Coburg
Altstadtsanierung

Ein tiefes Loch vorm Ketschentor

Die Ketschendorfer Straße wird zwischen Ketschentor und Berliner Platz bis Weihnachten gesperrt. Die Arbeiten beginnen am Dienstag, 20. Februar.
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Der provisorische Gehsteig vor dem Hotel Villa Victoria deutet schon an, wie die Fahrbahn dort verschmälert wird. Foto: Simone Bastian
Der provisorische Gehsteig vor dem Hotel Villa Victoria deutet schon an, wie die Fahrbahn dort verschmälert wird. Foto: Simone Bastian
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Wer die südliche Altstadt erreichen will, muss sich von nächster Woche an auf Umwege einstellen. Denn im Zuge der Innenstadtsanierung wird auch die Ketschendorfer Straße südlich vom Ketschentor erneuert. Die Gehsteige werden breiter, die Fahrbahn schmaler und von Bäumen gesäumt.
Am Dienstag, 20. Februar, werden die Arbeiten beginnen, und dann geht es erst einmal in den Untergrund, wie Dietmar Benkert von den SÜC erläutert. Denn die Straße erhält nicht nur einfach eine neue Asphaltschicht. Auch sämtliche Leitungen im Untergrund werden verlegt. "Wo jetzt Leitungen liegen, sollen der Bordstein und die Bäume hin", fasste Benkert zusammen. Der CEB wird außerdem den Kanal erneuern, und zwar an der westlichen Seite der Ketschendorfer Straße. Wenn das fertig ist, werden an der östlichen Seite neue Fernwärmeleitungen verlegt, und zwar in vier Metern Tiefe. Deshalb beginnen die Arbeiten nicht im Straßenraum, sondern mit Bohrungen direkt vorm Ketschentor. Dabei soll ermittelt werden, wie die Baugrube für die Fernwärmeleitung gesichert werden muss, "damit uns nicht das Ketschentor hineinstürzt", wie Benkert erläuterte.
Auf der alten, nicht mehr benötigten Fernwärme-Trasse werden dann Gas- und Wasserleitungen verlegt, allerdings nur auf dem Teilstück von der Schützen- bis zur Ahorner Straße. "Wenn alles wunderbar planmäßig läuft, wären wir bis Ende Juni fertig", sagt Benkert. Dann wären sogar noch zwei Wochen Pufferzeit bis zum Sambafestival drin, denn bis dahin soll die Straße auf alle Fälle wieder provisorisch offen sein, um den Umzug zu ermöglichen.
Erst danach beginnt der eigentliche Straßenbau, und der wird sich voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten hinziehen. 21. Dezember lautet hier der Zieltermin. Erst im Zuge dieses Straßenbaus werden unter den Gehsteigen die Elektroleitungen neu verlegt.
Fußgänger werden die Ketschendorfer Straße während der gesamten Bauzeit nutzen können. Kraftfahrer müssen aber außen herum. "Wir stellen die Erreichbarkeit der Innenstadt sicher", verspricht Ordnungsamtsleiter Kai Holland. Allerdings werden die Umleitungen wechseln (siehe unten). Die SÜC-Busse werden währen der gesamten Bauzeit weder die Haltstelle "Justiz" in der Ktschendorfer Straße noch den Albertsplatz bedienen.
Fürs Lutherjahr verschoben
Eigentlich hätte die gesamte Baumaßnahme schon im Jahr 2017 laufen sollen. Doch wegen der Landesausstellung und dem Reformationsjubiläum wurde der Löwenanteil davon ins Jahr 2018 verschoben. Lediglich erste kleinere Projekte wurden umgesetzt, erläutert Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO), der Trägerin des Stadtsanierungsprojekts Ketschenvorstadt. Die Beleuchtung des Ketschentors, die Treppenaufgänge, der Vorgarten der "Villa Victoria" und die Verlegung des Gehwegs an dieser Stelle gehörten zu diesen ersten Maßnahmen. Grund war, dass die Regierung bereits einen Zuschuss von rund einer halben Million Euro bewilligt hat. Damit dieses Geld nicht verfällt, musste mit der Gesamtmaßnahme wenigstens begonnen werden.
Es werden nicht die letzten Arbeiten im Bereich der Ketschenvorstadt sein. Pfuhlmann zufolge stehen noch die Außenanlagen fürs künftige Bildungshaus Lutherschule am Ernstplatz auf der Agenda. "Die Obere Ketschengasse ist natürlich auch noch ein Thema, das Bestandteil des Gestaltungswettbewerbs Ketschenvorstadt war", sagt Pfuhlmann.
Die Sanierung der Ketschenvorstadt ist ein Langzeitprojekt: Zweite Bürgermeisterin und Baureferentin Birgit Weber (CSU) weist darauf hin, dass die "Neuentdeckung der Ketschenvorstadt" schon 2006 begann. Sie und alle übrigen Vertreter der Bauträger und Firmen hoffen auf das Verständnis der Anwohner. Die unmittelbar Betroffenen wurden von den SÜC bereits schriftlich informiert. Die Wohnbau lädt für Dienstag, 6. März, 18.30 Uhr, zu einer Infoveranstaltung in ihr neues Foyer (Mauer 12) ein. Dann, sagt Ullrich Pfuhlmann, würden auch schon die ersten praktischen Erfahrungen mit der Baustelle und ihren Auswirkungen für Anwohner und Geschäfte vorliegen. "Wir wollen sicherstellen, dass die Baustelle nicht nur in der Theorie funktioniert, sondern dass auch die Praxis stimmt."
Die Bauabschnitte in der Ketschendorfer Straße bis zum Sommer
1. 20. bis 23. Februar Sperrung der Ketschendorfer Straße ab Kreuzung Schützenstr./Berliner Platz bis Höhe Ahorner Straße, außerdem Unterbrechung der Casimirstraße wegen Probebohrungen vorm Ketschentor. Die Ahorner Straße ist in dieser Zeit mit umgekehrter Einbahnstraßenregelung Richtung Goethestraße befahrbar. Die westliche Casimirstraße ist Sackgasse und nur von der Goethestraße her zu befahren. Die östliche Casmirstraße ist über die Ahorner Straße und das offene Stück der Ketschendorfer Straße erreichbar. Albertsplatz und Ketschengassekönnen von der Goethestraße (Zinkenwehr) her angefahren werden; Ausfahrt durchs Ketschentor ist möglich.

2. 26. Februar bis 8. April Die Ketschendorfer Straße ist von der Einmündung Schützenstraße (Berliner Platz) bis kurz vor der Einmündung der Casimirstraße gesperrt (siehe Grafik). Die Casimirstraße ist durchgängig in beide Richtungen befahrbar. Albertsplatz und Ketschengasse sind von der Goethestraße her erreichbar (umgekehrte Einbahnregelung).

3. Voraussichtlich 9. April bis 29. Juni Vollsperrung der Ketschendorfer Straße zwischen Berliner Platz und Ketschentor. Ahorner Straße und westliche Casimirstraße sind Sackgassen und in beide Richtungen befahrbar. Die östliche Casimirstraße ist über die Obere Anlage erreichbar. Die Zufahrt zum Albertsplatz ist von der Goethestraße her möglich. Die Ketschengasse ist in beide Richtungen befahrbar; wer aus der Altstadt wieder hinaus fahren will, muss das über Metzger- und Judengasse tun.
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