Coburg

Die Probleme des Coburger Sports

"Einzelanträge werden der Gesamtsituation nicht gerecht!": Jürgen Heeb, Vorsitzender des Sportverbands Coburg, kritisiert die jüngsten Vorstöße im Stadtrat
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Einer der Haufen des Anstoßes im Dr.-Stocke-Stadion: Es sind so viele Regenwürmer im Rasenplatz, dass an Fußballspielen nicht zu denken ist.  Foto: CT-Archiv
Einer der Haufen des Anstoßes im Dr.-Stocke-Stadion: Es sind so viele Regenwürmer im Rasenplatz, dass an Fußballspielen nicht zu denken ist. Foto: CT-Archiv
Regenwürmer im Stocke-Stadion: Das verärgerte bislang vor allem die Verantwortlichen des FC Coburg, die deshalb vor einiger Zeit zum Lokaltermin in die Sportanlage an der Wiesenstraße gebeten hatten. "Offensichtlich hat der Vorstoß des FC Coburg in Richtung der Kommunalpolitik für ein partielles Aufsehen gesorgt, so dass sich einige Stadträte gemüßigt fühlen, Anträge zu stellen, die der Gesamtsituation nicht gerecht werden", kommentiert nun Jürgen Heeb, Vorsitzender des Sportverbands Coburg und selbst Mitglied des Stadtrats (Wählervereinigung Pro Coburg, WPC).


Regenwürmer altes Problem

Heeb verweist in seiner Stellungnahme, die er am Mittwoch verschickte, zunächst darauf, dass Vereine die Möglichkeit hätten, ihre Sorgen und Nöte im Sportverband kundzutun. Der agiere als Dachverband der Coburger Vereine und greife anstehende Probleme auf, "soweit diese bekannt gemacht werden", schreibt Heeb. "Dies scheint offensichtlich immer noch nicht allen Verantwortlichen bekannt zu sein, man wählt lieber den Weg der Öffentlichkeit." Das Problem selbst - nämlich so viele Regenwürmer im Rasenplatz, dass dieser nicht bespielbar ist - sei allerdings nicht neu, schreibt Heeb. Allerdings sei es in diesem Jahr stärker ausgeprägt als sonst. Aktuell würden CEB und Grünflächenamt prüfen, ob bauliche Probleme dafür die Ursache seien. Außerdem würden weitere Maßnahmen veranlasst, wie Belüftung und Besandung. Und: "Dieses Problem, wenn auch nicht in dieser Ausprägung, findet man aktuell auf vielen Fußballplätzen der Region."
Heeb betont, dass dem FC Coburg Alternativen angeboten "werden und wurden", wie der Kunstrasenplatz (im Stocke-Stadion) und die Benno-Benz-Sportanlage. "An Ausweichmöglichkeiten fehlt es nicht." Dem FC Coburg mit seinem Jugendleistungszentrum würden "alle benötigten Sportanlagen zur Verfügung gestellt und dies zu sehr günstigen Konditionen", schreibt der Sportverbandsvorsitzende. "Viele Fußball-Vereine in Coburg, die eigene Sportstätten betreiben, wären froh über diese Möglichkeiten."
Deshalb, so Heeb, unterstütze die Stadt zu Recht alle Vereine, denn das, was die Vereine vorhalten, könne die Stadt überhaupt nicht stemmen. Viele Sportstätten würden auch dem Schulsport dienen, gibt der Sportsverbandsvorsitzende zu bedenken. Und: Die städtische Sportförderung sei in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent reduziert worden.
Die Fraktion der Christlich-sozialen Bürger (CSB) hatte auf den Lokaltermin des FC Coburg hin beantragt, den Rasenplatz zu sanieren und ein neues Umkleidegebäude im Stadion zu errichten. "Angeblich, weil die Schulen hier Probleme mit dem Altbestand hätten", kommentiert Heeb. "Auf Nachfrage beim Schulamt und beim Sportamt liegen dort bisher keine Forderungen vor." Ja, es habe Schäden gegeben, unter anderem einen Wassereinbruch, aber der sei umgehend behoben worden. Auch wenn die Umkleidehäuser in die Jahre gekommen seien, würden sie von der Stadt immer noch gepflegt, gereinigt und bauseits unterhalten.
Allerdings räumt Heeb auch ein: "Zukunftsträchtig ist das nicht." Deshalb habe der Sportverband hier schon vor zwei Jahren eine Lösung gefordert. "Alle damaligen Bestrebungen fanden jedoch keine politische Mehrheit. Es wurde geschoben und gestrichen, alles unter dem Spardiktat. Heute wissen wir, dass es in naher Zukunft keine Floßangerhalle mit einer Anbindung an die Dr.-Stocke-Anlage geben wird, da die BGS-Halle mittelfristig weiterbetrieben wird."
Insgesamt aber habe sich die Situation für die Coburger Vereine verschlechtert, fasst Heeb zusammen. "Wir haben jetzt eine neue Angerhalle, ohne Zuschauerkapazität, ohne Gymnastikraum etc.!" Diese neue Angerhalle steht an der Ecke Bamberger/Karchestraße. Die frühere Angerhalle an der Schützenstraße, eine Dreifachsporthalle mit Tribüne für 1000 Zuschauer, wurde außer Betrieb genommen. Vor diesem Hintergrund fordert Heeb: "Konzepte aufstellen und diese auch konsequent verfolgen, statt Einzelinteressen gerecht zu werden."
Es sei letztlich im eigenen Interesse der Stadt, die Vereine beim Unterhalt ihrer Sportstätten zu unterstützen, ist Heeb überzeugt. "Wenn wir dies nicht tun, so werden wir schon bald mehr Plätze und Sportheime in städtischer Verwaltung haben, als uns lieb ist." Auch die Vereine seien gefordert: "Hier müssen wir neue, intelligente Lösungen über die Vereinsgrenzen hinaus suchen. Alle Vereine brauchen uns, wir aber auch die Vereine, für unsere Jugend, für alle Sportler, die auch immer älter werden", schließt der Sportsverbandsvorsitzende. sb
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