Kaltenbrunn im Itzgrund
Nahversorgung

Der Itzgrundmarkt hat (ein bisschen) geöffnet

Die bürgerschaftliche Nahversorgung im Itzgrund hat begonnen. Im alten Edeka-Markt gibt es seit gestern Back- und Wurstwaren. Mopro aber noch nicht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Achtung, Kundschaft: Bürgermeister WernerThomas (rechts) lässt sich vom Marktteam um Dieter Scherbel, Simone Svoboda, Heike Schmnidt, Sybille Lehmann und Wolfgang Vogt (von links) zeigen, was die Kühltheke im neuen Itzgrundmarkt schon alles zu bieten hat.Berthold Köhler
Achtung, Kundschaft: Bürgermeister WernerThomas (rechts) lässt sich vom Marktteam um Dieter Scherbel, Simone Svoboda, Heike Schmnidt, Sybille Lehmann und Wolfgang Vogt (von links) zeigen, was die Kühltheke im neuen Itzgrundmarkt schon alles zu bieten hat.Berthold Köhler
An so einem Tag lässt sich auch Josef Sanfilippo nicht lumpen. Kurz vor 15 Uhr erscheint der Kult-Wirt der "Stazione"-Pizzeria im frisch teileröffneten Itzgrundmarkt und bringt den Damen hinter der Theke ein paar Blumen vorbei. "Na, da hat gleich einer einen Stein im Brett", amüsiert sich Dieter Scherbel, einer von drei Geschäftsführern des Marktes. Allen merkt man an: Ihnen ist ein Stein vom Herzen gefallen, weil es jetzt endlich mit dem Markt losgegangen ist.
Noch läuft der von einer Bürger-Gesellschaft betriebene Markt nur auf Teillast: die Bäckerei und die Metzgerei sind geöffnet. "Kaltstart" sagt Scherbel zum derzeitigen Stand der Dinge. Anfang Dezember wird dann der volle Betrieb mit deutlich über 3000 Artikeln in den Regalen gestartet. "Trockenware und Mopro gibt es ab dem 29. November", kündigt Wolfgang Vogt, Scherbels Geschäftsführerkollege, an. Mopro? "Gell, wir kennen inzwischen schon die Fachbegriffe im Lebensmitteleinzelhandel", sagt Vogt und klopft Dieter Scherbel lachend auf die Schulter. Mopro - das sind die Molkereiprodukte, die es im Itzgrundmarkt natürlich auch geben wird.


Da hat man den Salat

Wer derzeit Kaffee, Kuchen, Bier und Brotzeit provisorisch im neuen Markt am alten Edeka-Standort genießt, sitzt quasi "mitten im Salat", sagt Bürgermeister Werner Thomas (SPD), der am Nachmittag mal vorbei schaut. "Genau hier kommt die Theke für Obst, Gemüse und Salat hin", erklärt Wolfgang Vogt, was der Bürgermeister da meint. Werner Thomas findet es auf jeden Fall "sehr gut", dass der Markt trotz fehlender Lebensmittel jetzt mal seine Türen geöffnet hat. "Wir sind zuletzt schon oft gefragt worden, wann denn endlich geöffnet wird", erzählt der Bürgermeister.
Ein bisschen was bleibt aber schon noch zu tun. Simone Svoboda, die vom Gesellschafterrat zur Marktleiterin auserkoren wurde, bestreitet am ersten Öffnungstag noch ihren persönlichen Kampf mit der Elektronik. "Wird Zeit, dass sie mal das macht, was wir wollen", sagt Svoboda mit Blick auf die Registrierkasse und lacht dabei. Bis kurz vor 23 Uhr hat das Marktteam in der Nacht auf Dienstag gearbeitet, um für die noch nicht so richtig offizielle Eröffnung gerüstet zu sein. Um 7 Uhr sollte es dann gestern losgehen, schon eine Viertelstunde vorher steckten einige Kaltenbrunner vorsichtig die Nase in den Laden. "Die Leute freuen sich sehr, dass es endlich losgeht" - das ist für Simone Svoboda die Bilanz des ersten Tages.


Heute feiern 120 Gesellschafter

Wenn auch bis dahin Fleisch und Wurst wohl noch in einer Leih-Kühlanlage liegen, so haben das Marktteam und die Gemeinde jetzt den Termin für die offizielle Eröffnungsfeier festgelegt: Es wird der Freitag, 1. Dezember. "Die Einladungen gehen demnächst heraus", lässt sich Dieter Scherbel, der auch geschäftsleitender Beamter in der Gemeindeverwaltung ist, ein kleines Hintertürchen offen. Man weiß ja nie, ob nicht doch noch was dazwischen kommt. Am heutigen Mittwoch gibt es erst einmal eine nichtöffentliche "Baustellenparty", zu der die 120 stillen Gesellschafter eingeladen sind. Für 60 400 Euro, das weiß Scherbel ganz genau, haben die Bürger aus dem Itzgrund Anteile für den Markt gezeichnet. Die meisten davon in der Grund-Stückelung von 250 Euro, aber es gab auch Ausnahmen: Zweimal 5000 Euro - und das nicht etwa von Banken oder ortsansässigen Unternehmen. "Das waren ganz normale Privatpersonen", berichtet Wolfgang Vogt stolz, dass es noch Menschen mit großer Verbundenheit zu ihrem Heimatort gibt.


Vogt, der 1000-Stunden-Mann

Vogt ist da natürlich ein Musterbeispiel. Der Vorsitzende des örtlichen Tischtennisclubs hat den Itzgrundmarkt quasi zu einer persönlichen Angelegenheit gemacht. Rund 1000 Stunden, die Zahl muss Dieter Scherbel aus Vogt quasi heraus kitzeln, hat der Rentner beim Umbau des alten Edeka-Marktes geleistet. "Ein paar Stunden", sagt Vogt, "werden bis Anfang Dezember schon noch dazu kommen." Denn jede Menge Kleinigkeiten warten noch: Der Mehrzweckraum ist nicht gestrichen, der Geschirrspüler bockt und die Parkplätze sind nicht mit Farbe markiert. "Kleinkram halt", sagt Vogt bei einer Tasse Kaffee und winkt ab.
Am ersten Provisoriumstag läuft der Itzgrundmarkt wie der Teufel. "Wir mussten zweimal von unserer Bäckerei nachliefern lassen", erzählt Marktleiterin Svoboda. Das ist ein Satz, der bei "Finanzminister" Scherbel richtig gut ankommt. Denn der Geschäftsführer weiß aus der Kalkulation, dass der Itzgrundmarkt von seinem Angebot her nicht mit einem kleinen Nahversorger zu vergleichen ist. "Wir streben einen Jahresumsatz von 600 000 bis 650 000 Euro an", sagt Dieter Scherbel. Das ist ein Mehrfaches von dem, was ähnlich organisierte Dorfläden in der Region haben.


Der Itzgrundmarkt


Öffnungszeiten: Der Markt in der Kaltenbrunner Gartenstraße hat montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, samstags von 7 bis 13 Uhr geöffnet.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren