Coburg
Polizei

Der neue Inspektionsleiter ist "echter Coburg-Fan"

Für den neuen Leiter der Polizeiinspektion Coburg, Ralf Neumüller, ist die Dienststelle kein Neuland.
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Ein ganz besonderes Erinnerungsstück hat Ralf Neumüller hinter seinem Schreibtisch aufgehängt: Die goldfarbene Fliese des Künstlers Joseph Michael Neustifter erinnert an Neumüllers Einsatz beim Papst-Besuch im Jahre 2006.Ulrike Nauer
Ein ganz besonderes Erinnerungsstück hat Ralf Neumüller hinter seinem Schreibtisch aufgehängt: Die goldfarbene Fliese des Künstlers Joseph Michael Neustifter erinnert an Neumüllers Einsatz beim Papst-Besuch im Jahre 2006.Ulrike Nauer

Die Polizeiinspektion (PI) Coburg ist für Ralf Neumüller eine ganz besondere Dienststelle. Nicht nur, weil der neue Chef der PI in Sonnefeld aufgewachsen und ein "echter Coburg-Fan" ist, sondern vor allem deshalb, weil hier vor gut 20 Jahren für ihn alles angefangen hat. Als Neumüller damals im gehobenen Dienst, was jetzt Qualifikationsebene 3 heißt, seine Ausbildung begonnen hat, absolvierte er auch ein Praktikum in der Coburger Dienststelle. Nach diversen Stationen in ganz Bayern ist der Oberfranke wieder in seine Heimat zurück gekommen und der Kreis hat sich für ihn geschlossen.

Seit gut einem Monat ist der 46-Jährige nun schon in der PI Coburg als Nachfolger von Joachim Mittelstädt tätig, der die Leitung der Inspektion in Schweinfurt übernommen hat. Für Polizeioberrat Neumüller ist die Übernahme der PI Coburg auch mit einer "gewissen Ehrfurcht" verbunden, wie er lächelnd zugibt. "Natürlich hat man immer Respekt vor einer Dienststelle, die man leiten darf", erklärt Neumüller. Aber wenn man dort einst die Perspektive als Praktikant hatte und dann als Chef zurückkommen dürfe, sei das schon etwas Besonderes. "Und es sind sogar noch Kollegen von damals in der Dienstgruppe. Es ist schön, sie wiederzusehen", freut er sich.

Aussicht auf Verstärkung

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Die Coburger Inspektion ist mit einer Stärke von 90 bis 100 Mitarbeitern die drittgrößte in Oberfranken. "Eine vernünftige Ausstattung", findet Neumüller und blickt positiv gestimmt in die Zukunft, zumal es im kommenden Jahr wohl auch für Coburg Verstärkung geben könnte. Dann nämlich hat ein Jahrgang an jungen Polizisten ausgelernt, der zahlenmäßig stärker ist als die Beamten, die in Pension gehen. "Das ist ungewöhnlich", betont Ralf Neumüller und spricht der Staatsregierung ausdrücklich ein Lob aus. Während in anderen Bundesländern trickreich an der Länge der Ausbildung geknapst worden sei, habe der Freistaat investiert, um den Nachwuchs zu fördern, so Neumüller, der das an vorderster Front miterlebt hat.

In den vergangenen acht Jahren war der studierte Jurist im Präsidium der Bereitschaftspolizei in Bamberg für die Koordination der Aus- und Fortbildung zuständig. Man habe wirklich in kürzester Zeit die Zahlen steigern können. Allerdings sei es nicht damit getan, "Haushaltsmittel für die Einstellung locker zu machen", sagt Neumüller. "Man muss auch Lehrer bereitstellen. Lehrsäle und Unterkünfte hat man zum Teil in Jahresfrist gebaut. Das hat sich die Staatsregierung wirklich etwas kosten lassen." Allen voran profitierten davon die Bürger, die einen Anspruch auf gut ausgebildete Beamten hätten.

Nach den vielen Jahren, die er vorwiegend planend am Schreibtisch verbracht hat, wolle er nun auch wieder "die Wirklichkeit draußen erleben, die Arbeitsrealität an der Basis", sagt Ralf Neumüller und schmunzelt: "Ich will mir das hier in Coburg anschauen, natürlich ohne den Kollegen zu sehr auf die Nerven zu gehen. Zwei Abende bin ich schon mitgefahren und will das auch wiederholen."

Als Inspektionsleiter wird er nicht nur vom Büro aus arbeiten, "man ist bei größeren Einsatzlagen natürlich gefordert und muss dann auch vor Ort sein. Das macht aber auch Spaß", versichert der 46-Jährige. Coburg sei zum Glück kein Verbrechensschwerpunkt. "Man kann hier gut leben, was die Sicherheit und Lebensqualität angeht. Das ist ein Pfund, das für die Region wichtig ist."

Live dabei beim Papst-Besuch

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Bis zur offiziellen Amtseinführung am 30. November sind es noch ein paar Wochen, sein Büro in der Neustadter Straße hat Ralf Neumüller aber schon bezogen - und auch schon ein wenig dekoriert. An der Wand hängt eine gerahmte Keramikfliese des Bildhauers Joseph Michael Neustifter. Der hatte 2006 anlässlich des Besuchs von Papst Benedikt eine Säule geschaffen und der PI Waldkraiburg, bei der Neumüller seinerzeit Dienststellenleiter war, eben jene Fliese geschenkt. Neumüllers Kollegen wiederum vermachten ihm das markante Stück mit dem Sinnspruch "Wo die Herausforderung liegt, geht der Weg" zum Abschied.

Apropos Papst-Besuch, Neumüller war damals als Dienststellenleiter auch in der Einsatzplanung dabei und für die Sperrgitter zuständig. Weil er sichergehen wollte, dass mit der Absicherung alles passte und natürlich unbedingt bei der Ankunft des Papstes zusehen wollte, schlief er gleich in der Dienststelle unterm Dach. "Es war eine kurze Nacht im Schlafsack", erzählt Neumüller lachend.

Als er aufwachte und durch die bodentiefen Fenster nach unten sah, fuhr tatsächlich gerade Papst Benedikt in seinem Papa-Mobil vorbei. "Hätte ich das gewusst, wäre ich doch eher aufgestanden", sagt Neumüller schmunzelnd. Immerhin habe er den Papst kurz gesehen. Aber das sei nun einmal das Los der Polizeibeamten bei solchen Attraktionen, "wir sind die Dienstleister im Hintergrund".

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