Auch der Cheftrainer des 1.FC Nürnberg, Dieter Hecking, musste als Gast auf der Tribüne Autogramme schreiben und warten, denn der Massenansturm im Willi-Schillig-Stadion sorgte für einen leicht verspäteten Anstoß gegen 18.35 Uhr.
Der Club ließ sich auch nicht lange bitten und spielte forsch und offensiv. VfL-Trainer Dieter Kurth hatte Sebastian Hofmann als Manndecker für Marek Mintal abgestellt und dieses Duell hatte seinen ersten Höhepunkt in der 14. Minute, als der VfL-Spieler das "Phantom" im Strafraum legte. Doch der Elfmeterpfiff blieb aus.
Als Keeper Beer beim Rauslaufen zögerte hatte Tekerci die nächste Clubchance, doch er drosch das Leder in die Wolken.
Doch nach etwa 20 Minuten legte der VfL seine Nervosität ab. Kapitän Bastian Renk, der wieder dabei war, verfehlte zunächst bei einem Freistoß noch knapp seinen Sturmführer Karg, doch beim nächsten Versuch prüfte Renk direkt Club-TW Stephan, der gerade noch das Leder über die Latte zur Ecke lenkte. Diese trat Renk selbst, Karg erwischte die Kugel nur leicht mit dem Scheitel und am langen Pfosten drückte der aufgerückte Christian Beetz das Leder zum 1:0 über die Linie (30.).
Groß war der Jubel im weiten Rund. Doch ein Ruhekissen war dies nicht. Ebenfalls nach einem Eckball fiel in der 42. Minute das 1:1, als 22-jährige Dauerläufer Kamavuaka, der 2011 aus Hoffenheim kam, im Pulk von sechs Spielern am Fünfereck hochstieg und per Kopfball den auf der Linie gehaltenen Beer überwand. Proteste auf ein Foulspiel durch VfL-Spieler und Trainer Kurth nutzten nichts, der Treffer zählte und das 1:1 zur Pause war gerecht.
Wie zu Beginn übernahm der "kleine Club" wieder die Initiative, ohne aber zu Chancen zu kommen. Dann setzte sich Plattenhardt auf der linken Seite durch, da die VfL-Abstimmung mit Andre Zapf und Sam nicht stimmte, und legte von der Grundlinie zurück auf Tekerci. Dessen Flanke fand den alleinstehenden Sturmführer George, der wie schon zuletzt gegen Buchbach seinen Treffer per Kopf mühelos und alleine gelassen erzielte (52.).
Nürnberg dominierte jetzt klar. Ein Freistoß von Plattenhardt klatschte an die Latte (65.) und ein Fallrückzieher von Wießmeier verfehlte knapp sein Ziel. Frohnlach brachte noch Bulat und spielte dann auch mit zwei Spitzen. Trotz viel Einsatz wollte aber keine richtige Chance mehr herausspringen.
Die Entscheidung besorgte Mintal höchstpersönlich, denn nach einer Flanke von Halimi, der Burkard vernaschte, schob er im Fallen das Leder ins leere VfL-Tor zum 1:3 (78.).
Die einzige VfL-Chance in der 2. Halbzeit hatte noch Burkard, doch nach einer Ecke ging dessen Kopfball in die Arme von TW Stephan. Mintal sorgte mit einem Volleyschuss für Gefahr, doch Beer wehrte mit dem Fuß gekonnt ab. Den Schlusspunkt setzte Halimi mit dem 4:1 per Fernschuss. oph/zi

VfL Frohnlach: Beer - A. Zapf, Burkard, Beetz, Sener - Hofmann (63. Özdemir), Renk - Sam (82. Heinze), Schmitt (76. Bulat), Böhnlein - Karg.
1. FC Nürnberg II: Stephan - Heinloth, Ballas (46. Scheffer), Korczowski, Plattenhardt - Gärtner, Kamavuaka, Wießmeier, Tekerci (53. Halimi) - Mintal - George (86. Colak).
SR: Michael Wander (Helmstadt). - Zuschauer: 2273.
Tore: 1:0 Beetz (30.), 1:1 Kamavuaka (42.), 1:2 George (52.), 1:3 Mintal (78.), 1:4 Halimi (90.). - Gelbe Karten: Burkard, Hofmann, Sener, Karg / -.

Hecking mit viel Lob

Der Cheftrainer des 1. FC Nürnberg, Dieter Hecking war nach der Partie voll des Lobes über seine 2. Garnitur: "Fünf Akteure, die heute auf dem Feld standen, haben die volle Profi-Vorbereitung mitgemacht. Korczowski, Plattenhardt und Wießmeier werden bei uns oben ranschnuppern." Ärgerlich war VfL-Coach Dieter Kurth, der das 1:1 monierte, denn sein Keeper Beer sei da geklammert und am Herauslaufen gehindert worden: "Mit einer Pausenführung hätten wir eine realistische Chance gehabt. Spielerisch war der Club aber stärker. Die vielen Spiele verkraftet der Club natürlich besser als wir."