Meeder

Der Friedenslauf in Meeder ist ein neues Großereignis in der Gemeinde

Beim Meederer Friedenslauf wurde zum 8. Mal Roll & Renn durchgeführt. Aber nicht nur der Sport stand im Mittelpunkt, es waren auch Krieg und Frieden.
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Radfahrer am Start sowie die Radler vom VCD Coburg Foto: Karin Günther
Radfahrer am Start sowie die Radler vom VCD Coburg Foto: Karin Günther
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Die diesjährige Jahreslosung der evangelischen Kirche "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34, 15) nahmen die Organisatoren von "Roll & Renn" wahr und setzten diese beim 8. Friedenslauf in Meeder um. Pfarrer Eberhard Wunder ging in seiner Andacht auf diesen Psalmvers ein. Der Chor der Langen Berge umrahmte den Gottesdienst mit Frühlingsliedern. Zahlreiche Sportler und Gäste versammelten sich auf dem Sportgelände des SV Ahlstadt, dem Startpunkt der Veranstaltung. Mitorganisator Thomas Kreisler erklärte die zum Teil neue Streckenführung und wies auf die verschiedenen Aktivitäten an den Stempelstellen hin. Neu war die Kooperation mit dem Stadtradeln und die Wanderung des Sagenweges mit Führung von Gerd Weibelzahl vom VCD.

Auftakt des Stadtradelns

Der Schirmherr von Roll & Renn, Bürgermeister Bernd Höfer bedankte sich bei den Organisatoren und vielen Helfern für die Durchführung des Events auf den Langen Bergen. "Freude und Spaß am Laufen, aber nicht Jagen", gab er als Devise mit auf den Weg. Für die bundesweite Aktion des Stadtradelns, an der sich auch die Stadt Coburg und der Landkreis Coburg beteiligen, begrüßte Landrat Sebastian Straubel zum Auftakt die Sportler und insbesondere die Mitglieder des ADFC, die diese Veranstaltung zum achten Mal mit einer geführten Tour eröffneten. Landrat Straubel ging auf das vorjährige Stadtradeln ein, an dem sich vom Landkreis 459 und von der Stadt 68 Personen in 34 Teams beteiligt hatten. Gemeinsam seien 121 113 Kilometer zurückgelegt und dabei 17 198 Kilogramm eingespart worden.

Nach der Registrierung der rund 280 Starter machten sich die Radfahrer, Läufer und Wanderer auf den Weg durch die Flur und die Dörfer von Meeder zum Ziel der Anna-B.-Eckstein-Schule. Obst, Getränke und Käseproben gab es an mehreren Stempelstellen. Unter anderen lud das Dorffest in Mirsdorf lud zum Verweilen ein. Neu führte die Strecke durch die Kastanienallee zur Kapelle in Moggenbrunn sowie zum Modellflugplatz des Aero Clubs. Der Blick ins Coburger Land und nach Thüringen war bei diesem herrlichen Sonnenschein besonders schön. Nach rund 30 zurückgelegten Kilometern war eine Stärkung und Erfrischung in Meeder angesagt. Die Bewirtung übernahmen einheimische Firmen und Vereine. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band "The Real BBQ Connection". Auf dem Pausengelände der Grundschule saßen unter Sonnenschirmen nicht nur die Sportler, auch Gäste hatten sich eingefunden. Die Friedenssprüche wurden ausgewertet und die zehn besten von einer Jury ausgesucht. Daraus wird ein Gremium das Motto für das nächste große Friedensfest 2021 auswählen. Die Teilnehmer wurden mit kleinen Geschenken bedacht.

Vom Krieg hören

Im Friedensmuseum fanden Führungen mit den kleinen Annas und Kaspar Wanks statt. Darüber hinaus berichtete der 93-jährige Udo Taubmann aus Ahlstadt als Zeitzeuge von seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Sehr eindrucksvoll schilderte er seine Einberufung zum Arbeitsdienst, den er mit siebzehneinhalb Jahren antreten musste, und später zum Ersatzbataillon der Coburger 95er nach Südfrankreich. Schwer verwundet landete er in Gefangenschaft, wurde später nach Amerika verschifft und kam nach Kriegsende wieder zurück in seine Heimat. Ausführlich erinnerte er an die guten und schlechten Ereignisse seiner Kriegserlebnisse. Karin Escher aus Großwalbur erzählte von ihrem verstorbenen Vater Albert Sauerbrey aus Elsa, der ebenfalls in Südfrankreich den Krieg und die Gefangenschaft erlebt hatte.

Die Vorsitzende des Friedensmuseums Elke Bräutigam bedankte sich für die eindrucksvollen Erzählungen. "Frieden ist das allerwichtigste in ganz Europa", waren ihre abschließenden Worte. Es sei sehr wichtig, dass die noch lebenden Zeitzeugen über den Krieg berichten, damit die Erlebnisse nicht in Vergessenheit gerieten. Die Malschule "Bunte Palette e.V." aus Coburg lud die Kinder zum Malen von Friedensbildern ein. Ein großes Bild zum Frieden entstand in einer Gemeinschaftsarbeit und ist circa 14 Tage lang im Friedensmuseum zu sehen. Der Friedenslauf mausert sich zusehends zu einem neuen Großereignis in der Gemeinde Meeder.

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