember, 20 Uhr.
Kartenvorverkauf bei Sabine Schmidt, Telefon 09565/61226, per E-Mail an theater.eicha@gmx.de
oder an der Abendkasse.

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