Untersiemau
Ausschuss

Der Modul-Kindergarten in Untersiemau wird rechtzeitig fertig

Das neue Domizil der "Rappelkiste" muss nur noch eingerichtet werden. Drei Ortsverbindungsstraßen bereiten Kopfzerbrechen.
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Der IBU-Ausschuss besichtigt den entstehenden Modul-Kindergarten der Gruppe "Rappelkiste". Foto: Norbert Karbach
Der IBU-Ausschuss besichtigt den entstehenden Modul-Kindergarten der Gruppe "Rappelkiste". Foto: Norbert Karbach
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Die Ortsbesichtigungen bei der Ausschuss-Sitzung "Infrastruktur, Bauen und Umwelt" (IBU) am Donnerstag dehnten sich zu einer längeren Rundfahrt durch die Gemeinde aus. In der Hauptsache standen zwar Sanierungsmaßnahmen von diversen Verbindungsstraßen auf der Tagesordnung. Doch wurden diese Begehungen immer wieder durch Besichtigungen geplanter Standorte für "Kommunale Blühflächen" sowie über den Stand zum entstehenden Sagen-Wanderweg angereichert.

Das aktuellste Thema befindet sich in der Pestalozzistraße. Dort wurde im Laufe der Woche oberhalb der Kindertagesstätte "Regenbogen" ein Modul-Kindergarten für eine Regelgruppe mit 15 Kindern errichtet - die "Rappelkiste". Damit will man den weiteren Bedarf an Plätzen in den Griff bekommen. Nun müssen die Räume noch eingerichtet werden. Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) geht davon aus, dass diese nach langer Vorbereitungszeit pünktlich zum Beginn des neuen Kiga-Jahres am 2. September bezugsfertig sein werden.

Die geotechnischen Berichte über die Baugrunduntersuchungen von drei Gemeinde-Verbindungsstraßen liegen der Gemeinde nun vor. Die Möglichkeiten wurden erörtert und sollen bis zur Gemeinderatssitzung intensiv ausgearbeitet werden.

1. Stöppach - Meschenbach: Hier ist ein Abgleiten des äußeren Straßenbereichs zum Itztal hin festzustellen. Bei den Untersuchungen wurden jedoch im Untergrund keine auffälligen Gleitschichten festgestellt. Die Ursachen der Verformungen sind anscheinend auf die Verkehrsbelastung sowie den zu geringen Straßenunterbau zurückzuführen. Nach Meinung der Geologen müsse ein Vollausbau mit ausreichendem frostsicheren Oberbau durchgeführt werden. Die Arbeiten könnten im Rahmen der kleinen Straßenbau-Maßnahmen 2020 durchgeführt werden. Kosten für die etwa 185 Meter lange Strecke: Etwa 105.000 Euro.

Schluss mit der Hoppelpiste

2. Untersiemau - Weißenbrunn am Forst: Hier wurden zwei Aufschluss-Bohrungen durchgeführt. Bei der Bemessung wurde festgestellt, dass der vorgeschriebene Gesamtaufbau von 65 Zentimetern komplett unterschritten wird. Die alle fünf bis sechs Meter auftretenden Querfugen im Asphaltbild kommen von künstlichen Auffüllungen in Form von Sanden und Kiesen. Das untersuchende Ingenieurbüro vermutet die Entstehung der Querfugen aufgrund des zu geringen Straßenaufbaus oder durch das Versagen des Asphalts. Saniert werden könne die Straße durch das Einlegen von Bindern im Gewebe und das Aufbringen einer Tragdeckschicht. Diese soll über die 600 Meter lange Strecke vollflächig durchgezogen werden. "Dann ist hoffentlich Schluss mit der ,Hoppelpiste", hieß es im Gremium. Kosten: 200.000 Euro.

3. Obersiemau - Birkach am Forst: Eine Oberbauverstärkung sei hier nicht möglich, da alle Einfahrten, Zugänge und Straßen-Einmündungen großflächig angeglichen werden müssten, heißt es im geotechnischen Bericht. Alle bituminösen Schichten sollen auf 320 Meter entfernt und eine komplett neue Trag- und Deckschicht eingebaut werden. Zusätzlich sei in diesem Bereich der Altbelag belastet mit "gefährlichem, pechhaltigen Straßenaufbruch". Dieses Abtragen ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 360.000 Euro.

Dazu kommt der außerörtliche Bereich der Verbindungsstraße. Hier wurde festgestellt, dass der derzeitige Straßenaufbau nur zwischen 30 und 45 Zentimetern dick ist, teilweise sogar nur acht bis 20 Zentimeter. Hieraus ist der schlechte Zustand der Straßenoberfläche zu erklären. Für die Straße könnte eine Oberbauverstärkung hergestellt werden. Das würde allerdings bedeuten, dass die neue Fahrbahn zwischen den beiden Gemeindeteilen zehn bis 15 Zentimeter über dem derzeitigen Niveau liegen würde. Voraussichtliche Kosten: Etwa 140.000 Euro.

Kreis baut ab Mitte September

Der Landkreis Coburg plant die Decken-Erneuerung der CO 25 im Gemeindeteil Scherneck von der Itzbrücke bis zum Ortsausgang. Diese Maßnahme soll ab Mitte September durchgeführt werden. Von der Sanierung der Gehwege, Erneuerung der Straßenbeleuchtung und Verlegung von Leerrohren für den Breitband-Ausbau auf dieser Strecke wird die Gemeinde vorläufig jedoch absehen. "Solange es kein Förderprogramm des Glasfasernetzes gibt, ist das finanziell ein zu hohes Risiko", stellte Bürgermeister Rolf Rosenbauer fest. Nach ersten Berechnungen kämen rund 170.000 Euro Kosten auf die Gemeinde zu. Der gemeindliche Anteil zum Einbau von drei Straßenquerungen mit Leerrohren soll jedoch beibehalten werden.

Der Ausschuss beschloss, dem Gemeinderat zu empfehlen, die drei Schrifttafeln der Trauerstelen für halbanonyme Bestattungen im Friedhof Scherneck durch neue zu ersetzen. Das bisherige Konzept der Schriftzeichen (3-D-Optik aus Edelstahl) wird beibehalten. Den Auftrag erhält eine Untersiemauer Firma. Anschließend ist die 1. Änderungssatzung über die Friedhof- und Bestattungsgebühren der Gemeinde entsprechend anzupassen. Die Änderung ist notwendig geworden, da es die notwendige Laserschneidtechnik bei dem Unternehmen nicht mehr gibt. Die Kosten für drei neuen Schriftplatten sowie die Übertragung der bisherigen Beschriftung belaufen sich auf 3200 Euro. Eine jeweils weitere Aufbringung eines Namens käme in Zukunft auf 200 Euro.

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