Untersiemau
Gemeinderat

Die Ziegelsdorfer leben gefährlich

Die Bürger des Untersiemauer Ortsteils Ziegelsdorf beklagen, dass ihre Ortsdurchfahrt gefährlich sei. Der Gemeinderat ist auf der Suche nach Lösungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Ortsdurchfahrt Ziegelsdorf weist auf der gesamten Länge keinen Bürgersteig auf. Obwohl verdeckte Messungen ergaben, dass 27 Prozent der Fahrzeuge die Geschwindigkeit überschreiten, lässt sich die Untere Straßenverkehrsbehörde auf keine Beschränkung ein.  Foto: Norbert Karbach
Die Ortsdurchfahrt Ziegelsdorf weist auf der gesamten Länge keinen Bürgersteig auf. Obwohl verdeckte Messungen ergaben, dass 27 Prozent der Fahrzeuge die Geschwindigkeit überschreiten, lässt sich die Untere Straßenverkehrsbehörde auf keine Beschränkung ein. Foto: Norbert Karbach

Die Bewohner des Gemeindeteils Ziegelsdorf fühlen sich mehr als unsicher. Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Rathaus wies Ortssprecher Rüdiger Mayer eindringlich auf das Gefahrenpotenzial der etwa 300 Meter langen Ortsdurchfahrt hin. Die Bürger verstünden nicht, dass die jahrelange Beschränkung auf 30 km/h aufgehoben worden sei, sagte Mayer. Und das bei dieser verhältnismäßig engen Straße, unübersichtlichen Kurven und vor allem keinem Zentimeter Bürgersteig!

Diese Straße nutzten täglich neben Autos überbreite landwirtschaftliche Fahrzeuge und auch Schwerlastverkehr, führte Mayer aus. Laut Auskunft des Landratsamtes, so Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU), seien für eine Kreisstraße Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h unrechtmäßig. Der Ortssprecher entgegnete: "Warum ist dies in anderen Ortschaften der näheren Umgebung - auch bei Kreisstraßen - möglich, jedoch nicht in Ziegelsdorf?"

Die Räte waren sich einig, dass seitens der Gemeinde Untersiemau überlegt werden solle, welche Möglichkeiten es gibt, die gefährliche Stelle zu entschärfen. Sie fragten sich, wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer dazu gebracht werden könnten, mit angemessener Geschwindigkeit durch den Gemeindeteil zu fahren. Die Sicherheit von Fußgängern müsse jedenfalls entscheidend verbessert werden. In die Gedankengänge soll auch die untere Straßenverkehrsbehörde einbezogen werden.

"Einfache Dorferneuerung"

In Untersiemau selbst geht es auch um die Ortsdurchfahrt, die Kreisstraße CO 28. Der Bürgermeister berichtete über den Sachstand und Hoffnung keimte auf im Gremium. Das Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg habe der Gestaltung der Nebenflächen und der Anlage eines Geh- und Radwegs zugestimmt. Diese Maßnahmen finden im Rahmen der "Einfachen Dorferneuerung Untersiemau II" statt. Unter Berücksichtigung der momentan laufenden Projekte "Erschließung Gewerbegebiet Nord" und "Kreisverkehrsplatz" sei mit dem Beginn erster Baumaßnahmen jedoch nicht vor 2020/21 zurechnen.

Inzwischen wurde bei der Sitzung der Beschluss gefasst, die Einleitung einer Dorferneuerung mit begrenzter Aufgabenstellung für den Gemeindeteil Obersiemau und dessen Ortsdurchfahrt zu beantragen. Der Maßnahmenumfang soll nach weiteren Vorgesprächen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung festgelegt werden.

Toilettenanlagen

Auf Empfehlung des Ausschusses für Infrastruktur, Bauen und Umwelt (IBU) fasste der Gemeinderat folgenden Beschluss: In den gemeindlichen Friedhöfen Untersiemau und Scherneck werden die Toilettenanlagen nach den vorgestellten Planungen saniert und umgebaut. Sanitärobjekte werden umgehend ausgetauscht. Weitere Arbeiten zur Frostsicherheit, Barrierefreiheit und so weiter sollen bis spätestens Ende 2019 umgesetzt werden. Kosten für die Maßnahmen: Für Untersiemau fallen mit Einbau einer Behinderten-Toilette etwa 26 000 Euro und für Scherneck, ebenfalls mit Behinderten-Toilette, 27 000 Euro an.

Rolf Rosenbauer Informierte, dass die Arbeiten zur Mittagsbetreuung für die Grund- und Mittelschule im Zeitsoll seien. "Ich bin guten Mutes, dass die Räume bis 11. September bezugsfertig sind!" Bisher sind an Kosten dafür gut 18 000 Euro angefallen. Dazu kämen noch der Einbau entsprechender Brandmelder (6700 Euro) sowie die Kosten für die Arbeiten des Bauhofs.

Dagegen wird es im Untergeschoss mit der Renovierung nichts. "Aufgrund der hohen Kosten müssen wir uns leider von dieser Lösung verabschieden", bedauerte der Bürgermeister. Vorgesehen war, dort für die Kindergärten ein zusätzliches Raumangebot zu schaffen. Architekturbüro, Kirchengemeindeamt sowie Kindergarten-Aufsicht am Landratsamt suchten mit Hochdruck nach einer anderen Lösung, um zusätzliche Räume zu schaffen.

Die Schulstraße in Scherneck weist in mehreren Teilbereichen große Schlaglöcher und Risse auf. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Nach Empfehlung des Ausschusses IBU beschloss der Gemeinderat, die Straße auf einer Länge von 100 Metern auf voller Breite zu sanieren. Die Arbeiten werden im Rahmen der kleinen Tiefbaumaßnahmen durchgeführt und kommen auf geschätzte Baukosten von rund 21 000 Euro.

Gemeinderat in Kürze

Gewerbegebiet Nord: Eine Geländekuppe im entstehenden Gewerbegebiet Nord, insgesamt 14 000 Kubikmeter, muss abgetragen werden. Die Arbeiten wurden vergeben. Kosten: Rund 100 000 Euro. Darin ist die Erschließung enthalten.

Neuer Untersiemau-Bus: Die Gemeinde bestellt ein neues Kombitransport-Fahrzeug Ford Transit Custum zum Preis von gut 30 000 Euro. Das Fahrzeug wird etwa Mitte 2019 geliefert. Dazu gehören eine ausfahrbare Einstiegshilfe, eine Anhänger-Kupplung sowie ein Satz Winterreifen.

Feuerwehr Scherneck: Ein geeignetes wasserführendes Fahrzeug wünscht sich die Schernecker Wehr. Der Antrag wird zunächst dem Kreisbrandrat zur Stellungnahme vorgelegt.

Feuerwehr Weißenbrunn: Der bisherige Kommandant Matthias Stark tritt aus privaten Gründen von seinem Ehrenamt zurück. Der Termin für die Wahl eines neuen Kommandanten ist für den 13. Oktober, 20 Uhr, vorgesehen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren