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Coburg
Ausblick

Der Literaturkreis Coburg erhöht Beiträge und sucht Sponsoren

Auch 2018 will der Coburger Literaturkreis wieder einige Akzente im Coburger Kulturleben setzen.
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Jana Hensel wird zu einer Lesung am 15. Februar in Coburg erwartet.PR
Jana Hensel wird zu einer Lesung am 15. Februar in Coburg erwartet.PR
Das wurde jetzt in der Mitgliederversammlung des Vereins deutlich, in der die Mitglieder über ein vorläufiges Jahresprogramm für das neue Jahr entschieden.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 15. Februar (19.30 Uhr) eine Lesung mit Jana Hensel, die im Pavillon des Kunstvereins Coburg ihr vielbeachtetes Romandebüt "Keinland" vorstellen wird. Hensel wurde 2002 schlagartig bekannt mit ihrem Essay-Band "Zonenkinder". Das neue Buch "Keinland" ist ein Liebesroman - so der Untertitel -, aber auch ein Roman über Schuld, Erinnerung, Herkunft und Grenzen.

Vom 21. bis 27. April folgen die Coburger Literaturtage, deren maßgeblicher Mitorganisator - neben der Volkshochschule Coburg, der Buchhandlung Riemann und dem Landestheater Coburg - der Coburger Literaturkreis ist. Die Literaturtage unter dem Titel "Coburg liest!" finden 2018 bereits zum 15. Mal statt. Keine festen Beschlüsse für öffentliche Veranstaltungen haben die Mitglieder für das zweite Halbjahr getroffen, da man auch noch die Neuerscheinungen im Frühjahr abwarten will.


Literarische Tafelrunden

Wie jedes Jahr beschlossen die Mitglieder neben den öffentlichen Veranstaltungen eine Reihe von Vorträgen und Diskussionsthemen für ihre regelmäßigen Treffen, die unter dem Titel "literarische Tafelrunden" weiterhin im Münchner Hofbräu jeweils an einem Donnerstag stattfinden. Beginn ist regelmäßig um 19.30 Uhr.

Zum Auftakt am 15. März 2018 wird das Literaturkreis-Mitglied Carlos Gramß über seine Wiederbegegnung mit dem Buch "Die Brautprinzessin" von William Goldman berichten, das er vor Jahrzehnten erstmals las und sich jetzt nochmals vornahm.
Bei ihrem Treffen am 19. April wollen sich die Mitglieder auf die wenige Tage später beginnenden Literaturtage vorbereiten.
Unter dem Stichwort "Gemeinsames Leseerlebnis" wollen die Mitglieder dann am 17. Mai über den Roman "Die Hauptstadt" diskutieren, für den Robert Menasse im vergangenen Herbst den deutschen Buchpreis erhalten hat.
In der literarischen Tafelrunde am 14. Juni referiert das Literaturkreis-Mitglied Michael Krauß über Dr. Erika Fuchs, die über Jahrzehnte für das deutsche Micky-Maus-Heft übersetzte und dabei stilbildend für die deutsche Sprache wirkte.
Damit stimmen sich die Mitglieder auch auf ihren Sommerausflug ein, der am 14. Juli zum Erika-Fuchs-Haus nach Schwarzenbach an der Saale führen soll.
Bei genügend großem Interesse wollen die Mitglieder dann Ende August wieder eine gemeinsame Fahrt zum Erlanger Poetenfest unternehmen.
Am 13. September werden sich die Mitglieder wie jedes Jahr unter dem Motto "Literarische Tauchfahrten und Höhenflüge" über ihre jeweilige Urlaubslektüre austauschen. Für eventuelle literarische Tafelrunden im Oktober und November wurden noch keine Themen festgelegt. Gerne würde man wie in den letzten Jahren wieder mit Vertretern des Landestheaters über aktuelle Inszenierungen diskutieren, jedoch sind dazu noch keine Entscheidungen gefallen.
Zu allen "literarischen Tafelrunden" des Vereins sind Gäste jederzeit willkommen.
Vor der Erstellung des Jahresprogramms hatte der 1. Vorsitzende Alois Schnitzer einen Rückblick auf das vergangene Jahr gegeben. Erste öffentliche Veranstaltung war am 16. Februar 2017 eine Lesung mit der aus Coburg stammenden Autorin Annette Pussert, die ihr Roman-Debüt "Nord Nord Ost" vorstellte, ein Buch über Heimatverlust, Vertreibung und das Unvermögen, darüber zu sprechen. Die Lesung war eine Kooperation mit der Stadtbücherei und fand demzufolge auch in deren Räumen statt.
Am 24. Mai kam Anna Katharina Hahn nach Coburg und stellte ihren Roman "Das Kleid meiner Mutter" vor, eine Geschichte über die schwierige Situation der heutigen Jugend in Spanien - vermengt mit einigen surrealen und phantastischen Elementen, "ein gelungener Abend", wie Schnitzer fand.
Bei der nächsten Veranstaltung kooperierte der Literaturkreis mit dem Evangelischen Bildungswerk: Am 26. Juni referierte der Unternehmensberater und Publizist Prof. Dr. Klaus Kocks anlässlich des Reformationsjubiläums in der Morizkirche über "Doktor Martin Luther als Content Provider der Gutenberg-Galaxis". Leider, so Schnitzer, erschwerte es die Mikrofonanlage etwas, den Ausführungen zu folgen.
Im Herbst stand dann zunächst, am 19. Oktober, der musikalisch-literarische Abend "Susanna - ich bin ein Kontinent" auf dem Programm, ein sogenanntes Bewegtbild-Theater nach einer Erzählung von Gertrud Kolmar. Der Abend, so Schnitzer, war bewegend und machte betroffen, fand aber nur wenig Zuspruch.
Am 16. November hielt schließlich der Böll-Experte Prof. Dr. Ralf Schnell im Kunstverein einen Vortrag über "Heinrich Böll und die Deutschen". Sein gleichnamiges Buch war kurz zuvor erschienen. Anlass: der 100. Geburtstag des Dichters im Dezember. Auch dieser "beeindruckende" Vortrag hätte nach Auffassung von Schnitzer etwas mehr Zuhörer verdient.


Einstimmiger Beschluss

Breiten Raum nahm in der Mitgliederversammlung die finanzielle Situation des Vereins ein. Dem Kassenbericht der Schatzmeisterin war zu entnehmen, dass die finanziellen Reserven des Vereins aufgrund ständig steigender Ausgaben - für Honorare, Reise- und Übernachtungskosten -, aber auch angesichts zum Teil enttäuschender Besucherzahlen zuletzt deutlich geschrumpft sind. Um weiterhin handlungsfähig zu bleiben, beschlossen die Mitglieder einstimmig, den Mitgliedsbeitrag um zehn Euro pro Person zu erhöhen. Einzelpersonen zahlen danach künftig 75 Euro pro Jahr, Paare 95 Euro.
Ebenfalls einstimmig beschlossen die Mitglieder eine Abkehr von der Regelung, nach der Mitglieder zu allen Veranstaltungen des Literaturkreises jeweils freien Eintritt haben. Dies soll künftig nur mehr bei normalen Lesungen gelten. Bei aufwendigeren Veranstaltungen mit hohen Kosten soll auch von Mitgliedern ein ermäßigter Eintrittspreis verlangt werden können.


Suche nach Sponsoren

Schließlich regten die Mitglieder an, sich verstärkt um Sponsoren zu bemühen. Erfreut nahmen sie zur Kenntnis, dass mit der Sparkasse Coburg-Lichtenfels bereits ein Unternehmen gefunden wurde, das den Literaturkreis in diesem Jahr finanziell unterstützt (weitere Infos gibt es online unter www.coburger-literaturkreis.net). as

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