Itzgrund
Video-Tagebuch

Ein Itzgrunder im Cowboyland: Neuer Video-Blog für inFranken.de

Die US-Stadt Shelbyville kennt Yannick Wich bislang nur aus den "Simpsons". Zehn Monate wird der 17-jährige Oberfranke dort leben - und auf Infranken zeigen, wie es einem fränkischen Teenager da so ergeht.
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Wenn Yannick Wich am Donnerstag bei seiner Gastfamilie in den USA ankommt, wird er erst einmal darum bitten, ausgiebig duschen zu dürfen. "Viele Amerikaner denken nämlich, dass Deutsche dreckig sind und sich nicht so gut pflegen", erzählt der 17-jährige Schüler. Seine Austauschorganisation hat ihm geraten, dieses Vorurteil rasch auszuräumen.

Shelbyville?! "Genau, das kennt man von den ,Simpsons‘"

Der sympathische (und äußerst gepflegte) junge Mann mit den dunklen Haaren und den dunklen Augen aus Itzgrund wird seine Heimat für zehn Monate verlassen und ins nordamerikanische Ödland ziehen - nach Shelbyville im US-Bundesstaat Indiana. Shelbyville?! "Genau, das kennt man von den ,Simpsons‘", Yannick grinst. Shelbyville ist in der US-Zeichentrickserie der äußerst unbeliebte Nachbarort von Springfield, wo die Simpsons wohnen.

Und auch sonst konnte man ihm nicht viel Mut machen: "Neulich in Paris habe ich ein paar Amerikaner kennen gelernt. Die meinten, Indiana ist der Bundesstaat, durch den man normalerweise nur durchfährt", Yannick und seine Eltern lachen. "Und sie meinten auch, dass ich wahrscheinlich als Cowboy zurückkommen werde."
Aber der 17-Jährige geht ganz neugierig und offen an die Sache ran - obwohl einiges anders laufen wird als zu Hause: "Bis 21 gilt man in den USA als Kind", erklärt Yannicks Vater Thomas Wich. "Und als solches wird man in den Staaten nicht ernst genommen und soll sich zum Beispiel auch nicht politisch äußern."

Bloß nie die Tür zumachen!

Und dann wäre da noch ein strenges Dating-Verbot: "Treffen mit Mädchen sind nur im Beisein der Gasteltern erlaubt", Yannick lacht. "Und auch nur im Wohnzimmer!" "Und das kennt er so gar nicht", meint sein Vater. "Schon seit der Schulzeit hat er immer mehr Mädchen als Freunde gehabt." Das Dating-Verbot wird Yannick aber leicht fallen, "seit ein paar Wochen hat er nämlich eine Freundin", verrät Mutter Manuela. Ihr Sohn lächelt etwas wehmütig: "Zum Glück gibt's Skype ..."

Viel Zeit wird er in seinem zukünftigen Zimmer allerdings nicht verbringen: "Bei uns ist es ja normal, dass man nach der Schule in sein Zimmer geht und die Tür zumacht." Anders in den USA: "Da gilt man dann als depressiv - so als hätte man ein Problem, über das man mit keinem sprechen möchte."

Yannick will eh lieber viele Ausflüge mit seinen drei neuen Geschwistern unternehmen: Neben Gastbruder und -schwester wird noch eine Austauschschülerin aus Georgien in der Familie leben. "Wir teilen uns sogar ein Bad!" Für das Einzelkind Yannick ist das etwas Neues. Alles, was er in den USA erlebt, will er in seinem Youtube-Blog "Fever" und auf Infranken zeigen: "Besonders die Kulturunterschiede zwischen Franken und Amerika. Und natürlich, was ich während meines Austauschjahrs da drüben alles erlebe, damit ihr einen Eindruck vom amerikanischen Teenager-Leben bekommt."

Und da gelten ganz klare Regeln: no drinking, no driving, no drugs, no dating! Und Yannick darf "drüben" auch keine lebensverändernden Dinge machen: "Dazu gehören zum Beispiel Piercings oder Tattoos." Dafür wird ordentlich viel Fernsehen geschaut: "Man hat uns Austauschschülern gesagt, dass sich die Leute in den USA extra verabreden, um gemeinsam fernzusehen. Ich bin mal gespannt, ob das wirklich stimmt."

Make-up für die braune Ödnis

Fehlen wird ihm das dichte Grün seiner Heimat: "Das Haus meiner Gastfamilie liegt mitten in der Pampa. Und die Landschaft außenrum ist braun", das hat ihm seine Gastmutter schon geschrieben. "Ich habe gehört, dass die Kalifornier das trockene Gras mit grüner Farbe ansprühen!" Ob auch die Bewohner von Shelbyville zur Sprühdose greifen?! Dann wird Yannick das für seinen Video-Blog "Fever" dokumentieren!

Link: Hier geht es zum Blog "Fever"!


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