Coburg

Die Metapher für das Auf und Ab: Thomas Huber in Coburg

Warum er und sein Bruder das Bergsteigen zur Mission gemacht haben und was man aus diesem Extremsport lernen kann, erklärte Thomas Huber.
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Thomas Huber klettert gerne - am liebsten natürlich an einem Berg, zur Not aber auch mal an einem Biertisch. Foto: Christoph Winter
Thomas Huber klettert gerne - am liebsten natürlich an einem Berg, zur Not aber auch mal an einem Biertisch. Foto: Christoph Winter

"I möcht' euch a G'schicht erzähl'n", beginnt Thomas Huber, "von am Berg". Auf der Bühne des Landestheaters steht ein sportlicher Mann mit langen Haaren. Hinter ihm: atemberaubende Bilder von eisigen Bergen, gewaltiger Natur, Schnee und Gipfeln. Der Bergsteiger erzählt heute von seinem Leben. Von seinen Besteigungen, seinen Erfolgen und Niederlagen. Und erinnert das Publikum dabei immer wieder daran, worum es wirklich im Leben geht. Und die Zuschauer hören ihm gespannt zu. Er muss es schließlich wissen.

Denn was könnte eine bessere Metapher sein für das Auf und Ab des Lebens als das Besteigen eines Berges. 487 Menschen sitzen im Zuschauerraum des Coburger Landestheaters und unterstützten damit zugleich einen guten Zweck. Denn die Einnahmen der Benefizveranstaltung, die von Round Table Coburg, speziell den "Old Tablers" organisiert wurde, kommen dem Projekt "School Water" zugute. Insgesamt 10000 Euro werden dem Kinderbeauftragten und Moderator der Veranstaltung, Thomas Apfel, überreicht. Damit sollen in Zukunft Wasserspender an garantiert allen Coburger Schulen installiert werden.

"Ganz persönlich: Auf ein Gespräch mit Thomas Huber" lautet der Titel des Abends. Persönlich, spannend und auch lustig. Immer wieder bringt der Bergsteiger das ganze Theater zum Lachen. Nicht nur durch seine witzigen Geschichten, sondern auch durch die "lässigen" Bilder, die währenddessen im Hintergrund zu sehen sind. Egal ob es sich um sexy Bilder mit ernstem Blick handelt (natürlich oberkörperfrei) oder um verwuschelte Haare, die in alle Himmelsrichtungen abstehen: Thomas Huber ist sich für keinen Witz zu schade und punktet mit viel Selbstironie - noch dazu in sympathischem Oberbayerisch.

Angewidert vom Andrang am Mount Everest

Doch natürlich ist der Abend keine Komödie. Zumindest nicht nur. Nein, Huber schafft eine angenehme Balance zwischen Humor und Philosophie, und spannende Klettergeschichten kommen dabei auch nicht zu kurz. Faszination liegt in der Luft. Die Eiger-Nordwand, Ogre III, Ogre I, El Capitan - Huber hat schon so einige Gipfel bestiegen. Aber was ist eigentlich mit dem Mount Everest? "Da will ich gar nicht hin", sagt er und zeigt ein Bild von einer überfüllten Besteigung des Berges. In einer Reihe, ganz dicht stehen sie hintereinander. Sich da einreihen? Nichts für Thomas Huber. "Das hat für mich nichts mehr mit Bergsteigen zu tun", sagt er und schüttelt nur den Kopf. "Ich geh an die Wände, wo keiner ist. Ich will neue Wege gehen!" Neue Wege erfordern natürlich auch Mut. Ein Wort, das dem Bergsteiger besonders am Herzen liegt. Einst schenkte ihm seine Tochter einen kleinen Stein mit der Aufschrift "Mut". Immer trägt er ihn bei sich - auch beim Klettern. Doch was heißt eigentlich Mut? "Nicht zweifeln, Arschbacken zusammenkneifen und endlich mal durchziehen!", ruft er energisch.

Dann wird er still, nachdenklich: "Aber Mut kann auch sein: Abzusteigen, um wieder aufzusteigen." Aufsteigen, mutig sein, Gutes tun. Auch für unser Klima, das dem Naturliebhaber am Herzen liegt.

"Ich glaube an die Zukunft", sagt Huber am Ende seines Vortrags. Aber für eine Veränderung reiche nicht nur ein einziger Schritt, sagt er. "Welcher Berg ist schon mit einem Schritt bestiegen worden? Dafür braucht es viele Schritte!"

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