Um auf dieses breite Feld aufmerksam zu machen, hat die Bundesvereinigung Logistik den 19. April zum Tag der Logistik erklärt. "Zwar ist das Produkt noch immer der wichtigste Schlüssel zum Erfolg, aber die Bedeutung der Logistik ist stark gewachsen", erklärt Michael Kaiser, Leiter Logistik bei Kaeser Kompressoren. Dort informierten sich Firmenvertreter auf Einladung der IHK zu Coburg, wie das Unternehmen, einer der weltweit führenden Kompressorenhersteller und Druckluftsystemanbieter, seine Intralogistik organisiert hat.
Für Rico Seyd von der IHK zu Coburg geht es in diesem Zusammenhang aber auch noch um Energieeffizienz: Wie lassen sich die Abläufe so gestalten, dass sie möglichst wenig Strom verbrauchen? Und - für viele Unternehmen ebenso wichtig: "Wir wollen zeigen, dass dieser Bereich viele interessante Aufgaben und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Das ist wichtig bei der Suche nach Fachkräften und Nachwuchs." Dank moderner Technik sei das Berufsfeld außerdem auch für Frauen geeignet.
Bei Kaeser Kompressoren habe es früher in der Logistik historisch gewachsene Lagerbereiche und Strukturen gegeben, erklärt Logistikleiter Michael Kaiser rückblickend. "Ziel der Neustrukturierung war es, eine kompakte Lösung zu finden." Heute ist die Logistik des Unternehmens in einem einzigen Bereich zusammengefasst, mit Anbindung an die verschiedenen Produktionszentren und an ein Hochregallager.
Wo einst Stapler ihre Runden drehten, schnurren heute durch die Hallen zwölf fahrerlose Transportsysteme, die bis zu zwei Tonnen Gewicht ins Hochregallager tragen können. Auf dem Weg dorthin wird automatisch ihr Transportgut vermessen und gewogen. Dann weist das System einen Stellplatz im Hochregallager zu. Das Lagerverwaltungssystem optimiert die Belegung der freien Plätze im Hochregallager und weiß jederzeit, wo sich welche Palette befindet.
Ihren Weg finden die Fahrzeuge über einen Leitdraht, der im Boden verlegt ist. Steht jemand oder etwas im Weg, stoppen sie automatisch. Ganz ohne Menschen kommen die Transportsysteme aber doch nicht aus: Von einem Leitstand aus steuern und überwachen Mitarbeiter die Anlage.
Neben dem Distributionszentrum besichtigten die Gäste auch Teile der Produktion, wo ständig an der Optimierung von Prozessen im Wareneingang und der Montage gearbeitet wird. "Kurz und knackig soll der Materialfluss sein, mit kurzen Wegen", erläutert Kaeser-Mitarbeiter David Wilder. In "seiner" Montagehalle werden täglich zahlreiche Kompressoranlagen zusammengebaut und nach der Endmontage eine Stunde lang unter Volllast geprüft. Hat ein Kompressor alle Tests durchlaufen, kommt er über Kettenförderer auf das fahrerlose Transportsystem, das die Anlagen vollautomatisch in Richtung Hochregallager fährt.
Auch das ist Logistik: Vor der Auslieferung an den Kunden verpacken Kaeser-Mitarbeiter die Kompressoranlagen, legen Dokumente und Betriebsanleitungen bei. Ein Mitarbeiter ist dafür zuständig, die Containerbeladung so zu planen, dass kein Stauraum verschenkt wird und dass auch das Gleichgewicht passt, damit die wertvolle Fracht unterwegs keinen Schaden nimmt.