Lahm im Itzgrund
Natur

Drama im Itzgrund: Storch stirbt an Stromschlag - Hätte die Leitung gesichert sein müssen?

Einer der beiden im Lahm (Gemeinde Itzgrund) brütenden Störche hat an einer Stromleitung einen tödlichen Stromschlag erlitten. Das Unglück hätte laut Landesbund für Vogelschutz vermieden werden können.
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Nun steht er alleine da: Es wird wohl nicht mehr lange  dauern, bis der Lahmer Storch nach dem Verlust seines Brutpartners den Itzgrund verlassen wird.  Foto: Hans-Peter Schönecker
Nun steht er alleine da: Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der Lahmer Storch nach dem Verlust seines Brutpartners den Itzgrund verlassen wird. Foto: Hans-Peter Schönecker

Ein Tier-Drama hat sich bei den erst seit heuer auf einem Schlot neben der Schlosskirche brütenden Störchen ereignet. Wie Hans-Peter Schönecker, der Storchenbeauftragte der Coburger Kreisgruppe im Landesbund für Vogelschutz (LBV), dem Coburger Tageblatt mitgeteilt hat, ist einer der Vögel beim Kontakt mit einer Stromleitung bei Hemmendorf ums Leben gekommen.

Mit Stromleitung in Berührung gekommen

Der Storch dürfte am Mittwoch oder Donnerstag mit der stromführenden Leitung in Berührung gekommen sein und gleichzeitig Massekontakt gehabt haben - so etwas endet mit einem tödlichen Stromschlag.

LBV sauer: Mittelspannungsmasten müssen gesichert sein

Hans-Peter Schönecker ist ziemlich sauer, dass so etwas passieren konnte: "Durch gesetzliche Vorgaben wurden alle Netzbetreiber verpflichtet, bis 2012 alle vogelgefährlichen Mittelspannungsmasten nach aktuellem Stand der Technik flächendeckend nachträglich zu sichern." Im Itzgrund scheint dies wohl nicht geschehen zu sein.

Das Unglück dürfte aller Wahrscheinlichkeit das Ende der Storchenbrut in Lahm - dem jüngsten Storchenstandort im Landkreis Coburg - bedeuten. Direkt nach der Unglücksmeldung ist der Storchenbeauftragte nach Lahm gefahren. Dort haben sich seine Befürchtungen bestätigt: Auf dem Kaminhorst stand ein Storch, der erkennbar suchend und unruhig in die Umgebung schaute. Er wartete wohl auf seinen Partner.

Was passiert mit den Eiern?

Dabei sah alles so gut aus, bedauert Hans-Peter Schönecker: "Durch unsere Beobachtungen sind wir sicher, dass im Horst mehrere Eier liegen, die bisher von dem Storchenpaar bebrütet wurden." Obwohl derzeit immer wieder Störche unterwegs sind, gehen die Vogelfreunde im Itzgrund davon aus, dass der tote Storch aus dem Lahmer Horst stammte.

Und nun? Hans-Peter Schönecker gibt sich keinen Illusionen hin: "Der verbliebene Partner wird das Gelege und den Standort nun aufgeben. Er weiß, dass er alleine nicht in der Lage ist, das Brutgeschäft erfolgreich fortzusetzen."

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