Die globale Wirtschaft verliert an Fahrt. Das zeigt sich auch bei den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in Franken. "Die Dynamik wird auch im kommenden Jahr spürbar gebremst sein", sagte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Arbeitgeberverbände VBM und BayME in der Region Oberfranken-West. Aktuell bewerteten die Unternehmen der Branche die Geschäftslage weniger gut als noch im Sommer des vergangenen Jahres. Nur noch 61 Prozent sprechen zum Beispiel in Oberfranken von guten Geschäften.

Was die Erwartungen angeht, so sind die Unternehmer zumindest vorsichtig optimistisch. Nur wenige Prozent gehen momentan von einer Verschlechterung aus. Mehr als 60 Prozent rechnen mit keiner Veränderung der eingetrübten Lage.

Autoindustrie schwächelt

Am schlechtesten bewertet wird die aktuelle Geschäftslage in der bisher so verwöhnten Automobilbranche. Auch die Elektronikindustrie beurteilt die aktuelle Situation eher negativ. Dagegen sind die Hersteller elektrischer Ausrüstungen außerhalb der Autoindustrie und die Produzenten von Metallerzeugnissen zufrieden.

Die gute Nachricht laut Kaeser: "Eine Drosselung der Produktion ist nicht geplant." Rund ein Drittel der M+E-Betriebe in Oberfranken will den Output erhöhen. Für die gesamte bayerische M+E-Industrie prognostizieren die Arbeitgeberverbände heuer einen Produktionsanstieg von 1,25 Prozent. Das ist spürbar weniger als in den zurückliegenden Jahren (2018: knapp zwei Prozent, 2017: 5,2 Prozent).

"Es besteht keine Abschwächung des Wachstums", sagte Kaeser. "Die Unternehmer werden nach wie vor das investieren, was nach ihrer Erwartung notwendig sein wird." Dennoch ist die Investitionsneigung in Franken wie im Rest Bayerns gesunken. Das gilt laut den Arbeitgeberverbänden auch für die Außenstandorte.

21 Prozent in Oberfranken ohne Gewinn

Was die Ertragslage angeht, so haben laut Kaeser in Oberfranken 14 Prozent der Firmen im vergangenen Jahr Verluste geschrieben, weitere sieben Prozent seien über eine schwarze Null nicht hinausgekommen.

Was kontinuierlich wächst, ist die Beschäftigung, wenn auch etwas langsamer. Die M+E-Branche kommt seit einiger Zeit von einem Allzeithoch ins nächste. In Bayern arbeiteten zum Jahresende 870 000 Menschen in Metall- und Elektrobetrieben. In Oberfranken entstanden 2018 rund 1500 neue Arbeitsplätze (inzwischen 61 000 Beschäftigte), in Unterfranken 1000 (92 000) und in Mittelfranken 3500 (130 000). "Für 2019 prognostizieren wir in Oberfranken einen Beschäftigungsaufbau von 500 auf fast 62 000", sagte Kaeser.

Exportquote Bayern: 61,1 Prozent

Der Arbeitskräftemangel sei ein ernstzunehmendes Problem. Das erkläre auch die Beschäftigungspläne der Unternehmer, sagte Kaeser. "Jeder wird versuchen, die gut ausgebildeten Fachkräfte zu halten, auch wenn es mit der Konjunktur mal wieder ein paar Monate nach unten geht."

Die mit einem Anteil von 61,1 Prozent exportstarke M+E-Industrie im Freistaat bangt aktuell, wie es in Sachen Brexit und Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht.