Coburg
Sanierungen

Denkmalnetz Bayern tagt in Coburg und ist begeistert

Das Denkmalnetz Bayern hat sich für sein Jahrestreffen Coburg ausgesucht. "Eine wahnsinnig gute Entscheidung", sagt ein Sprecher.
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Besucher aus ganz Bayern trafen sich zur Tagung des Denkmalnetzwerkes in der Vestestadt und waren begeistert. Foto: Gabi Arnold
Besucher aus ganz Bayern trafen sich zur Tagung des Denkmalnetzwerkes in der Vestestadt und waren begeistert. Foto: Gabi Arnold
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Das Denkmalnetz Bayern war am Samstag in Coburg zu Gast. Die Teilnehmer des Jahrestreffens waren von der Stadtsanierung begeistert. Achim Schröer, einer der Sprecher des Netzwerkes, sieht die Vestestadt sogar als bayernweites Vorbild.

Seit fünf Jahren gibt es ein bayernweites Denkmalnetz; von Beginn an ist die Gemeinschaft Stadtbild Coburg mit ihren Vorsitzenden Hans-Heinrich Eidt dabei. Jährliche Treffen und Tagungen finden in unterschiedlichen Regionen und Städten innerhalb Bayerns statt und diesmal eben in Coburg. "Das war eine wahnsinnig gute Entscheidung. Es ist ein tolles Engagement hier," sagte Schröer. Dies hänge natürlich auch mit den Rahmenbedingungen zusammen, sagte er. So habe Coburg mit der Gemeinschaft Stadtbild Coburg engagierte Bürger und einen Unternehmer als Geldgeber.


Die Metzgergasse könnte eigentlich in Stadtbildgasse umbenannt werden

Am Samstag standen Fachvorträge, eine Podiumsdiskussion und eine Führung durch Coburgs Innenstadt auf dem Programm. Beispielsweise zeigte Hertha Krahl Objekte, die mit der Stadtbild-Medaille ausgezeichnet wurden. Einige Stationen waren in der Judengasse, in der Webergasse und in der Metzgergasse. Die Metzgergasse, so Krahl, sei ein gutes Beispiel für die Arbeit der Gemeinschaft Stadtbild. " Einige meinen, sie könnte in Stadtbildgasse umbenannt werden." Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg, so Krahl, habe sich gegründet, nachdem das Alexandrinenbad und das ehemalige Tageblattgebäude, an dessen Standort heute der Kaufhof ist, abgerissen wurden. Verhindert werden konnte in der Vergangenheit zum Beispiel der Baudes Müllheizkraftwerkes am heutigen Standort der SÜC, erklärte sie bei der Stadtführung.

Als eine Stadt in dieser Größe, schwärmte Achim Schröer, sei Coburg eine wirklich tolle Stadt. "Sie hat ein außergewöhnliches historisches Erbe, das erhalten werden muss," sagte der Stadtplaner und Denkmalpfleger. Auch Gartendenkmalpfleger Reinhard Mößner war aus München angereist, er kannte Coburg vorher noch nicht. "Unbewusst hatte ich sofort einen positiven Eindruck. Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt."

Liebevoll gestaltete Einzelprojekte hätten in der Gesamtheit eine enorme Wirkung. Reinhard Sajons, ehemaliger Leiter der Stadtsanierung Augsburg, war im Jahr 1957 erstmals in Coburg zu Gast. Jetzt war er begeistert von dem Aufschwung, den die Vestestadt erlebt habe.

Hans-Heinrich Eidt fand den Vortrag zur Erhaltungs- und Gestaltungssatzung hoch interessant. Dieser Satzung zufolge können auch Häuser, die zwar nicht unter Denkmalschutz stehen, aber eine Eigenart als Stadtviertel darstellen, in der Gesamtheit erhalten werden. Eidt denkt dabei an das Viertel der ehemaligen Passchendaelde-Kaserne. "Das ist eine Idee, die ich aufgreifen und an die Stadt herantragen möchte," sagte er.

Das Denkmalnetz Bayern besteht aus über 160 bayerischen Vereinen und Bürgerinitiativen. Experten aus der Stadtplanung und Denkmalpflege stellen Instrumente wie das kommunale Denkmal- Konzept des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege oder die Erhaltungssatzung nach dem Baugesetzbuch vor, mit denen Städte und Gemeinden ihre Gebäude und damit ihre Heimat erhalten können. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg setzt sich bereits seit dem Jahr 1973 für den Schutz und die Sanierung erhaltenswerter Bauten ein. "Durch Aufklärung und private Spenden, auch durch einen örtlichen Großunternehmer, konnten viele Gebäude vor Abriss bewahrt werden", erklärte Eidt.


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