Coburg
Zukunftsprojekt

Der Globe-Bau ist beschlossen

Die Globe Coburg GmbH hat ihre Planungen der Stadt als Geschenk übergeben. Nun muss die Stadt das 30-Millionen-Euro-Projekt voranbringen. D
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18 Meter hoch, innen Platz für bis zu 624 Zuhörer: das Globe für den Coburger Güterbahnhof. Entwurf: Globe Coburg GmbH
18 Meter hoch, innen Platz für bis zu 624 Zuhörer: das Globe für den Coburger Güterbahnhof. Entwurf: Globe Coburg GmbH
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"Die Entscheidung hat es verdient, dass leidenschaftlich darum gerungen wird", sagte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Er meinte den Beschluss, am Güterbahnhof ein Rundtheater zu bauen, und zwar so, wie es die Globe Coburg GmbH geplant hat. Getragen wird diese GmbH von den drei größten Unternehmen in der Stadt, Brose, HUK Coburg und Kaeser. Zusammen haben diese drei Unternehmen drei Millionen Euro aufgebracht, um der Stadt eine Planung für das Globe zu schenken.

Ab jetzt ist die Stadt Coburg für alles zuständig: die Vergabe der Aufträge, die Zeitplanung, die Kosten. Und die fallen mit knapp 30 Millionen Euro für alles nicht gerade gering aus, selbst wenn das Globe mit seinen Nebengebäuden "nur" vier Millionen Euro teurer ist als es mal angesetzt war. So sagte es zumindest Marcel Ebert, der von der Globe Coburg eingesetzte Projektsteuerer.

Aber über die Kosten wurde im Stadtrat am Donnerstag erst diskutiert, als die Vertreter von Globe Coburg den Saal schon verlassen hatten. Brose wird vom Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung, Michael Stoschek, vertreten, die HUK Coburg durch den Sprecher der Vorstände, Klaus-Jürgen Heitmann, und Kaeser durch Geschäftsführerin Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser. Sie und Stoschek stellten die Pläne im Stadtrat vor, der dann über einige Details noch entscheiden durfte: Soll das Globe einen Keller erhalten, in dem man auch Musikinstrumente gefahrlos lagern kann (ja), soll ein drittes Nebengebäude errichtet werden (ja), sollen die Nebengebäude begrünte Dächer erhalten (ja), soll ein barrierefreies Leitpflaster im Boden verbaut werden (ja) und sollen bei den Nebengebäuden normale Fenster eingebaut werden (ja). Die Alternative zu den normalen Fenstern wären bodenhohe gewesen.

Mit dem Rundtheater werden drei Nebengebäude errichtet. Zwei davon sind erforderlich, weil das Theater sie braucht, um alles, was zum Theaterbetrieb gehört, unterzubringen, wie einen Orchesterprobenraum und Büros. Das dritte, dem der Stadtrat eigens zustimmte (es kostet schätzungsweise 1,3 Millionen Euro) rundet zum einen das Ensemble ab, zum anderen hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Bedarf angemeldet.

Flexibel nutzbar

Das Globe selbst wird bis zu 624 Zuschauern Platz bieten, abhängig von der Nutzung: Wenn das Orchester bei Theatervorstellungen spielt, stehen im Parterre 225 Plätze zur Verfügung, auf den Rängen 182, in Summe 407. Ohne Orchester bietet das Parterre 305 Sitzen Platz. Wird der Innenraum als Saal genutzt mit Tischbestuhlung, ist Platz für 384 Gäste, bei Banketten (mit runden Tischen) für 160. Wird die gesamte Kapazität ausgenutzt, ist im Parterre Raum für 442 Zuhörer. Das Gebäude ist 18 Meter hoch, die beiden Theater-Nebengebäude bringen es auf 7,2 Meter. Sie sind bewusst einfach gehalten - Stoschek sprach von "Werkstattcharakter". Deshalb gibt es innen auch keine Klima- und Belüftungsanlagen; alle Arbeitsräume verfügen über Fenster. Für das dritte Nebengebäude gibt's noch keine Detailplanung.

Stoschek bat darum, dass die Globe Coburg GmbH auch weiterhin eingebunden werden solle, zumindest, wenn es um die Fassadengestaltung des Parkhauses südlich vom Globe geht. Das eine Parkhaus werde ohnehin nicht reichen, sagte er: Die Stadt müsse im Norden des Güterbahnhofgeländes weitere Parkmöglichkeiten schaffen.

Wann das Globe fertig sein soll oder kann, wurde in der öffentlichen Sitzung nicht gesagt. Die Globe Coburg GmbH war in ihren Zeitplänen vom Sommer 2021 ausgegangen. Hochbauamtsleiter Peter Cosack kündigte Informationen zu diesem Thema für den nichtöffentlichen Teil der Sitzung an - "weil sich so viel kurzfristig ergeben hat und man das vertraulich diskutieren sollte."

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