Großgarnstadt
Bauernverband

Die Fechheimer Landjugend feierte ihr 70-jähriges Bestehen

Frisch, frech und 70 Jahre jung präsentierte sich die Landjugend Fechheim bei ihrem Festkommers in Großgarnstadt.
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Fast sah es  so aus, als könnten die Görschnitzer fliegen.  Foto: Edwin Meißinger
Fast sah es so aus, als könnten die Görschnitzer fliegen. Foto: Edwin Meißinger
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Gwendolin Renner und Victor Rauch, Mitglieder des Festausschusses, hießen die jungen und älteren Gäste im 2000-Mann-Festzelt zur Feier des 70. Geburtstages der Landjugend Fechheim am vergangenen Donnerstagabend herzlich willkommen. Renner wies darauf hin, dass ein Landjugendleben durchschnittlich zehn Jahre betrage. Von daher sei die heutige Landjugend Fechheim bereits in der siebten Generation aktiv. "Die Landjugend schafft es seit 70 Jahren immer wieder, die Jugend zu begeistern", sagte die Gweni, wie sie gerne genannt wird.

Tradition und Zusammenhalt spielten bei der Landjugend eine wesentliche Rolle. Das hob auch der Ebersdorfer Bürgermeister und Schirmherr der Festveranstaltung, Bernd Reisenweber, deutlich hervor. Er betonte, die Landjugend habe neue Ideen und Frische in die heimatliche Gesellschaft eingebracht. So organisiere sich die Landjugend eigenverantwortlich, was gut sei. Dabei beschränke sich die Landjugend nicht nur auf die eigene Gruppe, sondern wirke gesellschaftspolitisch und trage Verantwortung. "Unsere Jugend ist an Tradition interessiert", betonte Reisenweber und wies damit auf das hohe Engagement und Kulturgut der Volkstänze hin.

Darüber hinaus stellte er das sogenannte Charly-Mobil vor, das von der Gemeinde Ebersdorf angeschafft wurde und unter anderem zum Transport hilfsbedürftiger Senioren genutzt werden könne. Mithilfe der Spendengelder des VdK und weiterer privater Spender konnte dieser Charly-Bus angeschafft werden. In die Fahrerliste hätten sich ganz spontan zehn Freiwillige eingetragen.

Gwendolin Renner unterstrich, dass die Landjugend sich ohne staatliche oder kommunale Subventionen selbst finanziere. Reisenweber betonte mit leichtem Schalk im Nacken: "Liebe Gweni, du hast gesagt, es gibt keine Zuschüsse. Das liegt vielleicht daran, dass ihr in Fechheim angemeldet seid. In Großgarnstadt wäre es vielleicht anders." Danach überreichte er dem Moderatenteam eine flache Glückwunschkarte mit monetärem Inhalt. Diesem Beispiel schlossen sich im Laufe des Abends weitere Ehrengäste nach ihren Grußworten an. Der Coburger Landrat Sebastian Straubel überbrachte auch die Grüße des Landtagsabgeordneten Martin Mittag (CSU) und sämtlicher Kreisräte. Straubel wies auf das hohe Engagement der Landjugend hin. 100 Ehrenamtliche seien an dieser Feier tätig.

Enge Verbundenheit

Auch der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Martin Flohrschütz, lobte die Landjugend. "Wir können stolz auf unsere Landjugend sein", sagte Flohrschütz. Anschließend rief er die Festgäste dazu auf, ihr Glas auf die jungen engagierten Leute zu erheben. Auch die Bezirksvorständin der Landjugend, Chiara Hartmann, und der Vorsitzende des Kreislandjugendverbandes Coburg, Tobias Stelzner, überbrachten Grüße und Glückwünsche. Da die Landjugend Fechheim eng mit der Landjugendgruppe Görschnitz (Markt Weidenberg im Landkreis Bayreuth) verbunden ist, wies deren Vorsitzender Lukas Schöffel auf die Gemeinsamkeiten hin: "Die Görschnitzer und die Fechheimer gehören seit vielen Jahren zusammen." Es sind 51 Jahre. Um die Verbundenheit zwischen Görschnitz und Fechheim zu verdeutlichen, überreichten die Görschnitzer der Gweni und dem Victor ein Landjugendschild, auf dem beide Landjugendgruppen namentlich aufgeführt werden. Darüber hinaus gab es einen Gutschein für eine Sau, die beim gemeinsamen Grillfest gebraten wird. Zudem hatten die Görschnitzer für die Fechheimer einen besonderen Getränkeautomaten konstruiert, bei dem auf der einen Seite Cola und auf der anderen Schnaps herauskomme, wie sie verrieten.

Das Geburtstagsfest der Landjugend Fechheim ging über vier Tage. Die Mitglieder hatten aus der siebzigjährigen Geschichte einige Szenen nachgestellt und einen Film gedreht. Als aus einem Fotoalbum Bilder der Landjugend vor etlichen Jahrzehnten gezeigt wurden, kamen die reiferen Mitglieder ins Schwärmen und Kichern. Und was wäre eine derartige Feier ohne Tanz? Die Tänzer der Landjugend Fechheim, der Landjugendgruppe Görschnitz und die sogenannte Volkstanzgruppe der Altmitglieder Fechheim präsentierten ihr Können. Da wurden die Mädchen von den Jungen im Kreis gedreht. Die Görschnitzer Tänzer ließen ihre Damen teilweise vom Boden abheben. Die Görschnitzer hatten aber nicht nur ihre Tänze mitgebracht, sondern führten die Festgäste in eine Tradition Görschnitzs ein, bei der zum Schluss die Jungen aus Maßkrügen und die Mädchen aus einer Gießkanne tranken.

Zum Schluss moderne Rhythmen

Alle anwesenden ehemaligen Vorsitzenden der Landjugend Fechheim kamen auf die Bühne. Jochen Fischer, Vorsitzender von 2000 bis 2004, versprach der heutigen Landjugend: "Wir sind immer für euch da, wenn ihr Hilfe benötigt." Gerhard Baudler bezeichnete sich als den wohl ältesten Vorsitzenden, der anwesend sei, und dankte den Fechheimern für die Einladung. Zum Schluss tanzte die Fechheimer Landjugend zu moderneren Rhythmen. Die Feiergäste blieben noch lange zusammen und wurden von den "Gaudizockern" mit Musik und Gesang unterhalten.

Auf die Frage, wie man denn so in die Landjugend komme, erzählte Gwendolin Renner: "Man rutscht einfach so rein. Man wird von den Freunden mitgenommen und ist dabei. Am besten einfach ausprobieren." Victor Rauch wies darauf hin, dass in Fürth am Berg jeden Dienstag das Volkstanzen stattfinde, und fügte hinzu: "Jeder ab 15 Jahren ist willkommen. Kommt vorbei und probiert es aus!"

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