Heldritt
Theater

Die Waldbühne Heldritt wird zum Irrenhaus

Auf der Waldbühne Heldritt feierte die Komödie "Pension Schöller" Premiere. Im Irrenhaus gibt es wahrlich skurrile Gestalten.
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Alles aufgeklärt: Klapproth und sein Neffe, der noch die große Liebe findet Foto: Gabi Bertram
Alles aufgeklärt: Klapproth und sein Neffe, der noch die große Liebe findet Foto: Gabi Bertram
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Wenn jedermanns Macken in der Psychiatrie landen würden, wären wir alle drin in der "Anstalt". Willkommen in der "Pension Schöller". Am Samstagabend feierte die Waldbühne Heldritt eine weitere grandiose Premiere. Regisseur Michal Sykora hat in diesem Jahr die Komödie "Pension Schöller" in Szene gesetzt, und die Akteure des Heimatvereins laden das Publikum ein in ein Haus mit einer wahrlich skurrilen Gästeschar. Da ist Phillip Klapproth, den Rainer Möbus in gewohnt professioneller Weise Mimik und Gestik verleiht, gerade richtig. Klapproth will nämlich mal eine Irrenanstalt von innen sehen, und da haben sein Neffe Alfred (Tizian Späth) und der Kellner Johann (Ludwig Lorenz) auch schon eine Idee. Denn wer sich da gerade in der Pension der Direktorin Schöller (Karin Bodirsky) die Klinke in die Hand gibt, geht durchaus als "verrückter Laden" durch. Aber bei Klapproth selbst geht es mit seiner Schwester Ulrike (Heike Gareis) und deren beiden Töchtern Franziska (Nadine Fischer) und Ida (Burcu Karabulut) auch nicht anders zu. Irgendwie alles Bekloppte, dabei doch eben ganz normal, wie du und ich.

Schwärmender Weltreisender

Da gibt es den Bernardy (Mario Förster), einen schwärmenden Weltreisenden, oder den abgedankten Major (Peter Maser), ein echt komischer Vogel, die kurzsichtige Schriftstellerin (Kerstin Ritz), stets auf der Suche nach neuem Stoff, oder den Bruder der Schöller (Björn Grebita), der sich zur Schauspielerei berufen fühlt. Übrigens wohl eine der schwierigsten Rollen, denn dieser Bruder hat einen Sprachfehler, setzt anstelle des "l" immer ein "n" und sorgt damit für Lachsalven im Publikum. Hat er super gemacht, aber hoffentlich bleibt das nicht so ... Und dann ist da noch Schöllers Schwägerin Amalie (Andrea Bätz) mit Töchterchen Friedrike (Celin Gernet), die sich einreihen in die bunte Schar. Heike Gareis schlüpft zwischendurch noch in die Rolle der vollbusigen echauffierten Sängerin Luise. Bei all den merkwürdigen Gestalten glaubt sich Klapproth tatsächlich in einer Irrenanstalt, und die Welt beginnt Purzelbäume zu schlagen.

Eine überaus witzige Komödie mit großer Mimik und hervorragenden Schauspielern auf der Bühne, die den ganz normalen Wahnsinn des Lebens in seinen merkwürdigen Facetten spiegeln. Am Ende gab es einen Riesenapplaus und viel Jubel im Publikum. Das wird ein verrückter Sommer auf der Waldbühne.

Noch 14 Termine

Noch 14 Mal lädt die "Pension Schöller" ein. Karten und Termine gibt es im Internet auf der Seite der Waldbühne.


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