Großgarnstadt
Kirche

Ebersdorfer Pfarrer predigt zum Abschied in der Haushaltsschürze

Pfarrer Peter Mierdel hat über Jahrzehnte hinweg das christliche Leben in und um Ebersdorf nachhaltig geprägt. Jetzt ging er in Ruhestand.
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Dekan Stefan Kirchberger (rechts) dankte Birgit Mierdel für die Unterstützung ihres Mannes in all den Jahren als Untermerzbacher Pfarrer. Foto: Edwin Meißinger
Dekan Stefan Kirchberger (rechts) dankte Birgit Mierdel für die Unterstützung ihres Mannes in all den Jahren als Untermerzbacher Pfarrer. Foto: Edwin Meißinger
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Am vergangenen Sonntag wurde Mierdel mit einem großen und bunten Festgottesdienst in der Großgarnstadter Kirche verabschiedet. Die Kirchengemeinde bereitete ihrem beliebten Pfarrer einen sehr persönlichen und liebevollen Abschied.

Peter Mierdel war fast ein Vierteljahrhundert an seiner letzten Wirkungsstätte eingebunden - genau 24 Jahre und 11 Monate. Die Lesung aus dem Lukasevangelium nahm der Geistliche gleich als Predigttext. Es geht darin um die Einladung einer wichtigen Persönlichkeit zu einem großen Abendessen. Allerdings wollte oder konnte keiner der Geladenen konnen, jeder hatte seine Gründe und Ausreden. Da lud der Gastgeber alle Randgruppen der Gesellschaft zu seinem Festmahl ein.


Predigt in der Haushaltsschürze


Mierdel betrat die Säulenkanzel in einer Haushaltsschürze und verwies darauf, dass er als Oberknecht oftmals "der Ött" im Dienste seines Herrn sei. In seiner Predigt führte er aus, dass Gott den Menschen in allen Lebenslagen helfen möchte. Zudem gebe es durch Jesus Christus immer wieder Vergebung und die Möglichkeit eines Neuanfangs mit Gott.

Der Kinderchor "Gotteskinder" und der Gospelchor "Plenty Go(o)d" bereicherten den Gottesdienst mit ihren Liedern.


Die Liebe gelebt


Dekan Stefan Kirchberger nahm die Verabschiedung vor. Er verwies darauf, dass Peter Mierdel gut 37 Jahre als Pfarrer unterwegs war. Der Dekan stellte einen Vers aus dem ersten Korintherbrief in den Mittelpunkt. Dort steht: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Diese Liebe habe Mierdel gelebt. Der Dekan dankte auch der Familie des Pfarrers für die Unterstützung und Begleitung. An Ehefrau Birgit Mierdel überreichte er einen bunten Blumenstrauß.

Grußworte überbrachten Pfarrer Rolf Roßteuscher aus Niederfüllbach und Pfarrerin Auguste Zeiß-Horbach aus Grub am Forst, die auch die Worte der Gruber Vertrauensfrau Andrea Huxoll mit dem Akkordeon begleitete. Huxoll wies auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Mierdel hin. Roßteuscher bezeichnete Mierdel als Freund, Bruder und Kollegen.


Manager und Seelsorger


Auch Bürgermeister Bernd Reisenweber dankte dem scheidenden Pfarrer für seinen kreativen und lebensbejahenden Dienst. Als Pfarrer in Großgarnstadt sei er nicht nur eine geistliche Instanz gewesen, sondern habe auch als Manager, Seelsorger und auf weiteren Ebenen gewirkt. "Die Menschen fragen danach, wie sie ein sinnvolles Leben führen können", stellte der Bürgermeister heraus. Mierdel habe Antworten gegeben.

Auch der Vertrauensmann der Großgarnstadter Kirchengemeinde, Hubert Heymann, sprach sich emotional bewegt und äußerst positiv über die Arbeit des Pfarrers aus. Er sei Mentor für viele andere Pfarrer gewesen, habe die christliche Botschaft gut verständlich rübergebracht und mit seiner Gitarre manchen Gottesdienst begleitet. "Ich kann mit Fug und Recht sagen: Sie waren ein Segen für die Kirchengemeinde Großgarnstadt."


"Die Rente ist erreicht"


Zum Schluss des Festgottesdienstes ließ es sich Peter Mierdel nicht nehmen, sich mit der Gitarre von seiner Gemeinde zu verabschieden. So sang er "Goodbye Garnstadt, goodbye, auf Wiederseh'n, der Abschied fällt nicht leicht. Was ihn ein bisschen leichter macht, die Rente ist erreicht."

Als Vertretung in der Vakanz steht ab dem 10. Juli Pfarrer Peter Trapp bereit. Bis zum genannten Zeitpunkt übernimmt Pfarrerin Auguste Zeiß-Horbach die Betreuung der Gemeinde.
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