LKR Coburg

Der "Todesstreifen" lebt stetig weiter auf

Der Zweckverband für das "Grüne Band" kauft weitere Flächen an. Inzwischen sind vielerorts im Projektgebiet bereits Arbeiten abgeschlossen, weitere sind geplant oder bereits an fachkundige Unternehmen vergeben.
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Herdenschutzhunde wie hier an der Leite bei Harras sorgen für Sicherheit, wo im Grünen Band Weidetiere die Landschaft pflegen. An anderen Stellen wird bei Dauerbeweidung ein wolfssicherer Zaun errichtet. Foto: Rainer Lutz
Herdenschutzhunde wie hier an der Leite bei Harras sorgen für Sicherheit, wo im Grünen Band Weidetiere die Landschaft pflegen. An anderen Stellen wird bei Dauerbeweidung ein wolfssicherer Zaun errichtet. Foto: Rainer Lutz
Schritt für Schritt nimmt das Naturschutzgroßprojekt die Gestalt an, die es einmal haben soll. Bei der Versammlung des Zweckverbandes "Grünes Band - Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" stellte Stefan Beyer vom Projektteam abgeschlossene und geplante Maßnahmen des Flächenmanagements vor.
Die Fläche, die sich in der Hand des Zweckverbandes befindet wächst demnach weiter. Auf der Basis von Beschlüssen der Verbandsversammlung wurden in Thüringen demnach weiter zwölf Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 4,8 Hektar angekauft. Bei weiteren Grundstücken gibt es noch Verhandlungen oder es müssen Eigentumsverhältnisse geklärt werden, weil es es sich beispielsweise um Eigentum von Erbengemeinschaften handelt. In Bayern umfasste der abgeschlossene Grunderwerb sechs Grundstücke mit zusammen 3,5 Hektar. Auch in Bayern gibt es weitere Verhandlungen.


Landgesellschaft beauftragt

In Thüringen wurde jetzt die Thüringer Landgesellschaft beauftragt, weiterhin die Vermittlungsgespräche mit den Eigentümern und Flächennutzern zu führen. Die Gesellschaft unterbreitet Angebote für infrage kommende Flächen, berät aber die Eigentümer auch zu Alternativen wie etwa einem Landtausch, einer langfristigen Verpachtung der Fläche.


Weitere Pläne

Für die kommenden Monate gibt es aber auch reichlich zu tun. Ein Ziel sind die Muggenbacher Tongruben. Dort gilt es, Nadelgehölze zu entfernen, die eine Fläche von rund zehn Hektar zu verbuschen drohen. Das übernimmt der Landschaftspflegeverband Coburg Land. Im Bereich der roten Grube wird ein Zaun von rund 1400 Metern Länge errichtet, hinter dem Schafe und Ziegen künftig eine neue Verbuschung verhindern. Dazu wurde zunächst für drei Jahre ein Vertrag mit einem Tierhalter abgeschlossen. Der Zweckverband wird mit dem Zaun auch den neuesten Entwicklungen in der Natur gerecht - er soll wolfssicher gebaut werden.


Gewässerpflege

Gleich 33 Kleingewässer im Umfeld der Bischofsaue gilt es zu entlanden. Der Aushub wird dabei zum Teil abgefahren, zum Teil auf Flächen ausgebracht, die schon früher dafür verwendet wurden, um nicht weitere Flächen naturschutzfachlich zu entwerten.
Entbuschung gehört generell zu den wichtigen Arbeiten, im Grünen Band. Dem entsprechend sind solche Maßnahmen im Harrasser Grund geplant, um ehemalige Kalkmagerrasenflächen wieder frei zu stellen. In einem Kiefernwäldchen werden Wacholder von Kiefern befreit, die sie bedrängen. Bei Almerswind werden 2,3 Hektar Kalkmagerrasen entbuscht. Von Emstadt bis zur Weihersmühle sind es weitere 11,7 Hektar und bei Görsdorf auf der Zwergstrauchheide noch einmal 3,5 Hektar.
Wo Weidevieh von einer Weide zur nächsten umgesetzt werden soll, geht das bisher nicht immer ganz ohne Probleme. Die Tiere - etwa Rinder und Konikpferde von den Flächen bei Schweighof - leben ganzjährig im Freien. Sie sind daher praktisch halbwild. Ein so genannter Treibwagen soll angeschafft werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Er ist praktisch ein fahrbarer Pferch, der von einem Traktor in Schrittgeschwindigkeit gezogen, die Tiere beisammen hält, bis sie auf der neuen Weide freigelassen werden können.
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