Sanierung

Das war knapp für die Kaltenbrunner Itzgrundhalle

Die Sanierung der Itzgrundhalle in Kaltenbrunn wäre um ein Haar geplatzt. Aber nach einer nichtöffentlichen Krisensitzung geht es bald los.
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Sonnige Aussichten: Die  Kaltenbrunner  Itzgrundhalle soll saniert werden, auch wenn die  Kosten dafür deutlich gestiegen sind. Das hat der Gemeinderat am   Dienstagabend  in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen.
Sonnige Aussichten: Die Kaltenbrunner Itzgrundhalle soll saniert werden, auch wenn die Kosten dafür deutlich gestiegen sind. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen.

Die Gemeinde Itzgrund (Landkreis Coburg) bekommt einen neuen Treffpunkt. Oder besser: Der alte Treffpunkt wird saniert. Wie das Tageblatt gestern von der Gemeindeverwaltung bestätigt bekommen hat, wird die Itzgrundhalle bis 2020 saniert. Das Projekt, dessen Pläne seit drei Jahren diskutiert werden, stand zuletzt offensichtlich näher am Rande des Abgrunds, als es nach außen hin schien.

Dieter Scherbel, Geschäftsleiter der Gemeinde, bestätigte jedenfalls auf Anfrage, dass sich der Gemeinderat am Dienstagabend zu einer nichtöffentlichen Sitzung traf, um über die Sanierung der Halle noch einmal grundsätzlich zu beraten. "Alle Alternativen", sagte Scherbel, seien dabei zur Sprache gekommen. Das heißt: Auch ein kompletter Abriss der im August 1981 eingeweihten Halle stand zur Diskussion. Dass es nicht so weit kommt, freut auch Bürgermeister Werner Thomas (SPD): "Nachdem ein paar Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden konnten, freue ich mich, dass die Sanierung unserer Itzgrundhalle jetzt weitergehen kann." Gerade, was die Förderung und die Statik des Daches anging, sei die Sache nicht einfach gewesen. Hier lesen Sie mehr über die Schwierigkeiten mit der Itzgrundhalle

Auslöser der erneuten Grundsatzdiskussion war die Kostensteigerung. Die deutete sich bereits vergangene Woche bei der Gemeinderatssitzung an, als die vorgesehene Auftragsvergabe abgeblasen wurde. Dem Itzgrund geht es da offensichtlich wie quasi allen Kommunen im Coburger Land: Alle tun sich schwer, ihre Projekte zu erschwinglichen Preisen verwirklicht zu bekommen, weil die Baufirmen derzeit mehr als gut ausgelastet sind. Das wiederum liegt unter anderem auch daran, dass Bund und Länder zuletzt viele Förderprogramme auf den Weg gebracht haben - wie etwa das kommunale Investitionsprogramm (KIP), das für die Itzgrundhalle greift.

Vom einst formulierten Ziel, mit unter einer Million Euro für die energetische und behindertengerechte Sanierung der Halle auszukommen, hat sich der Gemeinderat am Dienstagabend endgültig verabschiedet. Dieter Scherbel verwies bei den Kosten auf das "immer noch gültige Investitionsprogramm" der Gemeinde: Da stehen 1,3 Millionen Euro für die Halle drin. In der Gemeindeverwaltung hatte man da offensichtlich einen guten Riecher, schließlich wurde der Ansatz vor Wochen gebildet. "Vorausschauend", bestätigte Scherbel, habe man da einen gewissen Puffer miteingerechnet.

Auch wenn erst kommende Woche, erneut in nichtöffentlicher Sitzung, ein großer Teil der Aufträge vergeben werden soll, dürfte der Umbau für rund 1,3 Millionen zu machen sein. Deshalb hat der Gemeinderat offensichtlich dafür gestimmt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Der sieht unter anderem vor, dass die markante Dachkonstruktion abgerissen und an der Fassade in Richtung Straße ein Aufzug angebracht wird. Eine Information, wie die Abstimmung über die Sanierung ausgefallen ist, war von der Gemeinde nicht zu bekommen.

Klar ist aber: Die Zeit drängt. Wie Dieter Scherbel bestätigte, steht in den Vorgaben des KIP, dass die Sanierung bis spätestens 31. Dezember 2020 baulich abgeschlossen sein muss, aus Sicht der Abrechnung ein halbes Jahr später. Nach Angaben des Gemeindegeschäftsleiters sieht der Zeitplan vor, dass der größte Teil der Umbauarbeiten in diesem Jahr verwirklicht wird. Die Haushaltsmittel dafür habe man zur Verfügung, einige Vorarbeiten habe es ohnehin schon im vergangenen Jahr gegeben.

Sollte die Auftragsvergabe plangemäß stattfinden, dauert es nicht mehr lange, bis es losgeht. Auf die Frage nach dem Beginn der "echten" Bauarbeiten sagte Scherbel: "Der steht unmittelbar bevor." Vermutlich wird es mit dem Abriss der bestehenden Dachkonstruktion losgehen.

Alles neu überdenken

Ob die Probleme mit der überhitzten Baubranche und den in der Folge teilweise völlig unrealistischen Preisen auch weitere Projekte der Gemeinde Itzgrund ins Wanken bringen werden, vermochte Scherbel nicht zu sagen. Der Gemeindegeschäftsleiter geht jedenfalls davon aus, dass sich die Baupreise in den nächsten Monaten nicht gravierend nach unten bewegen werden. Deshalb habe der Gemeinderat, erinnerte der Geschäftsleiter, schon vergangene Woche die Möglichkeit in den Raum gestellt, "die Reißleine zu ziehen". Das heißt: größere und teure Projekte auf den Prüfstand zu stellen und zur Not auch zu kippen. "Es muss nicht um jeden Preis was passieren" - darüber ist man sich nach Angaben Scherbels im Itzgrund einig.



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