Ebersdorf
Millionenprojekt

Deutschlands schönste Fußgängerunterführung ist eröffnet

Mit der Freigabe der Fußgängerunterführung in der Garnstadter Straße hat der Landkreis Coburg sein größtes Straßenbauprojekt aller Zeiten beendet.
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Schnipp, die Unterführung ist offen: Michael Busch, Sebastian Straubel, Martin Mittag, Bernd Reisenweber und Hans-Peter Jander eröffnen die Fußgängerverbindung unter der Bahnlinie in Ebersdorf bei Coburg hindurch. - Foto: Berthold Köhler
Schnipp, die Unterführung ist offen: Michael Busch, Sebastian Straubel, Martin Mittag, Bernd Reisenweber und Hans-Peter Jander eröffnen die Fußgängerverbindung unter der Bahnlinie in Ebersdorf bei Coburg hindurch. - Foto: Berthold Köhler
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Nein, der Begriff des letzten, fehlenden "Mosaiksteinchens", das die Bahnunterführung in der Garnstadter Straße beim Großprojekt "CO 13 neu" darstellt, war für Hans-Peter Jander als Vertreter der Regierung von Oberfranken zu kurz gegriffen. "Wir haben jetzt den Schluss-Stein gesetzt", sagte Jander, als am Freitag die Unterführung offiziell für den Verkehr freigegeben wurde.

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Wobei: "Verkehr" ist nicht der richtige Begriff, schließlich ist die Unterführung nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht. Deshalb fahren auch deutlich weniger Autos mehr auf der Garnstadter Straße, wusste der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Busch, der noch in seiner Zeit als Landrat mit dem Bau der Ebersdorfer Umgehung befasst war. "Inzwischen wird es den Anwohnern dort bestimmt schon zu ruhig sein", scherzte Busch.

Was für eine lange Geschichte

Die Geschichte der Ebersdorfer Umgehung ist lang. Schon 1989 war die "Westumgehung Ebersdorf" Wahlkampf-Forderung für den späteren Landrat, Karl Zeitler (SPD). Wirklichkeit wurde die neue Straße erst über 20 Jahre später. Egal, sagte Michael Busch, jetzt sei der letzte Schritt getan: "Wir haben die Entlastung geschafft. Das ist das allerwichtigste." Von der Unterführung und der damit verbundenen Sperrung der Garnstadter Straße profitieren insbesondere die Anwohner der Coburger Straße und der Querstraße, durch die sich über viele Jahrzehnte hinweg viele Lkw quälten. Freigegeben wurde die Umgehung bereits am 21. Dezember 2017 - auch damals bei Schmuddelwetter, das ohnehin irgendwie über all die Jahre hinweg alle offiziellen Termine entlang der CO13 begleitet hat.

Für markige Worte bekannt, war Bernd Reisenweber (Bürgergemeinschaft) als Ebersdorfer Bürgermeister vor Begeisterung kaum zu bremsen und sprach sofort von "Deutschlands schönster Fußgängerunterführung". Gut, ganz fertig ist sie noch nicht: Der Aufzug, der Gehbehinderten die barrierefreie Nutzung der Unterführung ermöglicht, ist zwar technisch einsatzbereit, aber noch nicht uneingeschränkt in Betrieb. Der TÜV muss ihn sich erst noch genau anschauen.

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Für den Coburger Landrat, Sebastian Straubel (CSU/Landvolk), war der offizielle Abschluss des Gesamtprojektes "CO13 neu" ein bedeutendes Ereignis. Es handele sich ja schließlich um die "anspruchsvollste und langwierigste" Tiefbaumaßnahme, die der Landkreis Coburg jemals auf den Weg gebracht habe. Die Unterführung stand da beispielhaft, schließlich gab es bei der ersten Ausschreibung 2018 nicht einmal ein Angebot einer Baufirma. Es folgte eine erneute Ausschreibung, die den Beginn der Bauarbeiten in der Garnstadter Straße am 18. Februar diesen Jahres ermöglichte. Wenigstens die liefen dann, trotz teils hoch komplizierter Absprachen und Vorgaben durch die Bahn, zeit- und kostenmäßig mehr oder weniger genau nach Plan.

Da haben viele mitbezahlt

Straubel brachte deshalb auch noch einmal die wichtigsten Zahlen: 22,7 Millionen Euro Gesamtbaukosten, darunter alleine 3,1 Millionen Euro für die Unterführung. Das alles war für den Landkreis nur zu stemmen, weil es für die vier Hauptbeteiligten (Bund, Bahn, Landkreis und Gemeinde) aus verschiedensten Richtungen Zuschüsse gab. So berichtete Hans-Peter Jander, dass alleine über die Regierung von Oberfranken Fördergelder in Höhe von über 14 Millionen vermittelt und abgerechnet wurden. Der Landkreis bekam auf seinen Anteil an den Baukosten (8,2 Millionen Euro) 90 Prozent Förderung vom Freistaat Bayern.

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