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Coburg
Stabilisierung

Ein "Bohrturm", aber kein Erdöl in Coburg

Eine Maschine bohrt derzeit 60 Löcher in den Untergrund der Gabelsberger Straße in Coburg. Betonpfähle sollen ein Abrutschen der Böschung verhindern.
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Ein Bohrgerät baut derzeit 60 Betonbohrpfähle an der Gabelsberger Straße ein. Damit wird die Böschung vor weiteren Setzungen und Abrutschungen gesichert. Die Arbeiten dauern bis Jahresende. Foto: C. Winter
Ein Bohrgerät baut derzeit 60 Betonbohrpfähle an der Gabelsberger Straße ein. Damit wird die Böschung vor weiteren Setzungen und Abrutschungen gesichert. Die Arbeiten dauern bis Jahresende. Foto: C. Winter
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Zwischen 12,5 und 15,5 Meter lang, 90 Zentimeter stark und 60 Stück - die Zahlen beeindrucken. Eine Wand aus massiven Betonpfählen wird die Gabelsberger Straße vor dem Abrutschen bewahren.

Die Straße führt von der Adamistraße hinauf zur Hochschule Coburg. Bei den Studierenden ist sie ein beliebter Fußweg in die Stadt. "Im Bereich der Böschung hat die Straße große Schäden, da sich die Böschung zur Adamistraße setzt und auch abrutscht", erklärt Gerhard Knoch vom Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB). Um die Straße dauerhaft zu sichern, muss die Böschung stabilisiert werden.

Der Hang zur Stadtautobahn ist als Biotop ausgewiesen, Eingriffe in den Pflanzenbestand sind deshalb nicht erlaubt. Aus diesem Grund kam nur der Bau einer Bohrpfahlwand infrage, weil sie Bäume und Sträucher weitgehend schont.

Die insgesamt 60 Löcher bohrt eine mächtige Maschine in den Untergrund. Anschließend werden die Stahlbewehrungen und der Beton in die Löcher eingebracht. Die Bohrpfähle haben untereinander einen Abstand von 0,7 bis 1,5 Meter und werden oben mit einem 75 Zentimeter breiten Balken aus Beton verbunden. Darauf folgt schließlich ein Geländer mit einer Höhe von 1,10 Metern.

Verkehrsberuhigter Bereich

Die mächtige Wand aus Betonpfählen wird eine Länge von 100 Metern haben. Sobald die Bohrpfähle fertiggestellt sind, wird die Straße zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet. "Davon profitieren besonders die Fußgänger", meint Gerhard Knoch. Im Januar vor vier Jahren hat der Bau- und Umweltsenat den Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb mit Planung und Bau beauftragt.

Die Straße, die sich Fußgänger und die Fahrzeuge der Anwohner teilen, ist nach dem Ausbau mindestens vier Meter breit. Vor den Häusern werden Parkplätze mit zwei Metern Breite aus gebrauchtem Granitgroßpflaster sowie ein 0,5 Meter breiter Schrammbord entstehen. Ferner werden die vorhandenen Laternen durch LED-Leuchten ersetzt.

Gesamtkosten: 1,85 Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen insgesamt 1,85 Millionen Euro, wobei der Freistaat Bayern einen Teil bezuschusst. Die Bauzeit wird bis zum Jahresende andauern.

Während der Bauarbeiten werden die Anwohner der Gabelsberger Straße mit einigen Behinderungen leben müssen. Denn das Bohrgerät wird die gesamte Breite der Straße einnehmen, Durchgangsverkehr wird nicht möglich sein. Dazu kommen noch die Steigung der Straße mit bis zu 13 Prozent und der Baustellenverkehr. Je nachdem, an welcher Stelle gearbeitet wird, sollen die Anwohner ihre Häuser über das Gelände der Hochschule erreichen können.

Drei bis fünf Monate Bauzeit werden für die Bohrpfähle veranschlagt. Danach folgt der Straßenbau mit nochmals einem Vierteljahr.

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