Neustadt bei Coburg
Festival

Der Wilde, Wilde Westen fängt in Neustadt an

Indianer, Südstaatler, Neustadter, Gäste - alle feierten friedlich und sehr authentisch ihr Country-Festival in Neustadt.
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Die Armee der Südstaatler macht es sich vor ihren Zelten gemütlich. Foto: Michael Stelzner
Die Armee der Südstaatler macht es sich vor ihren Zelten gemütlich. Foto: Michael Stelzner
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Schon von Weitem war am vergangenen Wochenende das Sternenbanner (die amerikanische Flagge) auf dem Gelände des Country-Clubs "Mountain Lions" in der Mörikestraße im Wind wehend zu sehen, gleichsam als Lockmittel für Hunderte Besucher. Rund um den Saloon konnten die Gäste Country-Musik und Westernspezialitäten vom Feinsten genießen. Auch eine Tanzfläche war aufgebaut, wo jeder Besucher die Möglichkeit hatte, sich im Line-Dance zu versuchen. Dieses Angebot wurde auch rege genutzt, die Tanzfläche blieb keine einzige Minute leer. Denn es waren auch einige Line-Dance-Gruppen zum Festival gekommen.

Weiter oben auf dem Gelände war alles Wilder Westen. Es gab sehr viel zu entdecken: Neben Armeezelten waren auch Indianer-Tipis aufgebaut. Dort konnten die Besucher die Kultur der Indianer nachempfinden, was auf besonderes Interesse stieß. Fred aus Rödental, der als Indianer verkleidet war, saß am Lagerfeuerplatz, rauchte genüsslich seine Friedenspfeife und klärte über das Leben der Indianer auf. Auf dem Gelände in der Mörikestraße lebten Südstaatler und Indianer friedlich zusammen. Auch ein Lassowerfer, Gerhard Langner, aus Sonneberg, der sich dies selbst beigebracht, schwang sein Lasso. Er animierte Kinder und Jugendliche, es selbst einmal mit dem Lasso, das eigentlich eine Seilschlinge ist, zu versuchen. Dabei wurde auf stilisierte Pferde- und Büffelköpfe geworfen, aber auch eine lebensgroße John-Wayne-Pappfigur musste als Ziel für das Lasso herhalten. Nach einigen Versuchen klappte es bei vielen ganz gut.

Der Umgang mit Pfeil und Bogen

Indianer Fred war stets umringt. Er zeigte den Kindern den richtigen Umgang mit Pfeil und Bogen. Die Squaw, Indianerfrau Jana Günther, spielte mit den Kindern vor den Tipis das bekannte Ringspiel mit selbstgebauten Ringen aus Ästen. Gerne gewährte die Squaw einen Blick in ihr Zelt. Dieses ist sehr gemütlich mit einem echten Bisonfell ausgestattet. Außerdem sind darin viele Utensilien, die früher von Indianern verwendet wurden. Über der Schlafstätte hängen viele Köcher für den Federschmuck und weiteres Zubehör. In einem anderen Tipi waren Indianer in verschiedener Stammeskleidung zu sehen. Gegenüber hatte der Country-Club Armeezelte aufgebaut. Dort wurde wirklich übernachten - natürlich stilecht in der Uniform der Armee der Südstaatler. "Am Morgen werden ein paar Eier in die Pfanne gehauen und auf dem Lagerfeuer gebraten und es wird Kaffee gekocht", freuten sich schon einige auf den nächsten Tag.

Die "Mountain Lions" zeigten auf ihrem Gelände eine alte Schmiede und eine alte Kanone sowie eine Kutsche, außerdem auch den "Sarg" von Häuptling Geronimo. Dieses Totenbehältnis lehnte an einer Hütte mit vielen Gegenständen, die an die damalige Zeit erinnern. Wenn man weiter durch das Gelände streifte, kam man an einigen Händlern vorbei, die ihre Waren feilboten. Darunter waren neben Pfeifen, Stöcken auch Hüte und viel anderes Zubehör, das man für dieses Hobby gebrauchen kann. Dann stieß man auf die Hunting-Lodge, direkt neben dem Festivalbereich gelegen , die sich Klaus Friedel selbst gebaut hat. Gemütlich saß er zusammen mit seinem Freund Friedrich Renk vor seiner Lodge. "Mit zunehmen Alter will man nicht mehr auf dem Boden schlafen", sagte er und zeigte seinen Ofen mit den darüber hängenden Kochutensilien. Besonders stolz ist Klaus Friedel auf seine Schlafstätte, die er sich selbst aus Holz, das er sich im Wald zusammengesucht hat, gebaut hat. In einer anderen Hütte wurde Indianerschmuck angefertigt.

Mit viel Eifer und Tatendrang wuschen die Kindern Gold in der Hoffnung, einen echten Nugget zu finden. Aber auch Kutschfahrten und Ponyreiten wurde angeboten.

Und weil es so schön war, gleich noch mal

Wer dieses Wochenende das Country-Festival in Neustadt nicht besuchen, hat am kommenden Wochenende wieder Gelegenheit dazu. Denn dann öffnen die "Mountain Lions" ihre Tore zum Gelände in der Mörikestraße zum zweiten Teil des Festivals, das inzwischen zu einer Kultveranstaltung in Neustadt und weit darüber hinaus geworden ist. Am Freitag, 16. August, um 18 Uhr startet dann der zweite Teil des Festivals, dann treten Herb Kraus & The Walkin' Shoes auf. Am Samstag sorgt dann die "Travis Truitt's mit ihrer Road Show für Country-Feeling. Mit Mike Haggard, der am Sonntag ab 15 Uhr Countrymusic spielen wird, klingt das Festival dann aus.

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