Coburg
Restaurierung

Der Schmutz ist ab vom Adler im Coburger Ketschentor

Die Wappen an der Decke des Ketschentorsa, des Coburger Stadttors, sind wieder nun vollständig, gereinigt und konserviert.
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Das Wappen des Meißner Löwen an der Decke des Ketschentors musste nachgebildet werden. Ebenso ein weiteres der fünf Wappenschilde. Die Restauratorinnen Cornelia Patterson (links) und Jutta Minor haben den aufgemalten Reichsadler  gereinigt und konserviert.C. Winter
Das Wappen des Meißner Löwen an der Decke des Ketschentors musste nachgebildet werden. Ebenso ein weiteres der fünf Wappenschilde. Die Restauratorinnen Cornelia Patterson (links) und Jutta Minor haben den aufgemalten Reichsadler gereinigt und konserviert.C. Winter

Seit mehr als 120 Jahren blickt ein Reichsadler auf die Menschen, die die Coburger Innenstadt durch das Ketschentor betreten oder verlassen. Kaum jemand nimmt das Gemälde an der Decke im Stadttor wahr. Autofahrer naturgemäß am wenigsten, ihr Blick gilt der Straße. 1896 erfuhr dass äußere Ketschentor - das innere Ketschentor gibt es schon lange nicht mehr - eine Neugestaltung.

An die Decke des Stadttors malte der Coburger Hofmaler H. Schütz seinerzeit einen Reichsadler. Der Adler trägt das Wappenschild des Königreiches Preußen.

In den vergangenen Tagen haben die beiden Restauratorinnen Jutta Minor und Cornelia Patterson das auf Nadelholz gemalte Bild gereinigt. Es folgte der Auftrag einer Hautleimlösche. "Diese Art Gelatine konserviert das Bild und verringert die Saugfähigkeit der Holzdecke", erläutert Jutta Minor. So dringt die abschließende Lackschicht weniger tief ins Holz ein.

Neben dem Wappen in der Mitte des aufgemalten Reichsadlers zierten noch vier weitere Wappen, ebenfalls aus Holz, die Decke des Ketschentors. In den Ecken waren sie angenagelt. "Aber durch die jahrezehntelangen Erschütterungen durch den Autoverkehr haben sich die Nägel abgescheuert. Schließlich müssen zwei der vier kleinen hölzernen zwei Wappenschilde abgefallen sein.

Diese beiden, in der Nordost-Ecke das Wettiner Wappen und in der Südost-Ecke das Wappen mit dem Meißner Löwen, so Restauratorin Jutta Minor, waren nicht mehr aufzufinden und sind deshalb nachgebildet und wieder montiert worden.

Vorhanden waren hingegen noch das Henneberger Wappen in der Nordwest-Ecke des Tores sowie das Stadtwappen mit dem Coburger Mohr in der Südwest-Ecke. Jetzt sind alle Wappenschilde fest mit der Decke verschraubt.



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