Seßlach
Infrastruktur

Deutlich besser von Seßlach zur B 303 und das bald

Ein Vollausbau ist für die Staatsstraße 2204 von Seßlach nach Dietersdorf nicht drin. Das will die Stadt auch gar nicht..
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Mit dem Ausbau der Staatsstraße 2204 soll auch die steile und enge Zufahrt nach Hattersdorf angemessen ausgebaut werden.
Mit dem Ausbau der Staatsstraße 2204 soll auch die steile und enge Zufahrt nach Hattersdorf angemessen ausgebaut werden.
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Bestandsorienterter Ausbau ist das Zauberwort, das Seßlach bald eine deutlich bessere Anbindung an die Bundesstraße 303 verschaffen wird. Ehe nämlich das Teilstück der Staatsstraße 2204 zwischen Seßlach und Dietersdorf im Vollausbau nach Kriterien für den Staatsstraßenbau erneuert werden könnte, würden wohl mehr als zehn Jahre vergehen. Daran ließ Staatssekretär Josef Zellmeier vom Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr beim Ortstermin am Donnerstag keinen Zweifel.
"Mehr als den bestandsorientierten Ausbau haben wir auch nie gewollt", betont Seßlachs Bürgermeister Martin Mittag (CSU). Er verweist auf das Teilstück der 2204 von Seßlach bis in den Itzgrund. Diesen Ausbauzustand soll die Straße bis Dietersdorf auch bekommen. Damit sei die Stadt sehr zufrieden, und Mittag rechnet auch mit einer hohen Akzeptanz unter den Bürgern.
Schon im kommenden Jahr könnte nach Einschätzung des Straßenbauamtes Bamberg mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Von Dietersdorf bis zur Einfahrt Aumühle werden die Kosten des etwa einen Kilometer langen Teilstückes auf rund 700 000 bis 800 000 Euro geschätzt. Für die 1,8 Kilometer des zweiten Abschnittes zwischen Aumühle und Seßlach stehen dagegen 3,1 Millionen Euro in der Planung. "Das liegt auch daran, dass dabei auch die Einmündung nach Hattersdorf mit ausgebaut werden soll, die jetzt sehr eng und steil ist", erklärt Martin Mittag. Dieser Abschnitt könnte 2020 begonnen werden.
"Es sind Mittel vorhanden", bestätigt Staatssekretär Zellmeier. Nachdem das Budget für den Straßenbau in Bayern um 20 Millionen auf jetzt 310 Millionen Euro aufgestockt wurde, können auch Straßen mit geringerer Bedeutung erneuert werden. Damit vor dem Bau auch die Planung geschultert werden kann, kündigte Zellmeier an, dass das Personal an den Bauätern aufgestockt wird.
"Die Straße ist sehr schmal und kurvig", stellte Zellmeier fest, nachdem er sie befahren hatte. Dennoch habe die 2204 "eine wichtige Erschließungsfunktion". Der Staatssekretär ist erst seit März dieses Jahres im Amt. Daher sei es ihm wichtig, die Projekte vor Ort anzuschauen und die Argumente der Kommunalpolitik für einen Ausbau zu erfahren. Die Fahrt über die 2204 hat ihn offenbar überzeugt.
Martin Mittag sicherte zu, bei den Grundstücksverhandlungen zu unterstützen. Denn, wenn die Straße verbreitert werden soll, muss an einigen Stellen Land angekauft werden. Nur, wenn das zügig erreicht werden kann, bleibt es beim Ausbau ab dem kommenden Jahr.


Viele Wünsche offen

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach freut sich über die Zusage des Staatssekretärs, machte aber auch gleich deutlich, dass die Region noch einen langen Wunschzettel hat, wenn es um den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur geht. Da wäre etwa die Engstelle der Bundesstraße 4 in Coburg Weichengereuth. Der Lückenschluss im vierspurigen Ausbau soll laut Verkehrswegeplan in den nächsten fünf Jahren erfolgen. "Das nutzt uns auf dem Papier wenig, wenn nicht gebaut wird", sagte Michelbach. Allerdings wird dort mit einem Aufwand von 20 Millionen Euro gerechnet.
Toll geklappt habe der Ausbau der Bundesstraße 303 bei Oberelldorf, wo in nur einem Jahr acht Millionen Euro verbaut wurden. Dort soll die Freigabe bereits nach den Sommerferien erfolgen. Ein "wunder Punkt" bleibe aber die B 303 Ortsdurchfahrt von Tambach.
Bei seinem Wunsch um Unterstützung für mehr ICE-Halte in Coburg kann Michelbach Zellmeier nur um Fürsprache bei den Verhandlungen bitten, denn dort ist sein Ministerium nicht zuständig. Aber Michelbach erinnerte dennoch an das Versprechen der Bahn, bei mehr als 100 Fahrgästen am Tag die Zahl der Halte von bisher sechs zu erhöhen. "Wir haben jetzt aber schon mehr als 300 Fahrgäste am Tag und fordern daher je einen weiteren Halt am Vormittag und am Nachmittag", sagte Michelbach.
Wenn das Verkehrsministerium des Freistaats auch keine Schienenprojekte umsetzt, so legte Hans Michelbach dem Staatssekretär doch wenigstens den Lückenschluss der Bahn nach Südthüringen ans Herz. Die Region südlich des Rennsteigs orientiere sich stark in Richtung Franken und sollte besser angebunden werden. Regionalzüge seien auf bayerischer Seite schon jetzt gut ausgelastet, weil täglich 15 000 Pendler nach Coburg kommen. Das spreche für einen Ausbau der Schiene nach Südthüringen, denn auch aus dieser Region kommen viele Arbeitnehmer in den Coburger Raum. Die Erfurter Regierung sehe das offenbar auch so, denn dort werde der Lückenschluss im Raumordnungsverfahren berücksichtigt. In Bayern bisher nicht.

Einen Artikel zum Ausbau der Bundesstraße 2205 finden Sie hier.
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