Coburg
Sternsinger

Der Weihrauch musste draußen bleiben

Rund 100 Kinder und Jugendliche sammelten am Dreikönigstag in Coburg für behinderte Kinder in Peru, unter anderem im Coburger Rathaus.
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Da lässt sich  Bürgermeisterin Birgit Weber nicht lumpen. Sie öffnet ihren Geldbeutel für Kinder mit Behinderungen in Peru. Foto: Martin Koch
Da lässt sich Bürgermeisterin Birgit Weber nicht lumpen. Sie öffnet ihren Geldbeutel für Kinder mit Behinderungen in Peru. Foto: Martin Koch
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Gottes Segen für das neue Jahr des Herrn Zweitausendundneunzehn ist im Coburger Rathaus und bei der Coburger Stadtspitze angekommen. Traditionell haben die Coburger Sternsinger am Samstag zuerst einmal das Rathaus aufgesucht, wo sie von der Zweiten Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) standesgemäß empfangen wurden.

In den Tagen rund um den "Öberschten" herum, wie der Coburger Volksmund das "Hochfest der Erscheinung des Herrn" am Dreikönigstag, 6. Januar, bezeichnet, sind rund 100 Kinder und Jugendliche in und um Coburg unterwegs, um den Coburger Bürgerinnen und Bürgern die frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi zu verkünden. Und damit auch im neuen Jahr alles gut geht in der Stadt und in den Coburger Familien, gab es auch Gottes Segen dazu.

Normalerweise hat der Besuch aus dem Morgenland Gold, Weihrauch und Myrrhe dabei. Auf Weihrauch wurde jedoch verzichtet - um nicht aus Versehen die Rauchmelder im Rathaus auszulösen.

Sammelbüchsen statt Goldsegen

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Das Gold, besser gesagt, das Gold in Form von reichlich "Diridari" ging einen anderen Weg als beim Evangelisten Matthäus beschrieben. Die Weisen aus dem Morgenland, vertreten durch die manifesten Sternsinger, taten keineswegs ihre Schätze auf. Sie ließen stattdessen die Sammelbüchsen herumgehen. Das Geld behalten sie aber selbstverständlich nicht. In diesem Jahr sollen durch die Spenden insbesondere Kinder mit Behinderungen in Peru unterstützt und gefördert werden.

Rund 300000 Kinder und Jugendliche sind in den 27 katholischen Bistümern Deutschlands in diesen Tagen für das "Kindermissionswerk: Die Sternsinger" unterwegs. Im Jahr 2017 verbuchte das Missionswerk ein Spendenaufkommen in Höhe von knapp 75,5 Millionen Euro.

Zweite Bürgermeisterin Weber wünschte den Sternsingern auf ihren Wegen durch Coburg offene Ohren, offene Herzen und offene Geldbeutel. "Ihr liebe Sternsinger übernehmt mit Eurem segensreichen Dienst Verantwortung." Die Sternsinger hinterließen sogar eine "Quittung" für die Übermittlung von Gottes Segen. Mit geweihter Kreide steht jetzt an der Eingangstür des Rathauses wieder geschrieben "20 * C + M+ B + 19". Die drei Buchstaben werden gleich zweifach interpretiert. Sie stehen einmal für die Namen des heiligen Trios: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie stehen aber auch für den Segenswunsch: "Christus mansionem benedicat" - Christus segne dieses Haus. Drei Kreuze symbolisieren die göttliche Dreifaltigkeit. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, dem die Weisen, Könige, Sterndeuter gefolgt sind.

Dekan Roland Huth erinnerte bei der Aussendung der Sternsinger in der St.Augustin-Kirche an das aktuelle Motto der Sternsingeraktion: "Wir gehören zusammen in Peru und weltweit". Das sei auch das Motto Jesu gewesen, als er als Wanderprediger durch Israel und Palästina gezogen sei. Mit einer Behinderung zu leben, sei für Menschen in allen Teilen der Erde schwer. "Wir gehören zusammen", mahnte Dekan Roland Huth. "Wenn alle Menschen auf der ganzen Welt so denken würden, müssten wir uns keine Gedanken über den Frieden machen."

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