Coburg
Verlängerung

Daumen hoch für Wüstenahorns Mütter

Noch im Juni war nicht klar, ob das Stadtteilmütter-Projekt "Känguru" zum Jahresende eingestellt werden muss - die Anschlussfinanzierung durch die Regierung von Oberfranken war nicht sicher. Die gute Nachricht jetzt: Die Förderung läuft bis Juni 2015.
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Freude bei den Stadtteilmüttern, ihren Kindern und Ehemännern. Das Projekt "Känguru" läuft bis 2015 weiter. Foto: Stadtteilmütter
Freude bei den Stadtteilmüttern, ihren Kindern und Ehemännern. Das Projekt "Känguru" läuft bis 2015 weiter. Foto: Stadtteilmütter
Missverständnisse um die Finanzierung habe es gegeben, sagt Ute Wallentin von der Migrationsberatung beim Caritas-Verband Coburg. Das Stadtteilmütter-Projekt ist Bestandteil des Förderprogramms "Soziale Stadt" von Bund und Ländern, und die Mittel dafür wurden rapide gekürzt. Betroffen davon sind auch soziale Projekte in Wüstenahorn. Deshalb sei die Verunsicherung bei den Stadtteilmüttern groß gewesen. Umso größer ist die Erleichterung, dass zumindest "Känguru" erst einmal bis zum Juni 2015 weiterlaufen kann.

Start vor zwei Jahren

Angefangen hatte alles im November 2011.
Damals machten sich zehn Frauen unterschiedlicher Nationalitäten in Wüstenahorn auf den Weg, im Stadtteil lebende Familien deutscher und nichtdeutscher Herkunft miteinander in Kontakt zu bringen, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, ihre Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit zu fördern. "Nach knapp zwei Jahren der produktiven Arbeit im Projekt kann ich sagen, dass die Frauenmannschaft zu einem eingespielten Team geworden ist", sagt die Koordinatorin Jeanne Kiselev. Sie hat sich um alles gekümmert, hat die wöchentlichen Schulungen der Stadtteilmütter zu sozialrechtlichen Themen, Erziehung, Bildung, Gesundheit, zu den Angeboten der Stadt für Familien organisiert. Die "Känguru"-Frauen sind von Anfang an in die Offensive gegangen, haben sich in den Kindertagesstätten "Tausendfüßler" und Pfiffikus, in der Melchior-Franck-Schule bei persönlichen Gesprächen und Familienbesuchen vorgestellt. Unterstützt wurden sie durch Kollegen vom Kinder- und Jugendzentrum Wüstenahorn, die Sozialpädagogin des interkulturellen Kinder- und Jugendtreffs "Kaleidoskop", die evangelische Kirchengemeinde Johanniskirche und das Quartiersmanagement Wüstenahorn.

Besonders gut sei die Zusammenarbeit mit der Melchior-Franck-Schule, erläutert Jeanne Kiselev. Die Stadtteilmütter werden in schulische Veranstaltungen mit einbezogen und die Eltern im Gegenzug über die "Känguru"-Angebote informiert. Und die Frauen sind auch über Wüstenahorn hinaus aktiv gewesen, haben sich am "Markt der Möglichkeiten" beteiligt und an einer Tagung der Hochschule Coburg zum Thema "Für ein gesundes Aufwachsen, Eltern, Kita, Kommune ziehen an einem Strang?" teilgenommen.

Jeanne Kiselev wirkte in der Fokusgruppe "Kulturpolitik" mit. Seit diesem Jahr ist "Känguru" im Netzwerk "Alleinerziehend" aktiv. Auch die Ehemänner der Stadtteilmütter interessieren sich inzwischen dafür, was die Frauen tun. "Seit ihre Männer sich an unseren Veranstaltungen beteiligen, haben die Frauen mehr Wertschätzung und Unterstützung bekommen", sagt Jeanne Kiselev.

Selbstbewusstsein wächst

U nd Stadtteilmutter Anastasia Heinrich ergänzt: "Es ist ein tolles Gefühl, anderen helfen und dabei selbst mit Behörden Erfahrungen sammeln zu können. Ich bin selbst sicherer geworden und freue mich jedes Mal, wenn ich von Beamten erkannt und beim Namen genannt werde."

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