Altenhof
Gemeinderatssitzung

Die Brücke in Altenhof beschäftigt den Weitramsdorfer Gemeinderat

110 000 Euro lässt sich Weitramsdorf die Verziehung der Tambach-Brücke kosten. Die Erweiterung der Schule wird teurer.
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Was ist machbar, um den breiteren Ersatzneubau der Altenhofer Brücke an die Hergramsdorfer Straße anzubinden? Davon machten sich die Weitramsdorfer Gemeinderäte vor ihrer Sitzung am Montagabend vor Ort ein Bild. Foto: Bettina Knauth
Was ist machbar, um den breiteren Ersatzneubau der Altenhofer Brücke an die Hergramsdorfer Straße anzubinden? Davon machten sich die Weitramsdorfer Gemeinderäte vor ihrer Sitzung am Montagabend vor Ort ein Bild. Foto: Bettina Knauth
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Wie soll der Ersatzneubau der Altenhofer Brücke in die Hergramsdorfer Straße eingebunden werden? Das versuchten die Weitramsdorfer Gemeinderäte vor ihrer Sitzung am Montagabend bei einem Ortstermin zu klären. Vom kurzen Versatz innerhalb der Baugrube bis zum Vollausbau des Straßenabschnitts vom Feuerwehrhaus bis zur Einmündung in die St 2202 reichten die Varianten.

Mit Flatterband und farbigen Strichen hatte Andreas Ziener vom Ingenieurbüro Koenig + Kühnel trotz strömenden Regens zwei Varianten der sogenannten "Verziehung" der zukünftig zehn Meter langen und fast neun Meter breiten Brücke markiert (zur auf sechs Meter verbreiterten Fahrbahn kommen der zwei Meter breite einseitige Gehweg und 0,75 Meter Bordkappe). Anschließend erläuterte der Bauingenieur dem Gemeinderat im Sitzungsraum des Feuerwehrhauses ausführlich die einzelnen Varianten: Die kleine Lösung mit einer Ausbaulänge von gerade einmal neun Metern und einem Meter Verzug auf beiden Seiten der Brücke würde pro Seite 15 000 Euro kosten (zusammen 30 000 Euro). Die Verziehung von je 28 Metern schlüge mit je 40 000 Euro zu Buche. Den 50 Meter langen Vollausbau von der Brücke bis zur St 2202 berechnete Ziener mit 70 000 Euro (inklusive Einfahrtsbereich), den 80 Meter umfassenden Vollausbau zwischen Brücke und Brunnen mit 120 000 Euro. Dabei handele es sich jeweils um einen grundhaften Ausbau; der Kreuzungsbereich am Feuerwehrhaus werde freigelassen, erklärte der Ingenieur auf Nachfragen. Auch Kombinationen seien möglich. Laut Ziener sind alle Lösungen förderfähig, die Sätze lägen bei der Brückenförderung zwischen 50 und 70 Prozent, beim Vollausbau über die Straßenförderung bei mindestens 50 Prozent. Die genaue Höhe der Fördermittel erfahre die Verwaltung aber erst nach Einreichen des Entwurfs, gab Geschäftsleiter Heiko Geuß zu bedenken.

Ausführlich diskutierten die Räte die verschiedenen Möglichkeiten. Uneinigkeit herrschte dabei über die Beurteilung des Zustands der Fahrbahn: Während Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB) den Abschnitt von der Staatsstraße bis zur Brücke als "relativ gute Straße" einstufte, mit Schäden lediglich im Kreuzungsbereich, verwies Andreas Carl (DGN) auf die vorhandenen Risse. Ulrich Kräußlich (FW) warnte vor einem "Stückwerk", Bauersachs vor dem teuren kompletten Vollausbau: "Wir nähmen 200 000 Euro in die Hand, haben damit aber die Brücke noch nicht gebaut." Letztendlich folgte das Gremium dem Vorschlag von Carl, ab der St 2202 bis zur Brücke die Hergramsdorfer Straße auf sechs Meter sowie den Gehweg auf zwei Meter auszubauen und die Brücke danach lediglich auf 28 Meter zu verziehen. Gegen den Vollausbau des ersten Abschnitts stimmten lediglich der Bürgermeister und Dominic Juck (SPD). Hingegen sprach sich das gesamte Gremium gegen eine große Lösung nach der Brücke aus. Wie Bauersachs hätte hier drei weiteren Räten allerdings statt der 28 Meter langen Verziehung die kleine Lösung gereicht.

Die jetzt mehrheitlich beschlossenen Maßnahmen werden die Kommune insgesamt 110 000 Euro kosten (70 000 Euro für den Vollausbau vor, 40 000 Euro für die Verziehung nach der Brücke). Über die Dimensionierung des Brückendurchlasseses konnte Ziener noch keine Angaben machen, weil die Berechnung des Wasserdurchflusses noch nicht vorliegt.

Teurer wegen Brandschutz

Mit einstimmigem Votum brachte der Gemeinderat die Erweiterung der Hermann-Grosch-Grundschule Weitramsdorf auf den Weg. Zuvor hatte Architekt Lutz Wallenstein (Archi Viva, Coburg) schlechte Nachrichten präsentiert: Schon die Kostenschätzung für den Holzaufbau aufs "Aquarium" und die Anbindung der Lernwerkstatt liegt inzwischen über 100 000 Euro höher. Dafür zeichnen sich vor allem zusätzliche Brandschutz-Maßnahmen verantwortlich. Für besseren Schutz sind eine weitere Wand und Tür sowie zwei Klappen notwendig. Eine nicht zulässige Holzdecke im Treppenhaus muss ersetzt, ein zweiter Rettungsweg für die Turnhalle eingerichtet werden. "Hier besteht Handlungsbedarf, weil es um Menschenleben geht", betonte Wallenstein. Da die Sanierung der Turnhalle in circa drei Jahren sowieso ansteht, möchte der Architekt mit dem Landratsamt verhandeln, ob Kompensationsmaßnahmen nicht vorerst ausreichen. Die zusätzlichen Räume sollen bis Juli 2020 zur Verfügung stehen. Zwei gute Nachrichten hatte Wallenstein noch: "Unser Entwurf funktioniert immer noch und er sieht immer noch gut aus!" Zum anderen seien die Kosten großzügig geschätzt, so dass nicht mit weiteren Mehrkosten zu rechnen sei, wenn in rund zwei Wochen alle Berechnungen vorliegen.

Schwieriger als vermutet gestaltet sich die bereits befürwortete Aufstellung einer Containeranlage als Erweiterung der Weitramsdorfer Kita. Wie Silke Görbert-Schultheiß von der Technischen Bauverwaltung erläuterte, werden die Krippengruppen inklusive Toiletten und Wickelraum in Container ausgelagert. Am vorgesehenen Standort in der hinteren Ecke des früheren Hallenbad-Parkplatzes werden für diese Fundamentierungen gebraucht wegen des vorhandenen Gefälles. Weil diese Geld kosten, wurde aus dem Gemeinderat der frühere Container-Standort auf dem Sportplatz ins Gespräch gebracht. Dort wurden laut Bauersachs aber die Installationen gekappt, außerdem haben sich der Vorstand gegen diese Lösung und die Kindergartenleitung für den neuen Standort ausgesprochen. Kräußlein wehrte sich, Geld für ein "Provisorium für zwei Jahre" auszugeben. Die Zeit eile, gab Görbert-Schultheiß zu bedenken, angesichts von zehn bis zwölf Wochen Lieferzeit für die Container. Spätetens Mitte August soll die Krippe umziehen. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob eine Platzierung in der östlichen Ecke des Sportplatzes Richtung Laufbahn möglich ist. Einmütig erteilte das Gremium die Ermächtigung für den Bauantrag, egal welche Alternative sich realisieren lässt. In Weidach kann der benötigte Container wohl ohne Probleme auf dem Parkplatz platziert werden, auch weil keine sanitären Anlagen gebraucht werden. "Im Falle von dort höchstwahrscheinlich unumgänglichen Baumaßnahmen stünde er wohl nicht im Wege", sagte Görbert-Schultheiß. Sollte auch für den Weidacher Container eine Baugenehmigung notwendig werden, gilt der Beschluss ebenfalls.

Abschließend wehrte sich der Rathauschef gegen den in der April-Sitzung erhobenen Vorwurf, die Verwaltung habe alle Betroffenen nicht rechtzeitig von den Baumaßnahmen in den Duschen des SV Weidach informiert. Dies sei per E-Mail geschehen, betonte Bauersachs. In Kürze sollen die Duschen wieder zur Verfügung stehen. Bauersachs stellte die rund 18 500 Euro teure Maßnahme in Bildern vor.

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